Tales of Zestiria – Dawn of the Shepherd – OVA

Tales of Zestiria – Dawn of the Shepherd – OVA

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© 2015, MUTSUMI INOMATA, KOSUKE FUJISHIMA, BANDAI NAMCO Entertainment Inc.

Daten:

  • Regisseur: Haruo Sotozaki
  • Sprache: Japanisch (DTS-HD Master Audio 5.1), Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: KSM Anime
  • Erscheinungstermin: 17. Mai 2018
  • Produktionsjahr: 2015
  • Spieldauer: 44 Minuten
  • Preis: 29,99€

Tales of Zestiria – Dawn of the Shepherd – OVA

Die Tales-of-Videospielreihe erblickte im Jahr 1995 mit der Entwicklung von „Tales of Phantasia” für den Super Nintendo das Licht der Welt. Mittlerweile umspannt das Franchise ganze 16 Spiele, mehrere Spin-Offs und weitere Medien wie Manga, Audio Dramas und natürlich auch Animeserien.

Nachdem KSM-Anime im April dieses Jahres bereits die Serie „Tales of Zestiria the X“ herausbrachte, versorgt der Publisher die Fans auch noch mit der thematisch vorangehenden OVA namens „Tales of Zestiria – Dawn of the Shepherd“. Ab dem 17. Mai 2018 wird diese auf DVD und Blu-Ray erhältlich sein. Wir haben für Euch einmal reingeschaut und präsentieren Euch dazu die folgende Review.

Die Vorgeschichte von Sorey

„Tales of Zestiria – Dawn of the Shepherd“ ist eine Serie des Studios ufotable, Inc.  (bekannt durch die neuen Serien aus dem Fate Universum) und ein Animespecial zum gleichnamigen Spiel von Bandai Namco. Man könnte sagen, bei der OVA handelt es sich um einen Prolog zur ersten Folge des sich anschließenden Anime. Im Fokus steht der Menschenjunge Sorey, der bei den sogenannten Seraphim aufgewachsen ist. Diese sind spirituelle Wesen, welche für Menschen in der Regel unsichtbar sind. Aus unbekannten Gründen nahmen die Seraphim Sorey bei sich auf, sodass er trotz des Rassenunterschiedes in der Lage ist, die Leute in seinem Dorf zu sehen. Als er eines Tages an der Felsklippe am Mabinogio herumklettert, um eine Ruine zu begutachten, findet er ein uraltes Bildnis, welches in die Steinwand gehauen wurde. Darauf abgebildet ist ein sogenannter „Hirte“ aus den alten Legenden. Laut den Überlieferungen erschienen die Hirten etliche Male auf der Welt, um ihr das Licht zurückzubringen und sie vor der Finsternis zu bewahren. Die Menschen erhofften sich in früherer Zeit Rettung durch diese besonderen Helden. Doch jedes Mal, wenn die Friedenszeit anbrach, verschwanden die Hirten spurlos. In der gegenwärtigen Zeit sind sie sogar fast vollständig in Vergessenheit geraten, sodass Sorey sie ebenfalls nur aus einem alten Buch kennt.

Als ein seltsamer Sturm über die Felswand hereinbricht und Sorey sich mit seinem Seraphim Freund Mikleo flüchten will, fallen sie in ein tiefes Loch, wo sie von einem spinnenartigen Wesen angriffen werden. Nachdem die Beiden sich durch einen Sturz auf das darunter liegende Steinplateau retten konnten, entdecken sie ein ohnmächtiges Menschenmädchen. Obwohl es ihnen nach dem Erwachen die eigene Vorstellung versagt, möchte Sorey es in sein Dorf bringen, damit es sich ausruhen kann. Der pflichtbewusste und menschenhassende Mikleo rät davon ab, kann sich jedoch nicht durchsetzen, was auch daran liegt, dass das Mädchen ihn nicht sehen kann.

Im späteren Verlauf stellt sich heraus, dass das Mädchen namens Alisha Diphda die kompletten Dorfbewohner nicht sehen oder wahrnehmen kann. Dennoch bietet Sorey ihr Schutz und erfährt von der Besucherin aus der Hauptstadt des Königreiches Hyland von seltsamen Krankheiten und Monstern, die die Menschen dort heimsuchen. Doch auch im Dorf der Seraphime wird der Frieden bald gestört. Wenn ihr Wissen wollt, welche unheimliche Kreatur sich Sorey, Alisha und Mikleo in den Weg stellt und ob sie sich zu einer gemeinsamen Reise entschließen können, solltet ihr unbedingt die OVA sehen!

Gemütliches Pacing, gelassener Hauptcharakter

Für den sehr kurzen zeitlichen Rahmen, den die OVA zur Verfügung hat, bekommen wir einen guten Einstieg in die Welt. Zwar passiert storytechnisch nicht außerordentlich viel, jedoch gibt es einen zentralen Konflikt, welcher sogar physisch in Form eines Kampfes ausgetragen wird und der einen Hinweis auf eine Problematik in der fernen Zukunft der Protagonisten gibt. Hätte ich die OVA als eine Einzelepisode betrachtet, hätte sie mir sicherlich nicht so gut gefallen. Im Kontext dessen, dass sie ursprünglich als Werbung für das RPG gedacht war jedoch finde ich das Pacing und den Inhalt ansprechend.

