„Rudolf der schwarze Kater“

„Rudolf der schwarze Kater“

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© 2016 Sprite Animation Studio, KSM anime, Hiroshi Saito

Daten:

  • Regisseur(e): Mikinori Sakakibara, Kunihiko Yuyama
  • Sprache: Japanisch (DTS-HD 5.1), Deutsch (DTS-HD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
  • Studio: Sprite Animation Studio
  • Erscheinungstermin: 04. Dezember 2017
  • Produktionsjahr: 2016
  • Spieldauer: 88 Minuten
  • Preis: 11,99 € (Blu-ray), 6,99 (DVD)

„Rudolf der schwarze Kater“

Publisher KSM Anime hat da etwas total Niedliches auf unseren deutschen Markt geworfen. Einen kleinen, schwarzen Kater. Ein Film, komplett computeranimiert, aus dem Sprite Animation Studio, der einen Vergleich mit Disney/Pixar nicht scheuen muss.
Ich bin der kleinen Fellnase mal gefolgt und habe mir angesehen, was so ein Kätzchen in einem Jahr erlebt, bis es ein ausgewachsener Kater ist.


Verzweiflung ist nur eine Antwort der Dummen

Rudolf hat es als kleiner Kater so richtig gut getroffen. Er hat ein tolles Zuhause und ein behütetes Katzenleben bei Menschen, die ihn lieben.
Immer, wenn sein Menschenkind Rei jedoch das Haus verlässt, dann maunzt er dem Mädchen hinterher. Er will doch so gerne auch einmal raus und große Abenteuer erleben. Die Warnung der Nachbarskatze, die Rudolf liebevoll „Tante“ nennt, die ignoriert er völlig.
Als eines Tages das Gartentor aufsteht nutzt der kleine Abenteurer die Chance und läuft Rei hinterher. Doch schnell verliert er das Mädchen aus den Augen. Bei dem Versuch sie wiederzufinden verläuft sich Rudolf und landet auf der Ladefläche eines LKWs.
Dieser fährt dann auch sofort los. Nach stundenlanger Fahrt landet Rudolf von Gifu in Tokio.
Er fühlt sich verloren, doch zum Glück trifft er schon bald auf einen streunenden Kater, der sich dem kleinen, schwarzen Kater annimmt.
Er stellt sich Rudolf mit dem Satz: „Namen gibt’s viele“ vor. Daraufhin wird er von Rudolf nur noch Gibtsviele genannt.
Gibtsviele und seine befreundetet Katzen aus der Nachbarschafft nehmen Rudolf unter ihre Fittiche. Rudolf lernt viel. Über das Leben, er lernt Schreiben und Lesen und er lernt in dieser Zeit auch viel über sich selbst.
Doch eines vergeht nie. Das Heimweh nach Rei.

 

Ein bekanntes Konzept

Zugegeben, die Handlung des Films erinnert schon arg an die alten Disneyklassiker. Man nehme ein wenig was von „Susi und Strolch“, kombiniere was von „Findet Nemo“ dazu und streue ein herzzerreißendes Miau drauf, und schon habt ihr eine kleine Ahnung, in welche Richtung der Film geht.
Doch obwohl so viel bekannt ist, hat der Film einen ganz eigenen Charme.
Die Charaktere gehen an Herz und der Film hat auf jeden Fall viele Botschaften in einem
Streunerkater Gibtsviele ist so etwas wie der weise Ruhepol in dem Film. Er lehrt Rudolf so viel, der noch so klein und ahnungslos ist.
Es ist wichtig, dass man stets an sich glaubt, dass man Sachen so sagt, wie man sie auch meint.
Und das Wissen einfach wichtig ist.
Natürlich geht so eine Botschaft in erster Linie an die jüngeren Zuschauer, aber deswegen ist der Film noch lange kein Kinderfilm. Vielmehr ist er gut durchdachte Familienunterhaltung, der vor allem zu Herzen geht.
Wo ist denn nun Zuhause? Und warum ist es wichtig zu wissen, wer man ist? Und was macht ein Name mit einem?

 

Animierte Fellnasen

Der computeranimierte Stil, den ich eigentlich von den Japanern so gar nicht gewohnt bin, ist schön anzusehen. Jede Katze bekommt was ganz Eigenes, die Bewegungen sind so richtig katzentypisch. Und dennoch geht diesem Kawaii-Schema nichts verloren. Auch von den Animationen bin ich hellauf begeistert und hätte ich vorher nicht gewusst, dass dieser Film aus Japan kommt, hätte ich ihn definitiv Pixar zugeschrieben. Vor allem die Perspektiven aus der Sicht einer Katze sind wirklich putzig und die vielen Einblicke in einen japanischen Alltag kommen einfach so nebenbei zum Tragen. Gerade für Japan ist diese Art von Filmemachen noch untypisch, denn trotz des Fortschritts legen die meisten Studios noch viel Wert auf handgezeichnete Elemente.

Ein Ende, das zu Tränen rührt

Auch wenn die Zielgruppe eher die jüngsten und kleinsten Zuschauer sind, habe ich als Erwachsene den Film gerne gesehen. Vor allem der Schluss ging mir ans Herz und rührte mich zu Tränen. Ich habe mir gedacht, dass er sicher so ausgehen wird, und dennoch war es einfach traurig, das Ende genau so erzählt zu bekommen.
Es war ein sehr rundes Ende. Alle waren glücklich, dennoch blieb nach den 88 Minuten ein wehmütiges Tränchen zurück.

 

Auf keinen Fall ein Abklatsch

Wer jetzt immer noch denkt, es ist viel abgekupfert, der kann hier eines Besseren belehrt werden. Der Film basiert auf dem mehrteiligen japanischen Kinderbuch „Rudolf“ von Hiroshi Saito aus dem Jahre 1987. Saitos Buch verkaufte sich insgesamt mehr als 1 Millionen Mal in Japan.
Die Japanische Akademie nominierte den Film 2017 als besten Animationsfilm.


Familienfreundlich

Familienfreundlicher und lehrreicher geht ein Film schon fast nicht mehr. Für alle Animefans, Dinseyfans, Katzenfans, mit und ohne Kinder, ist dieser Film wirklich zu empfehlen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dem kleinen Rudolf zuzuschauen und auch ich nehme mir eine kleine Katzenweisheit mit.

„Verzweiflung ist nur eine Antwort der Dummen!“

Kari

About Kari

Freak, Otaku, Leseratte, Waffelschaden, Cosplayerin, Fotografin und das alles mit rosa Zuckerwatte im Kopf. Erwachsen ist man noch oft genug, ich geh mal schaukeln!

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