Star Blazers 2199 – Space Battleship Yamato Volume 1

Star Blazers 2199 – Space Battleship Yamato Volume 1

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© 2012 S.NISHIZAKI/VOYAGER ENTERTAINMENT/STAR BLAZERS 2199 Production Committee.

Daten:

  • Regisseur: Yutaka Izubuchi
  • Sprache: Japanisch (DTS-HD Master Audio 2.0), Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: KSM Anime
  • Erscheinungstermin: 15. März 2018
  • Produktionsjahr: 2012
  • Spieldauer: 148 Minuten
  • Preis: 44,99€ (Blu-ray), 38,99€ (DVD)

Star Blazers 2199 – Space Battleship Yamato Volume 1

Als ich gehört habe, dass KSM-Anime mit „Star Blazers 2199 – Space Battleship Yamato“ ein großes Weltraum-Epos in Deutschland veröffentlichen wird, war ich zuerst sehr skeptisch. Denn abgesehen von den „Star Wars“-Filmen konnte ich mich mit dem Genre bisher nicht unbedingt anfreunden. Trotzdem wurde ich neugierig, da die Original-Vorlage „Battleship Yamato“ häufig als „Star Wars Japans“ beworben wird. Mein Interesse wurde zusätzlich durch die vielen sehr positiven Bewertungen der Serie auf unterschiedlichen Anime-Portalen verstärkt. Im Folgenden werde ich euch darlegen, warum es sich auf jeden Fall lohnt in die Serie reinzuschauen, auch wenn ihr bisher meine Skepsis teiltet.

Das Ende der Menschheit?

Im Jahr 1974 erschien in Japan die Anime-Serie „Space Battleship Yamato“. In 2012 – fast 30 Jahre später – erschien das Remakes der Studios AIC (Episoden 1 – 10) und Xebec (Episoden 11 – 26) zuerst im japanischen Kino und später im japanischen Fernsehen. Die Geschichte der Serie spielt in der fernen Zukunft. Im Jahr 2191 geschieht das, worüber viele Menschen in unserer Zeit nur spekulieren können: Aliens (namens Gamilas) nahmen Kontakt mit der Erde auf. Leider finden die Menschen schnell heraus, dass diese so gar nichts mit dem freundlichen Hollywood-Vorbild E.T. gemeinsam haben.

Sie sind nicht an einem friedlichen Miteinander interessiert und wollen die Erde komplett zerstören. Dabei töten sie nicht nur viele Menschen, sondern machen den kompletten Planeten unbewohnbar. Sie werfen Bomben ab, die Giftgase ausströmen und die Atmosphäre zerstören. Zusätzlich wurden giftige Pflanzen auf der Erde ausgesät, die jegliche Lebewesen auf der Erde töten können. Hierdurch ist es auch den Menschen nicht mehr möglich, auf der Oberfläche zu leben. Sie sammeln sich in Städten unter der Erde, wollen aber in Zukunft die Erde verlassen, um auf einem anderen Planeten ein neues Leben anzufangen.

Eines Tages taucht eine mysteriöse Frau auf. Sie behauptet, dass sie vom Planeten „Iscandar“ kommt und dass auf diesem ein Gerät existiert, welches die Erde retten kann. Nach einigem Zögern sehen die Menschen nun in dieser Geschichte eine letzte Chance, ihren Planeten zu retten und sich an den Gamilas zu rächen. Kapitän Juzo Okita beginnt also mit seiner zusammengewürfelten Crew und dem neuen Kampfschiff „Yamato“ eine Reise ins Ungewisse. Ist dies wirklich die letzte Chance der Menschheit?

