Psycho Pass – The Movie

Psycho Pass – The Movie

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© 2015 PSYCHO-PASS Committee

Daten:

  • Regisseur(e): Katsuyuki Motohiro, Naoyoshi Shiotani
  • Sprache: Japanisch (DTS-HD 5.1), Deutsch (DTS-HD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: KAZÉ Anime
  • Erscheinungstermin: 26. August 2016
  • Produktionsjahr: 2015
  • Spieldauer: 115 Minuten
  • Preis: 28,99€

Sicherheit oder Freiheit: Was ist wichtiger?

Vor etwas über einem Monat ist Psycho-Pass The Movie auch in Deutschland auf DVD und Blu-Ray bei KAZÉ Anime erschienen. Der Film spielt einige Zeit nach den Geschehnissen der zweiten Staffel und wurde wie die Serie von dem sehr erfolgreichen Autor Gen Urobuchi geschrieben, der beispielsweise auch für die Skripte von Fate/Zero oder Mahou Shoujou Madoka Magica verantwortlich war.

Die Geschichte spielt im Tokio des Jahres 2116. Die Welt ist hochmodern entwickelt und fast das komplette Leben der Menschen wird von Computern gesteuert. Um den Frieden der Bewohner sicherzustellen wurde ein System entwickelt, das die Psyche und den Charakter der Menschen quantifizieren kann. Den Wert, den ein Mensch durch dieses System erhält, wird Psycho-Pass genannt. Dieser Wert wird über das Sibyl System überwacht. Wenn der Kriminalkoeffizient eines Bürgers über eine bestimmte Grenze steigt, kann man ihn somit schnell als latenten Kriminellen identifizieren. Diese latenten Kriminellen sollen von dem AÖS (Amt für öffentliche Sicherheit) verfolgt und eingesperrt werden. Je nach Höhe des Kriminalkoeffizienten dürfen die Kriminellen sogar umgebracht werden. Gejagt werden sie von den sogenannten Vollstreckern. Als Vollstrecker wiederum werden auch latente Kriminelle eingesetzt, da diese sich besser in die Verbrecher hineinversetzen könnten.

Hauptdarstellerin des Films ist die Inspektorin Akane Tsunemori, Leiterin einer Division des AÖS. Nach einer Schießerei mit einigen ausländischen Terroristen kann Akanes Team einige dieser festnehmen. Im Laufe der Ermittlungen findet Kaisei, die Chefin des AÖS, heraus, dass der ehemalige Vollstrecker Kogami Shinya in diese terroristischen Aktionen verwickelt ist und dass die Personen aus der SEAUn (South East Asia Union) kamen. Die riesige Nation befindet sich derzeit im Krieg und versucht den Frieden wieder herzustellen, indem sie das Sibyl System der Japaner in ihr Land importiert. Dabei wird das System bisher nur in der Stadt Shambala Float genutzt. Akane reist also dorthin, um herauszufinden, wie ihr alter Partner Kogami in diese Geschichte verwickelt ist.

Dort angekommen wird Akane direkt von Oberst Nicholas Wong empfangen, der als Militärführer in Shambala Float agiert. Schnell lernt sie auch den Präsidenten der Nation – Chuan Han – kennen, der das Sibyl System in SEAUn eingeführt hat. Relativ schnell kann Akane aber erkennen, dass die Einführung des Sibyl Systems nicht nur positive Auswirkungen hatte. Latente Kriminelle müssen Halsbänder tragen und ständig in Angst leben, da die Halsbänder die Träger automatisch vergiften, wenn ihr Psycho-Pass einen bestimmten Wert übersteigt. Personen, die kein Halsband tragen, scheinen dagegen weitaus mehr Rechte zu besitzen. Als sie dann die Terroristen trifft, muss sie entscheiden, auf welcher Seite sie weiterkämpft. Wie sie sich entscheidet und welche Rolle Kogami dabei spielt, könnt ihr nur erfahren, wenn ihr euch den Film selber anschaut.

Spannendes Setting und ernste Themen

Wie die Serie lebt auch der Film hauptsächlich von seinem sehr interessanten Setting. Psycho Pass spielt in einer dystopischen Welt, in der man zwar unglaublich sicher ist, gleichzeitig aber kaum eine Freiheit mehr besitzt. Wenn man über eine rote Ampel läuft, wird dies direkt registriert und in den Kriminalkoeffizienten miteinberechnet. Wenn man zu häufig kleine Verstoße vergeht, kann man schnell als latenter Krimineller abgestempelt werden, auch wenn man eigentlich nur ein normales Leben führen möchte. Aus diesem Grund stellt man sich beim Schauen des Filmes immer wieder die Frage: „Möchte ich in so einer Welt leben?“. In ihr wird das größtmögliche Glück aller über das Glück des Einzelnen gestellt, aber sollte man wirklich so viele Einschränkungen in Kauf nehmen? Diese Thematik stellt der Film noch einmal ganz stark in den Vordergrund, indem er zeigt, was passieren kann, wenn das Sibyl System in die Hände von schlechten Menschen gerät. Diese tiefgründigen Fragen sind sicherlich die Stärke des Films.

