Tales of Zestiria the X – Staffel 1

Tales of Zestiria the X – Staffel 1

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© 2016 BNEI/TOZ-X

Daten:

  • Regisseur: Haruo Sotozaki
  • Sprache: Japanisch (DTS-HD Master Audio 2.0), Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 3
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: KSM Anime
  • Erscheinungstermin: 17. Mai 2018
  • Produktionsjahr: 2016
  • Spieldauer: 307 Minuten
  • Preis: 99,99€

Tales of Zestiria the X –KSM Anime

Mitte Mai 2018 bringt der deutsche Publisher KSM Anime die von Fans der Spielereihe langersehnte Animeadaption von „Tales of Zestiria“ heraus. Die erste Staffel der Serie trägt den Titel „Tales of Zestiria the X“ (sprich: „The Cross“) und erzählt die Geschichte des Menschenjungen Sorey, der unter Seraphim aufgewachsen ist. Diese sind spirituelle Wesen, die für Menschen eigentlich nicht sichtbar sind. Im Verlauf der Handlung wird es zu Soreys Ziel, die Welt zu einem Ort zu machen, an dem Menschen und Seraphim friedlich zusammenleben können. Unterstützung erhält er dabei durch seinen besten Freund Mikleo, einen Seraphim, und Alisha, die Prinzessin des Königreichs Hyland. Nach der Review zur OVA „Tales of Zestiria – Dawn of the Shepherd“ haben wir uns nun die komplette erste Staffel, die in einer Gesamtbox auf Blu-ray und DVD erscheint, angesehen. Einen ersten Überblick möchten wir Euch in der folgenden Review geben.

Die Zusammenführung mehrerer Geschichten

Im Prolog sehen wir Prinzessin Alisha Diphda, welche sich mit ein paar Gefolgsleuten auf die Suche nach einer verschwundenen Soldatin macht. Da diese zuletzt eine mysteriöse Naturerscheinung am Himmel untersuchte, begibt sich das Team zum Dorf Griel, über welchem die dunkle Wolken als erstes aufzog. Schon auf dem Weg dorthin werden sie von maskierten Räubern angegriffen, die Alisha nach dem Leben trachten. Und auch was sie am Ziel ihrer Reise finden, verheißt nichts Gutes für die Hautstadt Ladylake und das gesamte Königreich Hyland. Als einzige Überlebende eines grauenhaften, dunklen Tornados sucht Alisha Zuflucht in den Ruinen der Stadt des Himmels und wird dort (wie in der OVA bereits gesehen) von Sorey und Mikleo gefunden und in das Dorf Izuchi gebracht. Die Episoden 1 und 2 folgen der Handlung der OVA detailgenau und enthält deshalb keine neuen Informationen. Erst mit Beginn von Episode 3 reisen Sorey und Mikleo Alisha hinterher, da sie sie als Ziel des angreifenden Hellions vermuten und kommen so in die eindrucksvolle Stadt Ladylake, die mitten in der Ausführung eines Festes ist. Auf diesem wird die Schwertprobe zur Findung eines Hirten veranstaltet, in welche auch Sorey und Mikleo verwickelt werden. Welche Konflikte innerhalb des Königreichs herrschen und ob es zur Geburt eines neuen Hirten kommen wird, könnt ihr selbst ab sofort auf Blu-ray und DVD herausfinden.

Inhalte und Verknüpfungen

Die Extras auf der ersten Disc umfassen den Opening- und Endingsong ohne Credits, sechs Trailer aus dem aktuellen Programm von KSM Anime sowie eine Bildergalerie in Form einer Diashow mit traumhaften Screenshots. Die erste Disc der Gesamtbox enthält einen Prolog plus drei weitere Episoden. Der Anime startet durch den Prolog zunächst ohne das ikonische Opening von Flow und endet auch nur durch ein improvisiertes Ending mit Unheil verkündender Musik plus dem Opening im Anschluss, was etwas seltsam anmutet. Dadurch, dass die Verwendung des Openings im Titelmenü etwas überstrapaziert wird, kann man dies jedoch durchaus auch als etwas Positives sehen. Im Verlauf der Handlung gibt es einen Zeitsprung, mit welchem zunächst nur Zuschauer etwas anfangen können, die auch den Vorgänger „Tales of Berseria“ gespielt haben. In Episode 5 und 6 sehen wir plötzlich Velvet Crowe als Hauptcharakter, wie sie zu den Anfängen der Story des Spiels aus dem Gefängnis der Insel Titania ausbricht. Der Hintergrund ist, dass Tales of Zestiria und Berseria im selben Universum spielen, wobei sich die Geschichte um Velvet 1000 Jahre vor der Handlung des Anime abgespielt hat. Zu dieser Zeit konnten Menschen die Seraphim noch sehen und nannten sie „Malaks“. Da auch die Hellions hier mit „Dämonen“ eine unterschiedliche Bezeichnung erhalten, kann es beim ersten Schauen ziemlich verwirrend sein. Wie die beiden Universen am Ende zusammengeführt werden, kann man am Ende der ersten Staffel noch nicht abschätzen. Insgesamt befinden sich in der Gesamtbox 12 Folgen zu je ca. 23 Minuten.

