Terror in Tokio

Terror in Tokio

Startseite » Review » Drama » Terror in Tokio

Ein Lächeln, so strahlend wie die Sonne an einem heißen Sommertag, und ein Mann mit Augen wie aus Eis …

„Du hast jetzt zwei Möglichkeiten. Du kannst entweder da drinnen sterben oder aber du wirst unsere Komplizin.“

Vor diese Wahl wird die Oberschülerin Mishima Lisa gestellt, die sich während eines Terroranschlags im gerade in die Luft geflogenen Regierungsgebäude befindet. Was sie bis zu jenem Zeitpunkt noch nicht weiß:

Die für den Anschlag Verantwortlichen sind keine Unbekannten. Im Gegenteil. Die Stimmen der Terroristen lassen eindeutig ihre Mitschüler Kokonoe Arata und Hisami Touji erkennen. Sie sind Sphinx – zwei Terroristen, die ihre Anschläge per Video ankündigen und ihre Ziele durch Rätsel bekannt geben.

Getrieben von der Hoffnung, endlich aus ihrem trostlosen Leben ausbrechen zu können und ihren Platz zu finden, und dem Willen, weiterzuleben, entscheidet sie sich schließlich dafür, sich ihnen anzuschließen – auch wenn ihr erst zu spät bewusst wird, worauf sie sich eigentlich eingelassen hat.

Zankyou no Terror oder auch Terror in Tokio ist das neueste Werk des Regisseurs Watanabe Shinichirou, der unter anderem für Meisterwerke wie Cowboy Bebop und Samurai Champloo verantwortlich war und mit Terror in Tokio einen würdigen Nachfolger geschaffen hat.

Die Serie besticht nicht nur durch wunderschöne Bilder und einen ausgefallenen Zeichenstil, sie besitzt außerdem einen traumhaften Soundtrack, der es immer wieder schafft, eine tolle und zur Szenerie passende Atmosphäre aufzubauen. Kein Wunder, wurde hierfür doch die bekannte Komponistin Kanno Yoko ins Boot geholt, die schon die Soundtracks für Werke wie Cowboy Bebop und Wolf’s Rain beigesteuert hat.

Insgesamt ist der Soundtrack eher ruhig, teils sogar sehr melancholisch gehalten, womit er sich perfekt ins Geschehen einfügt und immer wieder für Gänsehaut sorgt.

Die Charaktere sind ein besonderer Punkt dieses Anime. Lisa mag vielleicht ein bisschen schwächeln und teils sogar ziemlich nutzlos wirken, allerdings reißen Nine und Twelve mit ihrer sich erst nach und nach enthüllenden Vergangenheit und dem damit einhergehenden, sich beim Zuschauer aufbauenden Drang, endlich etwas über sie und ihre Beweggründe zu erfahren, locker wieder raus. Man kann einfach nicht anders, als die beiden trotz ihrer Taten liebzugewinnen und mit ihnen mitzubangen.

Und was wäre ein Anime dieser Art ohne Polizisten, die ihren Gegenpart bilden? Genau wie einst bei Death Note wäre das auch hier unvorstellbar, nur dass es sich bei ihrem Gegner nicht um L, sondern um den aufgrund eines Fehltrittes ins Archiv versetzten Polizisten Shibazaki und seine Truppe handelt.

Und so entbrennt ein äußerst kurzweiliges Katz-und-Maus-Spiel, dessen Gewinner bis zum Schluss ungewiss ist und das immer wieder zum Mitraten und Mitzittern einlädt.

Besonders positiv überrascht haben in der deutschen Umsetzung die Polizisten rund um Shibazaki, die mit wirklich hochrangigen Sprechern besetzt wurden und deren Stimmen man beim Hören sofort wiedererkennt.

Zwei Beispiele hierfür bilden Erich Räuker, den man auch als King Bradley aus Fullmetal Alchemist und Kurama aus Elfen Lied kennt, und Rainer Fritzsche, auch bekannt als Spike Spiegel aus Cowboy Bebop und Shigeru Aoba aus Neon Genesis Evangelion.

Auch die Sprecher der Hauptcharaktere Nine, Twelve und Lisa sind sehr gut gewählt, auch wenn Twelve im Original vielleicht nicht so böse und etwas kindischer wirkt, was aber nicht heißt, dass seine deutsche Stimme dem Charakter nicht auch einen gewissen Charme verleiht.

Wieder einmal also ein sehr gelungener Release des Labels Universum Anime, das einen ungeduldig auf den Release des zweiten Volumes warten lässt.