Leider fokussiert er sich häufig zu sehr auf die Action, sodass die wirklich interessante Geschichte manchmal in den Hintergrund rückt. Ich hätte gerne mehr von Shambala Float gesehen. Man hätte mindestens eine der größeren Actionsequenzen entfernen können, um das Leben in Shambala Float noch einmal zu beleuchten.

Akane und Kogami sind eindeutig die Hauptcharaktere der Geschichte. Besonders Akane ist dabei interessanter als viele andere weibliche Charaktere in Anime, da sie Stärke, sowie auch Schwäche zeigt und somit kein einseitiger Stereotyp ist. Sie handelt in vielen Situationen sehr realistisch, wodurch man es sehr einfach hat, sich in sie hineinzuversetzen. Neben diesen beiden Charakteren bleiben besonders die Bösewichte des Films etwas blass, da sie keine Möglichkeit haben, sich wirklich zu entwickeln. Ich hätte mir etwas mehr Einblick in die anderen Charaktere gewünscht.

Animationen der Extraklasse

Ich erwähnte zwar, dass es zu viele Actionszenen gibt, diese sind aber so unfassbar gut animiert, dass man sie sich trotzdem gerne anschaut. Ich habe selten Anime gesehen, die es schaffen, Action so rasant und spannend darzustellen. Neben den Animationen stimmen auch die Choreographien. Personen mit schwachem Magen sollten aber aufpassen, da einige dieser Actionsequenzen extrem blutig und brutal sind und sich in diesem Aspekt auch stark von der Serie unterscheiden. Auch die Musik des Films ist wirklich passend und schafft es eine düstere Sci-Fi-Atmosphäre aufzubauen.

Die deutsche Synchronisation hat mich stark positiv überrascht. Julia Stoepel macht einen guten Job als Akane Tsunemori und auch Jaron Löwenberg als Kogami Shinya hat mir sehr gut gefallen. In diesem Film stimmen sogar die Stimmen der Nebencharaktere. Nur die Aussprache einiger japanischer Namen wirkte in wenigen Szenen noch etwas verbesserungswürdig. In großen Teilen des Films wird Englisch gesprochen. In diesen Passagen hört man den meisten Sprechern leider an, dass sie aus Deutschland kommen, da man einen typischen deutschen Akzent erkennen kann. Dies ist natürlich häufig nicht zu vermeiden, störte aber leider manchmal.

Ein gelungener Film?

Nachdem die zweite Staffel von Psycho-Pass eher schlechte Kritiken bekommen hat, ist der Franchise mit dem Film wieder zurückgekehrt. Es wäre zwar wünschenswert gewesen, die Geschichte noch etwas stärker in den Vordergrund zu stellen, trotzdem ist Psycho-Pass The Movie ein wirklich gelungener Animefilm. Es wäre zwar hilfreich die Serie zu schauen, bevor ihr euch den Film zulegt, aber auch Neueinsteiger können den Film durch die zahlreichen Erklärungen sehr gut verfolgen. Falls ihr nur die erste Staffel gesehen habt, würde ich euch auf jeden Fall empfehlen den Film zu schauen, da ihr ihn ohne große Probleme verstehen könnt.

Fans von Sci-Fi Geschichten, Dystopia und großer Action sind bei Psycho-Pass The Movie auf jeden Fall richtig. Wenn ihr Anime wie Darker Than Black oder Death Note mögt und generell eher auf düstere Geschichten steht, solltet ihr dem Film auf jeden Fall eine Chance geben!

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About Shin

Shin hat im Jahr 2016 sein Masterstudium in Soziologie abgeschlossen und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Anime mag Shin schon seit sehr vielen Jahren. Spätestens seit dem Besuch seiner ersten Convention - der Connichi 2003 - ist er fasziniert von der Welt der Anime. Seit August 2016 ist Shin festes Mitglied von Jimoku und kümmert sich zum größten Teil um das Schreiben von Reviews. Sein Lieblingsanime ist "Space Brothers".
Shin

Kommentare (2)

  1. Avatar Politischandersdenkender sagt:

    Was hier bei der deutschen Fassung nervt ist der dämliche FSK Aufkleber auf der Packung. In Frankreich gibt es so was auch nicht und zudem ist der Film dort auch nicht ab 16 Jahre sondern ohne Altersbeschränkung freigegeben. Ein 11 Jähriger könnte sich den Anime auch ohne Probleme ansehen!

    • Avatar Shin sagt:

      Hey Politischandersdenkender =D

      Ich danke dir für den Kommentar.
      Ich selbst störe mich leider auch an den FSK-Aufklebern in Deutschland. KAZE hat darauf – soweit ich weiß – leider keinen Einfluss. Aber auch ich würde mich über „schönere“ Verpackungen freuen.

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