Eine klassische Geschichte

Die Grundgeschichte von „Star Blazers 2199 – Space Battleship Yamato“ kann niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Der Kampf von Menschen gegen übermächtige Außerirdische wurde schon in mehreren Anime, aber besonders in Realfilmen thematisiert. Die Thematik der Serie ist weder revolutionär noch besonders komplex und kann deshalb auch von Neulingen im Weltraum-Genre verstanden werden. Dies ist ein großes Plus, besonders im Vergleich mit anderen großen Space-Dramen, bei denen man gefühlt erst einmal drei Bücher lesen muss um die Handlung der ersten Episode zu verstehen.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist, dass „Star Blazers 2199 – Space Battleship Yamato“ eine waschechte Abenteuergeschichte ist. Es war schon immer unglaublich spannend in Gefilde vorzudringen, von denen man nicht weiß, was einen dort erwartet. Der Anime-Überraschungserfolg „Made in Abyss“ zeigte eindrucksvoll, wie stark die Macht des Unbekannten ist und auf eine ähnliche Stärke kann sich auch Yamato berufen. Man kennt zwar den Feind, weiß über ihn aber erschreckend wenig und kann deshalb auch nicht einschätzen, welche Gefahren an der nächsten Ecke lauern.

Glücklicherweise verstecken sich in den einzelnen Episoden der ersten Volume – neben der eher simplen Grundgeschichte – auch tiefgründige Fragen: „Wie viele Opfer sind in Ordnung, um die Menschheit zu retten?“ ist beispielsweise eine Frage, die in mehreren Szenen der ersten Episoden aufgeworfen wird.

Allein gegen die Übermacht

Mann kann relativ schnell Sympathien zur Crew der Yamato aufbauen. Der Grund hierfür ist einfach: Sie stellt sich allein einer fast unbezwingbaren Übermacht. Die Außerirdischen haben die stärkeren Waffen und auch die größere Menge an Soldaten. Unter normalen Umständen sollte es deshalb nur eine Frage der Zeit sein, bis die Erde komplett eingenommen ist. Diese Art von „Underdog-Story“ erinnert stark an „Star Wars“ – auch hier müssen einige wenige Rebellen gegen eine Übermacht antreten. Der „Underdog-Effekt“ baut direkt Sympathien beim Zuschauer auf und hat mich dazu gebracht, die eher simple Geschichte noch gespannter zu verfolgen.

Spätestens die Episoden 5 und 6 zeigen, dass es wirklich möglich ist, die Gamilas zu schlagen. Dafür ist es nötig Taktiken zu nutzen, die diese überraschen. Im Nahkampf hätten die Menschen eher keine Chance. Die bisher gesehenen Taktiken sind zwar nicht mit denen eines Yagami Light aus „Death Note“ zu vergleichen, lassen aber darauf hoffen, dass im Verlauf der Serie weiter spannende taktische Kämpfe ausgefochten werden.

Wenig Zeit für Charaktere

Man merkt dem Anime das Alter der Original-Vorlage auf jeden Fall an. Verglichen mit heutigen stereotypen Charakteren wirken die Figuren von „Star Blazers 2199 – Space Battleship Yamato“ auf den ersten Blick sehr langweilig. Das Design der Menschen erinnert an andere Weltraum- oder Mecha-Anime aus den 70er-Jahren, was dazu führt, dass ich diese nicht so gut auseinanderhalten konnte und häufig mit Charakteren anderer Serien verwechselt habe. Dies hat sich im Laufe der ersten Volume glücklicherweise etwas gebessert, da – insbesondere ab Folge 4 – die Interaktionen zwischen den Crewmitgliedern in den Vordergrund rücken.

Die Charakterisierungen der Figuren sind bisher noch relativ simpel. Dies muss aber nicht unbedingt negativ sein, da es dazu führt, dass die Beziehungen der einzelnen Figuren untereinander sowie deren Entwicklung durch die Reise stärker beleuchtet werden können. Es konnte bisher noch nicht so stark geschehen, wie ich es mir gewünscht hätte. Da Abenteuerserien aber größtenteils davon leben, dass die Protagonisten mit den Aufgaben wachsen, erwarte ich hier besonders in der zweiten Hälfte der Serie noch mehr.

