The Eccentric Family Volume 2

The Eccentric Family Volume 2

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© 2013 Tomihiko Morimi / Gentosha / The Eccentric Family Production Committee

Daten:

  • Regisseur: Masayuki Yoshihara
  • Sprache: Japanisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Universum Film GmbH
  • Erscheinungstermin: 29. Juni 2017
  • Produktionsjahr: 2013
  • Spieldauer: 159 Minuten
  • Preis: 28,69 € (Blu-ray); 28,99 € (DVD)

The Eccentric Family Staffel 1 Volume 2

Vor einiger Zeit haben wir euch die erste Volume der Animeserie „The Eccentric Family“ vorgestellt. Sie erschien schon im Jahr 2013 in Japan und erfreute sich großer Beliebtheit in der Anime-Community. Bis 2018 hatte sich aber kein Publisher um die Rechte der Serie gekümmert. Seit dem 29. Juni 2018 können deutsche Fans nun aber endlich auch die Episoden 7 bis 13 des Slice of Life-Animes schauen. Nachdem uns die erste Volume schon sehr gut gefallen hat, waren wir natürlich sehr gespannt, ob die zweite Hälfte der Serie das gute Niveau halten kann. Solltet ihr die erste Volume der Serie noch nicht gesehen haben, empfehlen wir euch erst einmal in unsere Review dieser reinzuschauen- auch eine allgemeine Handlungszusammenfassung könnt ihr dort finden.

Es wird ernst

Nachdem wir in der ersten Staffel die Charaktere sowie die generelle Prämisse von „The Eccentric Family“ kennengelernt haben, beginnen schon die ersten Episoden der zweiten Volume weitaus dramatischer. Wie man bereits erfahren hat, wurde das alte Oberhaupt der Shimogamo Familie und Anführer der Tanuki-Gemeinschaft Souichirou vom Freitags-Klub gefangen und dann zu Eintopf verarbeitet. Die genaueren Umstände seines Todes konnte man bisher aber noch nicht erfahren.

Die zweite Hälfte der ersten Staffel beschäftigt sich größtenteils mit der Frage: „Wie ist Souichirou wirklich gestorben?“ Nach und nach erfährt der Zuschauer mehr Details zur schicksalshaften Nacht. Denkt man zu Beginn noch, dass er eher zufällig vom Freitags-Klub gefangen wurde, lernt man später, dass anscheinend doch mehr dahinter steckt.

Zeitgleich muss eine weitere wichtige Frage beantwortet werden: „Wer wird der nächste Nisemon (Anführer)?“ Lange Zeit schien es so, als ob Yaichirou Shimogamo – der älteste Sohn von Youichirou – diese Wahl gewinnen wird. Die Ebisugawa Familie wäre mit dieser Wahl aber überhaupt nicht zufrieden und schickt deshalb ihren eigenen Kandidaten ins Rennen. Wer der neue Nisemon wird und ob Yasaburou – der jüngste Sohn der Familie – es schaffen kann, den Freitags-Klub daran zu hindern einen weiteren Tanuki zu essen, könnt ihr nur erfahren, wenn ihr euch die zweite Volume selbst anschaut!

Eine stringente Geschichte

Nachdem mich die erste Volume mit ihrer frischen Prämisse überrascht hatte, habe ich in der zweiten Volume etwas mehr Handlung erwartet. Glücklicherweise konnte sie genau diese bieten. Sieht man in der ersten eher mehrere Nebenhandlungen, um die Charaktere sowie deren Fähigkeit besser kennenzulernen, haben die Episoden 7 bis 13 zwei klare Handlungsstränge. Das führt dazu, dass die Episoden den Zuschauer noch viel besser an den Bildschirm fesseln können. In jeder Folge erfährt man neue Einzelheiten – insbesondere zum Tod von Souichirou. Beschuldigt man zu Beginn eventuell noch die falschen Personen, kann man nach und nach die Puzzle-Teile selbst zusammensetzen und die zugrunde liegenden Intrigen entlarven.

Dabei steht besonders die Feindschaft zwischen der Shimogamo- und der Ebisugawa-Familie im Mittelpunkt. In den ersten Episoden konnte ich über das Aufeinandertreffen von Mitgliedern der Familie nur lachen, verstand aber den Hintergrund nicht unbedingt. Durch die Darstellung der Vergangenheit kann man – jedenfalls teilweise – auch die Handlungen der Ebisugawa-Familie verstehen. Ich hätte mir gewünscht, dass diese Figuren im zweiten Teil noch etwas stärker im Vordergrund stehen würden. Man erfährt zwar, wie die Beziehung zwischen Souun Ebisugawa (dem Oberhaupt der Familie) und Souichirou Shimogamo war, die anderen Mitglieder der Familie lernt man aber nicht so gut kennen, wie ich es mir gewünscht hätte. Das führt dazu, dass man mit diesen (speziell den Brüdern Ginkaku und Kinkaku) nicht sympathisieren kann.