Terror in Tokio aus dem Studio Mappa ist wirklich einen Blick wert, selbst wenn man kein großer Fan von Anime dieses Genres sein sollte. Euch erwartet ein mitreißender Anime mit wunderschönen Bildern, wirklich interessanten Charakteren und einem Soundtrack, der euch den Atem stocken lassen und Gänsehaut über eure Arme jagen wird.

Das erste Volume erscheint am 29.05.2015 auf BluRay und DVD bei Universum Anime.

Mittlerweile ist auch das zweite Volume von Terror in Tokio erschienen und die Geschehnisse spitzen sich langsam aber sicher zu.

Neben Shibazaki und seiner Einheit versucht nun auch eine weitere Gegenspielerin, die Pläne von Nine und Twelve zu durchkreuzen – auch wenn ihre Beweggründe ganz anderer Natur sind.

Terror in Tokio hat auch in der zweiten Hälfte nichts an Spannung eingebüßt – im Gegenteil. Die Serie nimmt hier erst richtig an Fahrt auf und zieht den Zuschauer in einen Sog, aus dem er bis zum Ende nicht mehr entkommen kann. Es geschehen so viele Dinge, mit denen man einfach so nicht gerechnet hat und die den Zuschauer teilweise nur mit einem großen Frage- oder Ausrufezeichen im Gesicht zurücklassen.

Letzten Endes laufen alle Fäden zusammen und es bleiben eigentlich keine Fragen offen, was besonders schön ist. Denn wie oft hat man schon Anime erlebt, bei denen man nach Beendigung auf den Bildschirm starrt und sich denkt: „Und was sollte jetzt das und das?!“

Das ist bei Terror in Tokio definitiv nicht der Fall.

Die Charaktere gewinnen immer mehr an Tiefe und – je näher sie dem Höhepunkt kommen – auch den gewissen Hauch „Menschlichkeit“, der den beiden Protagonisten in den ersten paar Folgen doch ein bisschen gefehlt hat.

Mit Five wird ein weiterer, wirklich toll umgesetzter Antagonist ins Geschehen eingeführt. Auch bei ihr ist nicht alles, wie es auf den ersten Blick scheint, und ihre Aktionen hinterlassen immer wieder ein sauren Beigeschmack.

Außerdem hat sie es geschafft, die Fans der Serie zu spalten. In die, die sie mögen, und die, die sie abgrundtief hassen. Ein Mittelding scheint bei ihr nicht zu existieren, was allerdings völlig verständlich ist, sieht man sich den Verlauf der zweiten Hälfte an.

Auch an Atmosphäre hat Volume zwei nichts verloren. Der Soundtrack ist immer noch sehr zur Szenerie passend, was man vor allem an der Riesenradszene in Folge neun merkt. Schön ruhig und trotzdem ein Unterton, der dafür sorgt, dass die Dramatik des Ganzen immer präsent bleibt.

Natürlich hat auch die immer noch sehr gelungene deutsche Synchronisation ihren Teil dazu beigetragen. Man bekommt von Folge zu Folge immer mehr das Gefühl, dass die Sprecher wirklich Spaß an ihrer Arbeit gehabt haben und sich auch wunderbar in ihren Charakter hineinversetzen konnten.

Mit Anja Stadlober, die man aus Rollen wie Kazuha aus Detektiv Conan oder Shimei Ryomu aus Ikkitousen kennt, konnte auch Five mit einer namenhaften und erfahrenen Stimme besetzt werden, die es schafft, Fives verqueren Charakter perfekt rüberzubringen.

Alles in allem erwartet uns auch im zweiten Volume von Terror in Tokio eine wahre Achterbahn an Geschehnissen und Emotionen, die nur wenig Zeit zum Verschnaufen und Beruhigen lässt. Spätestens jetzt verfällt man der Serie und auch der deutschen Umsetzung komplett, da sie nichts an Atmosphäre und Charaktertiefe eingebüßt, sondern sogar dazugewonnen hat.

Mit Terror in Tokio hat Universum Anime einen der besten Anime 2014 auf den deutschen Markt gebracht, an dem sogar Nicht-Anime-Fans durchaus ihr Vergnügen haben werden.

Einen Blick sollten sie auf jeden Fall riskieren, eine Enttäuschung ist so gut wie ausgeschlossen.

Terror in Tokio Volume zwei ist am 15.07.2015 auf DVD und BluRay bei Universum Anime erschienen und mit dem zweiten Teil des Booklets und einem Wendecover ausgestattet.

Natsu

About Natsu

Fansubberin, Fanfiction-Autorin und Anime- und Mangafan mit Leib und Seele. Ihr sucht jemanden mit einem ordentlichen Knall? Hier bin ich!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.