„Tokyo Ghoul: re“

„Tokyo Ghoul: re“

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©2018 Sui Ishida , Studio Perrot

Daten:

  • Regisseur(e): Shuhei Morita
  • Sprache: Japanisch (DTS-HD 5.1), Deutsch (DTS-HD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • FSK: ab 16 Jahre
  • Studio: Studio Pierrot
  • Erscheinungstermin: 03. April 2018
  • Produktionsjahr: 2018
  • Spieldauer: 12 Folgen à 24 Minuten
  • Streamingdienst: Anime on Demand

Tokyo Ghoul: re ist nun die dritte Staffel der Animeserie von Sui Ishida aus dem Studio Pierrot.
In Japan lief die Serie vom 03. April 2018 bis zum 19. Juni 2018. Gleichzeitig erschien die Serie bei Anime on Demand im Simulcast.

Wo ist denn Ken Kaneki?

„Sie mischen sich unter uns und fressen unser Fleisch. Sie sehen aus wie Menschen, doch in Wahrheit sind sie es nicht. Man nennt diese Wesen Ghoule…“

Mit diesen erklärenden Worten beginnt die dritte Staffel von Tokyo Ghoul. Tokyo Ghoul: re spielt in jedem Fall weit nach der 2. Staffel. Wieviel Zeit genau vergangen ist, dass kommt nicht raus.
Auf jeden Fall hat sich einiges verändert.
Die Commission of Counter Ghoul (CCG) hat es sich zum Ziel gesetzt, die Ghoule, die nach der letzten großen Schlacht noch übrig gebliebenen sind, komplett auszulöschen. Hierfür gibt es eine Sondereinheit von Halbghoulen. Die fünfköpfige Gruppe unter der Leitung von Hiase Sasaki hat in einem Experiment künstliche Krallen, genannt Quinks, implatiert bekommen. Damit soll die Sondereinheit „Quinks Squad“ effektiv gegen die Ghoule kämpfen, bis alle vernichtet sind.
Das klingt zwar sehr einfach, ist es aber durchaus nicht.
Innerhalb der CCG und der weiteren verschiedenen Sondertruppen sind sich nicht alle grün und es kommt zu Machtspielen zwischen den Ermittlern.
Auch die Ghoule haben sich nach dem letzten großen Kampf neu organisiert und haben der Ausrottung natürlich den Kampf angesagt.
Und dann hat Hiase Sasaki noch mit seinem eigenen Dämon zu kämpfen. Er hat das Gedächtnis verloren und sein alter Ego will ihn mit aller Macht daran erinnern, wer er mal war. Nämlich Ken Kaneki. Aber Hiase will das nicht zulassen, denn in seinem jetzigen Ich fühlt er sich wohl. Die „Quinks Squad“ sind seine Familie und um nichts in der Welt will er diese aufgeben. Aber sein alter Ego lässt nicht locker. Und so spitzt sich im Laufe der 12 Folgen nicht nur der Kampf zwischen den Ghoulen und der CCG zu…

 

Blut, viele Ermittler und wenig Ghoul

Ich hatte mich sehr auf die dritte Staffel gefreut. Aber ich muss gestehen, ich bin zuerst nicht wirklich in die Handlung reingekommen. Ich hatte stets das Gefühl, dass die beiden vorherigen Staffeln nicht mehr viel mit Staffel drei zu tun haben. Aber ich habe mich trotzdem darauf eingelassen und war irgendwann drin.
Die Story baut sich zwar schnell auf, für meinen Geschmack viel zu schnell, aber der große Aha-Effekt für die große Zündung kam nicht auf. Mir hätte ein wenig Hintergrund, was zwischen Staffel 2 und 3 geschehen ist, sehr gefallen. Vor allem, warum Ken sich nicht mehr erinnern kann, wer er denn ist. Das fehlt mir komplett.
Die Serie hat zwar noch Horrorelemente und groteske Ghoul-Augenblicke, vor allem in den vielen Kämpfen, doch viel mehr erinnert der Handlungsstrang irgendwie an einen alten Krimi, an korrupte Bullen und Straßenkämpfe. Hinzu kommt ein wenig tragische Liebe und Drama. Was jedoch gleichgeblieben ist, ist der düstere, zynische Humor der Serie.
Mir ist es während des Zusehens jedoch zum Glück gelungen, mich auf die Handlung einzulassen und die Serie vielmehr als etwas Eigenständiges zu sehen.
Wenn man nicht versucht anzuknüpfen, dann ist die Serie in jedem Fall spannend. Und man braucht auch nicht dringend die ersten zwei Staffeln für das Verständnis intus zu haben. Aber empfehlenswert ist es trotzdem, da man dann die Charaktere schon viel besser einschätzen kann.