Wenig Schwarz und Weiß

Dies gelingt der Serie mit den anderen Charakteren weitaus besser. Im Zusammenhang mit der Vergangenheit von Souichirous Tod lernt man viele Figuren sehr gut kennen, die man bisher nicht kannte. Ein Beispiel hierfür ist Yajiro Shimogamo. Wurde er in der ersten Volume noch als witziger kleiner Frosch dargestellt, tauchen wir in den späteren Folgen endlich in seine Gedankenwelt ein und erfahren, dass er durchaus mehr als nur ein fauler, saufender Frosch ist. Wie bereits in der Review zur ersten Volume geschrieben, sind die detailliert ausgearbeiteten Beziehungen zwischen den Figuren das Prunkstück der Serie. Der Zuschauer profitiert stark von dieser Darstellung, weil er viele Charaktere noch besser kennenlernt und dadurch Handlungsentscheidungen in den einzelnen Szenen noch besser verstehen kann.

Wichtig ist dabei, dass man – abgesehen von den Ebisugawa-Zwillingen – auch die eher „bösen“ Charaktere gut kennenlernt. Die wohl größte Angst eines jeden Tanukis ist es, irgendwann im Eintopf des Freitags-Klubs zu landen. Es hätte also schnell passieren können, dass die Mitglieder des Klubs als einfache Bösewichter charakterisiert werden. Das ist glücklicherweise nicht der Fall. In mehreren Szenen wird gezeigt, dass sie nicht einfach skrupellose Tanuki-Mörder sind, sondern empathische Personen. Auch das macht die gesamte Geschichte interessanter.

Bekannte Stärken bleiben

Abgesehen von der nun klaren Handlungsstruktur bleiben in der zweiten Volume die Stärken der ersten bestehen. Man könnte beispielsweise annehmen, dass die eher ernste Handlung dazu führen könnte, dass humoristische Szenen seltener werden. Das ist glücklicherweise nicht der Fall. Immer noch kann man in jeder Episode viele Kleinigkeiten erblicken, die wirklich witzig sind. Von den absurden Verwandlungen (Sie können sich sogar in Züge verwandeln!) über Besonderheiten des Professors sind alle bekannten Elemente wieder enthalten.

In den ersten Folgen der zweiten Volume tritt Benten etwas in den Hintergrund. Das ist schade, da sie sicherlich der interessanteste Charakter der Serie ist und man gerne mehr über sie erfahren hätte. Zusätzlich führt ihre Anwesenheit immer zu einer gewissen Unsicherheit, da man sich nie sicher sein kann, ob sie nicht doch einen der Tanukis fängt und isst. Glücklicherweise bekommt der Freitags-Klub in der zweiten Hälfte der Volume mehr Aufmerksamkeit, wodurch natürlich auch Benten wieder auftaucht.

Weiterhin sehr starke deutsche Übersetzung

Die Animationen von „The Eccentric Family“ bleiben sehr schön aber gewöhnungsbedürftig. Weiterhin sind besonders die Hintergründe wirklich toll gezeichnet. Auffällig war, dass in den späteren Folgen häufiger CGI-Effekte genutzt wurden. Im Gegensatz zu den handgezeichneten Szenen, haben diese mir weniger gefallen, da sie etwas plastisch wirken. Die Musik ist weiterhin – abgesehen vom starken Opening – eher unauffällig.

Wie bereits in der ersten Volume ist das Niveau der deutschen Übersetzung sehr gut. Alle Sprecher wurden passend ausgewählt und schaffen es auch in den Comedy-Szenen das Timing sehr gut zu treffen. Auch die Sprecher eher kleinerer Rollen (zum Beispiel Stefan Lehnen als Heitarou Yasaka) wurden passend ausgewählt. Der einzige Wermutstropfen ist immer noch die Aussprache der Konsonanten „S“ und „Z“- dies fällt insbesondere beim Namen „Kaisei“ etwas negativ auf.

Eine kleine Perle der Anime-Landschaft

„The Eccentric Family“ genießt einen sehr guten Ruf in der Anime-Szene, weshalb ich mich stark darüber gefreut habe, als Universum Anime die Lizenzierung bekanntgegeben hat. Die Serie konnte glücklicherweise meine hohen Erwartungen größtenteils erfüllen. Sie ist mehr als nur eine einfache Slice-of-Life Serie mit Tanukis. Der Anime zeigt, dass man Comedy und Drama sogar mit Fantasy-Elementen gut verbinden kann.

Wir würden uns freuen, wenn Universum Anime mit „The Eccentric Family“ einen Erfolg feiern kann, da dies den Publishern zeigen würde, dass auch eher unbekanntere Serien eine Chance auf dem deutschen Markt haben. Insbesondere Fans von gut erzählten Slice-of-Life Geschichten wie „Silver Spoon“ sollten „The Eccentric Family“ unbedingt eine Chance geben.

Bewertung: 7/10 Punkte

About Shin

Shin hat im Jahr 2016 sein Masterstudium in Soziologie abgeschlossen und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Anime mag Shin schon seit sehr vielen Jahren. Spätestens seit dem Besuch seiner ersten Convention - der Connichi 2003 - ist er fasziniert von der Welt der Anime. Seit August 2016 ist Shin festes Mitglied von Jimoku und kümmert sich zum größten Teil um das Schreiben von Reviews. Sein Lieblingsanime ist "Space Brothers".
Shin

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