Ace of Diamond Season 1

Ace of Diamond Season 1

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© 2013 Yuji Terashima · Kodansha / „Diamond no Ace“ Produktionskomitee · TV Tokyo

Daten:

  • Regisseur: Mitsuyuki Masuhara
  • Sprache: Japanisch
  • Untertitel: Deutsch
  • Streaming-Plattform: Crunchyroll
  • Produktionsjahr: 2013
  • Episoden: 75

Ace of Diamond Season 1

Vor zwei Wochen habe ich euch „Eyeshield 21“ vorgestellt. Auch diese Review handelt wieder von einem etwas älteren Sportanime. „Ace of Diamond“ ist der erste Baseball-Anime, der in Deutschland erschienen ist. In Japan hingegen ist Baseball eine der beliebtesten Sportarten, weshalb dort bereits viele Sportanime zur Thematik erschienen sind und auch erfolgreich waren. Als ich im Jahr 2016 in Japan war, konnte ich dies sehr deutlich spüren: Es gab kaum einen Anime, von dem mehr Merchandise verkauft wurde als Ace of Diamond! In Deutschland hatte die Serie aber – sicherlich auch, weil Baseball nicht besonders beliebt ist – keinen besonders großen Erfolg. Warum man diesen Anime, der auf Crunchyroll verfügbar ist aber unbedingt einmal anschauen sollte, zeige ich euch in der folgenden Review auf.

Großes Maul aber nichts dahinter?

Eijun Sawamura ist Pitcher einer kleinen Schulmannschaft. Gemeinsam mit seinen Schulkameraden kann er zwar keine Meisterschaften gewinnen, hat aber dennoch viel Spaß. Alles ändert sich, als eines Tages ein Scout der berühmten Seidou Hochschule auf ihn aufmerksam wird. Nun muss er sich entscheiden: Soll er gemeinsam mit seinen Freunden weiterleben und aus Spaß Baseball spielen, oder soll er versuchen, sich bei einem der stärksten Teams des Landes durchzusetzen und somit eine Chance zu haben Profi zu werden?

Obwohl er hadert, ist die Entscheidung relativ klar: So etwas Großes sollte sich niemand entgehen lassen. Relativ schnell merkt Sawamura aber, dass er seine Sicht auf Baseball ändern muss. In seinem Heimatteam war er der Star und wichtigste Spieler, in Seidou hingegen ist er nur einer von vielen. Sein Ziel, das „Ass“ des Teams zu werden, ist weitaus ferner als er es sich vorgestellt hat. Ein Grund hierfür ist auch das Jahrhunderttalent Satorou Furuya. Auch dieser ist gerade erst zur Schule gewechselt, im Gegensatz zu Sawamura ist er aber spielerisch schon viel weiter. Seine Fastballs sind viel schneller und auch seine Kontrolle ist weitaus besser. Das führt dazu, dass Sawamura zu Beginn keine Chance auf einen Startplatz im Team hat. Ob Sawamura irgendwann Furuya das Wasser reichen kann und welche anderen Spieler dabei eine große Rolle spielen, könnt ihr herausfinden, wenn ihr euch den Anime selbst anschaut.

Passiert da auch mal was?

Wie fast alle Sportanime erzählt „Ace of Diamond“ eine relativ simple Geschichte, die dazu genutzt wird, viele Spiele zeigen zu können. Wie so häufig ist das Ziel klar: Der Sieg bei der nationalen Meisterschaft. Das sollte man der Serie aber nicht unbedingt negativ anrechnen. Das Sportanime auch neue Ideen gut umsetzen können haben mehrere Beispiele (wie z.B. „Yuri!! on Ice“) gezeigt, den größten Erfolg erringen dann aber doch meistens die eher simpel gehaltenen Serien. „Haikyuu!“ und „Kuroko no Basuke“ können das als wohl erfolgreichste Sportanime der letzten Jahre beweisen.

Zusätzlich ist die eher simple Geschichte für deutsche Fans besonders hilfreich. Das hat mir dabei geholfen, die Regeln des Baseballs nach und nach zu verstehen. Es werden zwar keine langen Einführungen gegeben, durch die Konzentration auf den Sport lernt man aber schrittweise wie das Spiel funktioniert.

Wichtig ist deshalb auch die Umsetzung der eher simplen Geschichte. Hier zeigt „Ace of Diamond“ zu Beginn einige Schwächen. Häufig beginnen Sport-Serien etwas langsam, da sie die vielen unterschiedlichen Charaktere erst einmal einführen müssen. Meistens sieht man in den ersten drei bis vier Episoden im Endeffekt trotzdem ein wichtiges Spiel, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Durch das Spiel werden die Charaktere eingeführt und zeitgleich ein wenig Action geboten. Hier ist dies jedoch leider nicht der Fall. In den ersten 20 Episoden passiert kaum etwas. Man sieht kleine Freundschaftsspiele, größtenteils werden aber Trainingssequenzen gezeigt. Neulinge im Sport-Genre können hiervon sicherlich schnell abgeschreckt werden.

Sawamura, hör auf zu nerven!