 

Studio Pierrot hat abgeliefert

Wie von Studio Pierrot nicht anders zu erwarten, sind die Zeichnungen in sehr hoher Qualität und die Elemente von klassischem Anime und CGI halten sich sehr angenehm die Waage. Tokyo Ghoul ist, wie gewohnt, sehr düster und blutig. Die Fratzen in den Kämpfen könnten nicht noch schlimmer und grusliger sein und das Rot von Blut und Augen sticht farblich immer sehr ins Auge, so dass wahrscheinlich nicht mal Augen zu halten helfen würde.

Der Soundtrack der Serie ist stimmig gewählt. Mal düster, mal unheimlich, mal spannend. Vor allem das Opening von der Band Cö Shu Nie „Asphyxia“ passt zur kompletten Serie. Harte E-Gitarren und fetter Bass Beat gepaart mit der kindlich, unschuldigen Stimme der Sängerin ist so kontrastreich wie die Serie. Von niedlich unschuldig über knallhart brutal.

 

Synchro oder O-Ton mit Untertitel

Während ich die Serie gesehen habe, habe ich beides ausprobiert. Und mich überzeugt die Synchronisation irgendwie. Ich war erst skeptisch, aber den Schauspielern ist es im Deutschen durchaus gelungen, die Gefühle der Protagonisten glaubwürdig wiederzugeben. Die Stimmen an sich sind zwar bei wenigen Charakteren speziell, wie ich finde, manchmal quietschig, manchmal von der Stimmfarbe vielleicht nicht so ganz passend, nichts desto trotz verleiht es jedem Protagonisten etwas Eigenes und verleiht ihnen Wiedererkennung.

Doch wer jedoch lieber die japanische Originaltonspur mag, der macht auch hier nichts falsch. Die Untertitel sind passend und gut lesbar.

 

Mindfuck

Die Serie steigert sich von Folge zu Folge und wird immer mehr zum wahren Mindfuck. Grotesk, psychisch völlig drüber und wirklich brutal. Für schwache Nerven war Tokyo Ghoul ja eh noch nie was, aber gerade durch Hiases/Kens zwiegespaltener Seele und der Suche nach sich selbst, gibt es immer wieder diese Momente, die Oben nach Unten kehren und man an der Realität zweifelt.

Wer Tokyo Ghoul mag, der kann mit Tokyo Ghoul: re nichts falsch machen.
Die Serie ist ein klassischer Spätzünder, vor allem, weil halt schnell durch die Handlung durchgerusht wird. Ein paar mehr Folgen hätten der Spannung und dem Verständnis durchaus gutgetan.  Mit mehr Hintergrundinformationen wäre mir vielleicht schon vorher ein Licht aufgegangen und die Serie hätte von Anfang an ein regelrechter Straßenfeger sein können. So jedoch bleibt immer ein kleiner, fader Beigeschmack, dass an der einen oder anderen Stelle irgendwas ausgelassen wurde, was ich vielleicht für meine Spannung und meinen inneren Frieden gebraucht hätte.

Tokyo Ghoul: re ist qualitativ auf einem hohen Level und wer auf Horror und düstere, groteske Geschichten steht, der sollte mal einen Blick riskieren. Doch für den kompletten Ghoul-Rausch empfehle ich persönlich in jedem Fall noch die ersten beiden Staffeln, denn nu so kann man vor allem Hiase/Ken viel besser verstehen.

Kari

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Freak, Otaku, Leseratte, Waffelschaden, Cosplayerin, Fotografin und das alles mit rosa Zuckerwatte im Kopf. Erwachsen ist man noch oft genug, ich geh mal schaukeln!

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