Obwohl der Hauptcharakter Sorey dem Stereotypen des stets positiv-denkenden Anime-Helden in nichts nachsteht, wirkt seine Art dennoch erfrischend. Angesichts der Rassismus-Thematik, die sich in dieser OVA in Form des Misstrauens der Seraphime gegenüber den Menschen äußert, bewahrt Sorey seine ruhige, gelassene Haltung. Es sei jedoch auch für die Charakterentwicklung angemerkt, dass die Kürze der OVA hier viel einschränkt.

Beeindruckende Farben und Animation

Schon zu Beginn der 44-minütigen OVA bekommt der Zuschauer die volle Schönheit der Animationen zu Gesicht: Der gezeigte Himmel mit seinen Wolken sieht durch die Vermischung von Zeichnung und 3D-Technik beinahe wie gefilmt aus! Großer Detailreichtum herrscht auch, wenn die Kamera zu den Felswänden mit der daran befindlichen Ruine schwenkt. Die Qualität der OVA ist für eine Game-Adaption überraschend hoch. Die Charaktere und Hintergründe sind sehr ansprechend gezeichnet, wobei endlose Landschaften und architektonische Meisterwerke wie Schlösser gleichermaßen überzeugen können. Die letzte, sehr farbenfrohe Szene nach den Credits macht besonders Lust auf mehr, wenn sich der Himmel über weitem Land erstreckt und alles in den Charakteren nach Aufbruch schreit.

Auch etwas fürs Ohr

Die Musik zur OVA ist ihrem Game-Vorbild beinahe schon ähnlich und unterstreicht alle Settings durchweg sehr gut. Gerade in den Kampfszenen fühlt man sich an die Musik während des Spielens erinnert. Doch auch in den ruhigeren Momenten kann die Hintergrundmusik mit gemäßigten, orchestralen Klängen punkten und lädt den Zuschauer zum Entspannen ein.

Geglückte Lokalisierung

Mir haben die deutschen Stimmen in dieser OVA sehr gut gefallen, was eher eine Seltenheit ist. Besonders Hauptcharakter Sorey und sein Freund Mikleo, welche von Felix Mayer und Meri Dogan gesprochen werden, überzeugten mich durch passende Klangfarbe und den Charakteren entsprechende Ausdrucksweisen. An Lydia Morgenstern in der Rolle der Alisha Diphda musste ich mich durch die eher tiefere Frauenstimme erst gewöhnen, obwohl diese angesichts des ähnlich klingenden japanischen Originals auch sehr gut gewählt ist. Dem großen Unterschied zwischen Japanischer und Deutscher Gesprächskultur war in der Szene des Kennenlernens von Sorey und Alisha geschuldet, dass diese übertrieben höflich und vom Dialogtext her langsam und künstlich wirkte. Dies stellt jedoch allgemein eine große Herausforderung bei jeder Anime-Übersetzung dar.

Der perfekte Einstieg

Die OVA „Tales of Zestiria – Dawn of the Shepherd“ beruht auf den Spielen „Tales of Zestiria“ und „Tales of Berseria“ und gibt einen passenden Einstieg in die Games. Regie führte Haruo Sotozaki, der auch für die Anime-Version von Tales of Symphonia verantwortlich war (ebenfalls erschienen bei KSM Anime). Für Fans der Tales of- Reihe ist diese Episode also ein absolutes Muss! Aber auch wenn ihr generell Fantasy- & Abenteuer-Anime liebt, könnte diese OVA euch begeistern. Die auf der DVD und Blu-Ray ebenfalls befindliche Bildergalerie, welche in Form einer Dia-Show abgespielt werden kann, zeigt die wunderschönen Screenshots der Welt und ihrer Helden und macht gleichermaßen Lust auf den Anime und das Spiel! Von mir also eine ganz klare Kaufempfehlung!

Bewertung: 6/10 Punkten

About Tsu

Tsu ist studierte Japanologin und in Kassels soziokulturellem Geschehen tätig. Als ehemaliger Convention-Showact und Radiomoderatorin bei Kibo.FM juckt ihr manchmal immer noch der kreative, schreibwütige Finger, weswegen man seit Oktober 2016 die eine oder andere Review von ihr bei Jimoku findet. Tsus Lieblingsanime sind „Fullmetal Alchemist Brotherhood“ und „Chikyuu Shoujo Arjuna".
Tsu

Kommentare (1)

  1. […] einen Seraphim, und Alisha, die Prinzessin des Königreichs Hyland. Nach der Review zur OVA „Tales of Zestiria – Dawn of the Shepherd“ haben wir uns nun die komplette erste Staffel, die in einer Gesamtbox auf Blu-ray und DVD […]

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