Abzüge bei Story & Charakterentwicklung

Entgegen der Hoffnung nach dem Schauen der OVA hat sich leider herausgestellt, dass der Anime sich sehr vieler Stereotypen bedient. „Junge lebt in magischer Welt und wird zum Auserwählten, der das Böse bekämpfen soll“, ist leider kein sehr revolutionäres Konzept und hat auch mich nicht wirklich packen können. Auch ist die Charakterentwicklung quasi gar nicht vorhanden, wodurch die Serie leider sehr langweilig wirkt. Mein anfängliches Lob für Soreys Optimismus verwandelte sich schnell zur Ansicht, dass er sich nicht von anderen „Genki-Boys” (übermotivierte Hauptcharaktere eines Animes) abheben kann. Sidekick Mikleo ist leider anscheinend auch nur dazu da, um Sorey nächste Handlungsschritte vorzugeben und seine Liebe für Ruinen kundzutun. Besonders schade finde ich, dass Prinzessin Alisha so schlecht charakterisiert wird. Etwas anderes, als dass sie friedliebend, abergläubisch und besorgt ist, erfahren wir leider nicht in der gesamten ersten Staffel. Auch hat die Einführung des Charakters Layla hat bisher noch zu keiner Verbesserung dieses Zustandes beigetragen. Man bekommt das Gefühl, dass die Figuren nicht imstande sind, jegliche Gefühle auszudrücken und dass sie selbst die Stereotypen, die sie darstellen sollen, nur unzureichend verkörpern. Dementsprechend schwer fällt es dem Zuschauer, mit den Charakteren und den weiteren Bewohnern der Welt zu sympathisieren. Eine kleine Ausnahme dabei bildet allerdings Velvet Crowe, da sie auch in ihrer kurzen Sendezeit als sehr kühler, weiblicher Charakter einen starken Kontrast zu Alisha und Sorey bildet. Ihre Darstellung als zornerfüllte, kämpfende Rächerin zeigt, wie Schicksalsschläge eine Veränderung hervorrufen können und macht deshalb neugierig auf mehr Hintergründe. Es bleibt für die zweite Staffel zu hoffen, dass in der Haupt-Story-Linie noch eine maßgebliche Charakterentwicklung von Sorey und Co. vollzogen wird.

Liebevolle Ausgestaltung in Bild und Ton

Der Anime und auch seine deutsche Lokalisierung besitzen aber auch eine ganze Menge positiv hervorzuhebender Punkte. Das Opening ist beispielsweise auf Deutsch untertitelt und die Animation zeigt alle relevanten Charaktere mit ihren Kampftechniken. Besonders witzig ist die Gestaltung der Vorschau zur nächsten Episode, weil sie aussieht wie eine typische Zwischensequenz der Tales-Spiele. Die Dialogfelder wurden in dieser Vorschau zwar nicht auf Deutsch übersetzt, wurden aber synchronisiert. Das Synchronstudio und die Sprecher sind aus der OVA übernommen worden. Über die sehr gelungene Lokalisation habe ich bereits in meiner vorangegangenen Review gesprochen. Die Musik des Anime finde ich generell überdurchschnittlich gut. Vielen actionreichen und auch düsteren Szenen liegen anmutige Chorgesänge zugrunde, die für mich das Fantasy-Setting noch besser tragen. Das Opening von Flow besitzt durch die gewählte Instrumentierung mit traditionellen Instrumenten ebenfalls großen Charme und auch das erste Ending „Calling“ von fhana, das mit Zeichnungen unterlegt ist, ist gesanglich und thematisch top. Als positiv empfand ich auch, dass am Ende von Episode 5, passend zum Zeitsprung im Anime, ein neues Ending erklungen ist. Somit gibt die musikalische Untermalung in meinen Ohren doch noch etwas von den Emotionen zurück, die bei der Charakterbildung verloren gegangen sind.

Eyecandy von Studio ufo-table

Der größte Pluspunkt der Serie ist mit Abstand die fabelhafte Animation von Studio ufotable, deren CGI nicht mehr viel zu wünschen übrig lässt. Die im Anime gezeigten Drachen, Naturerscheinungen (Wolken, Flussläufe, etc.) und Hintergründe lassen den Zuschauer staunen und manchmal stark darüber grübeln, ob es sich nicht doch um ein echtes Feuer auf dem Bildschirm handelt. Die Produktion hält durchgängig ihr von Anfang an gesetztes, hohes Level und enttäuscht auch nicht in der Anwendung von 3D-Techniken, sei es in einer Kampfchoreografie oder dem Charakterdesign.

Für Fans trotzdem ein Muss

Wie bereits in der OVA führte auch in der Anime-Umsetzung Haruo Sotozaki Regie. Dies lässt sich auch an dem gemischten -mal schnellem, mal langsamen- Pacing erkennen, welches aber alles in allem sehr gut zu dem Anime passt. Für Fans ist diese langerwartete Anime-Umsetzung sicherlich ein Muss, wobei sich auch darüber streiten ließe, ob „Tales of Berseria“ nicht in einer Individual-Adaption besser hätte glänzen können. Für Fantasy-Freunde und „Tales of“- Liebhaber ein Grund zur Freude, für alle anderen aber eher ein gemäßigtes Anime-Erlebnis. Sollten euch Serien wie beispielsweise „Re:Zero“ gefallen haben, könnte jedoch auch „Tales of Zestiria the X“ etwas für Euch sein!

Bewertung: 5/10 Punkten

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About Tsu

Tsu ist studierte Japanologin und in Kassels soziokulturellem Geschehen tätig. Als ehemaliger Convention-Showact und Radiomoderatorin bei Kibo.FM juckt ihr manchmal immer noch der kreative, schreibwütige Finger, weswegen man seit Oktober 2016 die eine oder andere Review von ihr bei Jimoku findet. Tsus Lieblingsanime sind „Fullmetal Alchemist Brotherhood“ und „Chikyuu Shoujo Arjuna".
Tsu

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