Besonders zu Beginn fokussiert sich die Geschichte relativ eindeutig auf den Hauptcharakter Sawamura. Das führt dazu, dass die Sympathie zu diesem Charakter einen großen Einfluss auf das Vergnügen mit der Serie hat. Er ist ein fröhlicher, überambitionierter Spieler, der häufig etwas arrogant wirkt. Glücklicherweise schafft es die Serie schon zu Anfang zu zeigen, dass er gleichzeitig aber ein sehr harter Arbeiter und somit kein einfaches Großmaul ist. Er sieht ein, dass er schlechter als Furuya ist, möchte aber alles tun, um dies zu verändern. Dieses typische Thema von „Talent gegen harte Arbeit“ ist immer spannend, da sicherlich fast jede Person schon einmal in einer ähnlichen Situation war. Es ist sehr befriedigend einen „Underdog“ zu beobachten und zu sehen wie er immer besser wird.

Ein besonderes Augenmerkt legt die Serie – speziell zu Beginn – auf die zwischenmenschlichen Beziehungen von Sawamura. Neben Furuya sind drei weitere Personen maßgeblich an seiner Entwicklung beteiligt: Der Catcher Miyuki, der Trainer Kataoka sowie der Ersatzcatcher Chris.

Die Beziehung von Catcher und Pitcher wird von vielen Laien häufig unterschätzt. Wirkt Baseball häufig wie ein einfaches Duell Eins gegen Eins (Pitcher gegen Batter), sieht man beim genaueren Hinsehen, wie wichtig der Catcher für den Ausgang der Spiele ist. Er zeigt den Pitchern nicht nur, welche Würfe er gerade machen muss, vielmehr ist er neben seiner Rolle auf dem Feld auch die emotionale Stütze des Pitchers, weil man jeden Tag zusammen trainieren muss.

Da Sawamura nicht das Ass des Teams ist, muss er mit dem zweiten Catcher Chris trainieren. Durch ihre komplett unterschiedlichen Charaktereigenschaften (Chris ist eher ruhig und ernsthaft), verstehen sie sich zu Beginn nicht besoners gut.. Als Sawamura aber mitbekommt, dass Chris nur kein Stammspieler ist, weil er eine schlimme Verletzung erlitten hat und sieht wie viel Arbeit er in seine Rehabilitation steckt, merkt Sawamura, dass Chris ihm doch etwas beibringen kann. Nach und nach entsteht dadurch eine starke Trainer ↔ Schüler Beziehung zwischen den Beiden, die sogar stärker ist als die zwischen Sawamura und Kataoka. Im Verlauf der Serie helfen die Beiden sich gegenseitig bei unterschiedlichen Problemen und schaffen es, eine wirklich gute Freundschaft aufzubauen.

Die Manager oder Ersatzspieler spielen in Sportanime häufig eine eher untergeordnete Rolle, in „Ace of Diamond“ hingegen ist mit Chris einer dieser Figuren der wohl wichtigste Einfluss auf den Hauptcharakter. Das ist eine erfreuliche Abwechslung.

Wechselnder Fokus

Auch wenn Sawamura sich im Laufe der Geschichte in vielen Dingen weiterentwickelt, bleibt er auch in den späteren Folgen ein nerviger, arroganter, kleiner Junge. Man könnte meinen, dass man den Anime lieber meiden sollte, wenn man ihn nicht mag, da die ersten etwa 20 Episoden den Anschein geben, dass die anderen Mitspieler (abgesehen von wenigen Ausnahmen) eher unwichtige Nebenrollen spielen. Die wenigen wichtigen Nebenfiguren scheinen auch nur dazu da zu sein, Sawamura bei seiner Entwicklung zu helfen. Ich war von diesem Fokus zu Beginn etwas genervt.

In der Mitte der Serie ändert sich dies jedoch schlagartig. Sawamura ist zwar immer noch die Hauptfigur, man lernt aber auch viel mehr über die anderen Mitspieler. Furuya und Haruichi – die zwei Neulinge im Team – erhalten eigene Episoden und der Catcher Miyuki erhält auch eigene Storylines. Gegen Ende der Episoden kann man als Zuschauer alle Mitspieler der Seidou-Oberschule klar charakterisieren, was dazu führt, dass man sich als Zuschauer nicht langweilt, auch wenn Sawamura nur auf der Bank sitzt, weil man auch mit den anderen Figuren mitfiebert.

Generell sieht man im zweiten Teil der ersten Staffel viel mehr Baseball-Spiele als zu Beginn. Im Gegensatz zu Gesprächen oder Aktivitäten abseits des Sports werden hier die Spiele genutzt, um die Charaktere vor Probleme zu stellen. Ähnlich wie bei den Kämpfen von „My Hero Academia“ geht es bei den Spielen hier also nicht nur um das Gewinnen, vielmehr steht – jedenfalls bei den Spielen der späteren Episoden – immer auch eine Handlung und somit meistens ein Konflikt dahinter.