Die Gamilas wirken soweit sehr interessant, auch wenn man von ihnen noch nicht viel gesehen hat. Das Design erinnert stark an menschliche Gestalten, was dazu führt, dass man nicht das Gefühl hat, dass sie nur eine Art „Monster“ sind. Es scheint so, als ob sie mehr als „das pure Böse“ sind. Auch hier hoffe ich auf mehr Hintergründe in den nächsten Episoden.

CGI und handgezeichnete Animationen gehen Hand in Hand

Es ist immer schwierig den Stil einer sehr alten Serie in unsere heutige Zeit zu übertragen. Das Studio „AIC“ hat aber einen guten Kompromiss gefunden. Die eher ruhigen Szenen sind durch Zeichnungen animiert. Diese wirken auf den ersten Blick leicht steril und langweilig – im Vergleich mit den Werken von Studios wie „Bones“ oder „Madhouse“ – spiegeln sie die Atmosphäre der Serie aber sehr gut wieder. Zusätzlich sind sie, wenn man genau hinschaut, weitaus detaillierter als man zu Beginn annimmt. Beispiele hierfür sind die Emotionen, die man den Charakteren in den einzelnen Szenen auch ohne viel Dialog sehr gut ansehen kann. Die Weltraumschlachten hingegen sind computeranimiert. Diese Kämpfe gehören zu den besten CGI-Szenen, die ich bisher in Anime gesehen habe. Insbesondere das Schiff – die Yamato selbst– sieht atemberaubend aus.

Noch überzeugter bin ich aber von dem Soundtrack. Durch das Arrangement (unter Einsatz vieler Trompeten) merkt man ihm an, dass es eine Hommage an den Soundtrack der Original-Serie aus den 70er-Jahren ist. Dies unterstützt die gesamte Retro-Atmosphäre des Anime enorm und macht insbesondere die Action-Szenen wirklich unterhaltsam. Besonders gut hat mir auch das Opening gefallen, das ein Cover des Original-Openings der 70er-Jahre ist.

Sehr positiv überrascht war ich von der deutschen Synchronisation. Es wurden größtenteils eher erfahrene Sprecher engagiert. Das war für diesen Anime besonders relevant, da die wichtigsten Charaktere eher älter sind und zu hohe Stimmen von den doch sehr ersten Episoden eher abgelenkt hätten. Besonders Bernd Kuschmann als Kapitän Okita kann zeigen, welch herausragende Fähigkeiten er besitzt. Nachdem er Ryuk in „Death Note“ schon so stark verkörpert hat, zeigt er hier abermals, warum ich seine Stimme gerne öfter in Anime-Hauptrollen hören würde.

Gebt dem Weltraum eine Chance!

Wie ich zu Beginn bereits schrieb, war ich sehr skeptisch, bevor ich „Star Blazers 2199 Space Battleship Yamato“ in meine Playstation eingelegt habe. Der Zeichenstil hat mich nicht unbedingt angesprochen und Weltraum-Anime konnten mich bisher noch gar nicht überzeugen. Die ersten sechs Episoden haben mir aber glücklicherweise gezeigt, dass ich mich geirrt habe.

Ihr dürft hier keine besonders kreative Geschichte oder (bisher) interessanten Charaktere erwarten, die Umsetzung der ersten Episoden hat mir aber so gut gefallen, dass ich mich auf die nächsten Episoden wirklich freue. Fans von „Star Wars“ und „Star Trek“ sollten der Serie unbedingt eine Chance geben – auch weil eigentlich jeder Animefan sich mit dem Franchise „Yamato“ einmal beschäftigen sollte.

Meine Bewertung: 7/10 Punkte

About Shin

Shin hat im Jahr 2016 sein Masterstudium in Soziologie abgeschlossen und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Anime mag Shin schon seit sehr vielen Jahren. Spätestens seit dem Besuch seiner ersten Convention - der Connichi 2003 - ist er fasziniert von der Welt der Anime. Seit August 2016 ist Shin festes Mitglied von Jimoku und kümmert sich zum größten Teil um das Schreiben von Reviews. Sein Lieblingsanime ist "Space Brothers".
Shin

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