Generell entwickelt sich die Serie sehr positiv weiter. Zu Beginn wirken die gegnerischen Mannschaften sehr generisch, weshalb man sich an die Spieler der Teams kaum erinnern kann. Erst in der zweiten Hälfte schafft es „Ace of Diamond“ interessante Spieler bei den gegnerischen Teams einzuführen, wodurch die Spiele an Spannung gewinnen. Erhöht wird die Spannung zusätzlich durch die sehr gut eingesetzten Cliffhanger in den wichtigen Spielen, die es dem Zuschauer schwer machen, nicht direkt die nächste Folge anzustellen.

Der Ton macht die Musik

Vergleicht man die Animationen von „Ace of Diamond“ mit denen von „Haikyuu!“ könnte man zu Beginn etwas enttäuscht werden. Die Hintergründe sowie die generelle Komposition der Serie können sich hier nämlich kaum von denen anderer Produktionen abheben. Negativ aufgefallen sind die teilweise eher einfach gehaltenen Hintergrundfiguren. Für eine 75 Episoden lange Serie ist die Qualität der Animation aber wirklich sehr gleichbleibend, ohne größere Ungereimtheiten oder Ausfälle. In sehr emotionalen Momenten gibt es häufig Close-Up-Shots von den Charakteren mit einem weißen Hintergrund. Diese Technik wird in vielen Serien genutzt, um die Anspannung der Figuren zu zeigen sowie die der Zuschauer zu erhöhen. In „Ace of Diamond“ wird diese Technik aber fast schon zu häufig genutzt.

Ein Highlight war für mich der Soundtrack der Serie. Sportanimes leben von der Spannung der einzelnen Spiele. Diese wurden in „Ace of Diamond“ immer mit dem perfekten Musik-Track hinterlegt, insbesondere um die schon angesprochene Anspannung beim Zuschauer noch weiter zu erhöhen. Das führt dazu, dass man eine noch stärkere emotionale Bindung zum Ausgang des Spiels hat. Der Song „Do Or Die“, der immer wieder in diesen Momenten gespielt wird, lässt den Zuschauer schon beim ersten Ton Anspannung verspüre, da er so häufig genutzt wird. Positiv erwähnen sollte man auch die Sound-Effekte, insbesondere die unterschiedlichen Effekte, die man hört, wenn der Schläger den Ball berührt, alleine durch den Ton kann man als Zuschauer hören, ob es ein guter oder schlechter Treffer war.

Die Synchronisation der Serie bewegt sich auch auf einem sehr hohen Niveau. Ryota Osaka (bekannt als Tachibana aus „Gatchaman Crowds“ oder Kaname aus „Nagi no Asukara“) schafft es perfekt, den nervigen Sawamura, sowie den sympathischen Sawamura zu spielen und Takahiro Sakurai (Die Originalstimme von Tentomon aus „Digimon) als Miyuki fällt besonders durch die Darstellung der unterschiedlichen Emotionen positiv auf.

Traut euch! Baseball macht Spaß!

Auch wenn wir Deutschen uns nicht besonders gut mit Baseball auskennen, kann man mit „Ace of Diamond“ viel Freude haben. Die Geschichte ist zwar relativ simpel, die Charaktere sind aber sympathisch und die Qualität der Serie steigt im Verlauf stark an. Man muss nicht einmal die Regeln von Baseball kennen, da diese in der Serie durch die vielen Spiele, die man sich anschauen muss, immer klarer werden.

Solltet ihr kein Problem mit einem eher holprigen Serienstart haben, spannende Soundtracks mögen oder generell einfach mal einen neuen Sportanime schauen wollen, gebt „Ace of Diamond“ ruhig eine Chance!

Meine Bewertung: 7,5/10 Punkte

About Shin

Shin hat im Jahr 2016 sein Masterstudium in Soziologie abgeschlossen und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Anime mag Shin schon seit sehr vielen Jahren. Spätestens seit dem Besuch seiner ersten Convention - der Connichi 2003 - ist er fasziniert von der Welt der Anime. Seit August 2016 ist Shin festes Mitglied von Jimoku und kümmert sich zum größten Teil um das Schreiben von Reviews. Sein Lieblingsanime ist "Space Brothers".
Shin

Kommentare (1)

  1. Sawamura und Furuya waren nervige und viel zu einfach-gestrickte Charaktere. Ich habe zwar manchmal mitgefiebert, aber dennoch war ich nie wirklich froh, wenn einer der beiden Fortschritte erreichte.
    Die Serie wurde von den beiden Pitchern und den älteren Spielern gerettet.
    Das schlimme an der Serie ist, dass mir keine Stelle im Anime einen ewig-bleibenden Eindruck hinterlassen hat.
    Solche Momente wie ein 10:1 gegen die Teufel (Kickers), die bedingungslose Bereitschaft, Verletzungen in Kauf zu nehmen (Sawamura und Tsukishima; Haikyuu), das Duell Aomine vs Kagami (Kuroko no Basket) haben mir eindeutig gefehlt.
    Um ehrlich zu sein, hatte ich nach dem Schauen einen besseren Eindruck, als ich jetzt vermittel, aber die Serie ist wohl für mich einfach schlecht gealtert^^

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