Parasyte – The Movie: Part 1

Parasyte – The Movie: Part 1

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© 2014 Parasyte Movie Production Committee/ Hitoshi Iwaki

Daten:

  • Regisseur: Takashi Yamazaki
  • Sprache: Japanisch (DTS-HD 5.1), Deutsch (DTS-HD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Eye See Movies
  • Erscheinungstermin: 28. Oktober 2016
  • Produktionsjahr: 2014
  • Spieldauer: 109 Minuten
  • Preis: 24,99€

Gehirne aufgepasst – Die Parasiten kommen!

Parasyte – The Movie: Part 1 ist ein japanischer Film aus dem Jahr 2014, der auf einer gleichnamigen Manga-Serie basiert. Diese hat den Namen Parasyte-Kiseijuu (deutsch: „Parasitenbestie“), erschien in Japan von 1988 bis 1995 und wird in Deutschland erst seit 2016 von Panini vertrieben. Ein Grund für die Popularität der Geschichte ist die neue Anime-Serie: Kiseijuu: Sei no Kakuritsu, die im Jahr 2014 in Japan anlief und seit einiger Zeit auch auf der Streaming-Plattform Crunchyroll mit deutschen Untertiteln zur Verfügung steht. Der deutsche Publisher Eye See Movies Anime besorgte sich die Rechte für die Realverfilmung und brachte somit den Film Ende Oktober 2016 auf den deutschen Markt. Ein Sequel, das die Geschichte des ersten Filmes zu Ende führt, lief in Japan im Jahr 2015 im Kino.

In der Welt von Parasyte haben mysteriöse Außerirdische begonnen, die Welt einzunehmen. Wie Parasiten nisten sie sich in menschliche Körper ein und übernehmen die Kontrolle. Als einer dieser Parasiten versucht, sich das Gehirn des High School-Schülers Shinichi Izumi einzuverleiben, missglückt dies jedoch; da er Kopfhörer trägt, kann der Parasit das Gehirn nicht erreichen und somit nur Shinichis rechte Hand infizieren. Dank dieses Zufalls behält der Schüler seinen menschlichen Verstand und unterscheidet sich somit von den anderen Opfern der Parasiten. Nach dem anfänglichen Schock freundet er sich auch mit dem Alien an, welches er Migi (japanisch für „rechts“) nennt.

Da Migi sich rein von den Nährstoffen aus Shinichis Körper ernährt, muss er – im Gegensatz zu seinen Artgenossen – keine Menschen töten und essen. Die anderen Parasiten sind angeekelt davon, dass Migi sich mit einem Menschen angefreundet hat und nicht seinen kompletten Körper übernahm. Aus diesem Grund werden Shinichi und Migi im Laufe der Geschichte oft angegriffen und lernen viele weitere Parasiten mit unterschiedlichen Motivationen kennen. Sie müssen auch herausfinden, welche Möglichkeit sie haben, die Menschen vor der großen Gefahr zu schützen. Als das neue Schuljahr beginnt, ist Shinichi sehr geschockt als er entdeckt, dass eine seiner neuen Lehrerinnen auch von einem Parasiten infiziert wurde. Welche Schritte das unfreiwillige Paar Migi und Shinichi daraufhin einleitet und wie schlimm die Parasitenplage wirklich ist, könnt ihr nur erfahren, wenn ihr euch den Film selbst anseht!

Eine angsteinflößende Welt

Vorweg möchte ich sagen, dass ich weder den Manga, noch den Anime kenne und somit nicht die Umsetzung der Vorlage bewerten kann. Die Film-Welt von Parasyte ist interessant, aber auch sehr gruselig. Parasiten versuchen die Erde an sich zu reißen und ein kleiner High School-Schüler ist die einzige Person, die es erfahren hat. Aus dieser Situation folgt, dass Shinichi in den ersten Minuten nicht weiß, wie er sich verhalten muss und was dies für ihn bedeutet. Er lebt mit einem intelligenten Monster zusammen und muss versuchen, sich daran zu gewöhnen. Wenn Migi wollte, könnte er Shinichi relativ einfach umbringen; dies hat er Shinichi auch ziemlich schnell deutlich gemacht. Der Hauptdarsteller Shôta Sometani schafft es, die Ängste und die Unsicherheit sehr gut darzustellen. Man glaubt ihm seine Hilflosigkeit und kann als Zuschauer sehr viel Mitgefühl für ihn entwickeln.

Generell ist die Beziehung von Shinichi und seinem Parasiten Migi die interessanteste Komponente des ersten Films, denn auch Migi ist mit seiner Situation nicht besonders zufrieden. Auf der einen Seite ist er ein Parasit und will versuchen, Shinichi komplett zu kontrollieren, auf der anderen Seite muss er Shinichis Körper beschützen, da er ohne ihn auch nicht weiterleben kann. Aus dieser Situation heraus muss Migi mehr über die Menschen lernen. Dabei ist es sehr erfrischend, dass er eben nicht selbst zum Menschen wird. In sehr vielen Szenen merkt man ihm an, dass ihm menschliche Moralvorstellungen zuwider sind. Im Laufe der Zeit lernt man dann auch weitere Parasiten kennen. Diese unterscheiden sich stark voneinander, wodurch sie nicht nur wie einfache, langweilige Monster wirken, sondern für sich auf ihre individuelle Art interessant sind. Besonders die Einführung der Lehrerin spielt dabei eine sehr große Rolle.

Beeindruckend sind neben der interessanten Geschichte auch die Action-Szenen. Diese laufen sehr dynamisch ab und man merkt relativ schnell, dass jeder Parasit besondere Stärken und Schwächen hat, die er in den Kämpfen nutzen kann. Zusätzlich sind die CGI-Tentakel der Parasiten wirklich sehr gut animiert. Durch diese Action ist besonders der zweite Teil des Films kurzweilig und spaßig.

Zu viele Informationen

Wie so viele Anime-Filme hat Parasyte leider das Problem, dass eine ziemlich komplexe Story in nur sehr kurzer Zeit dargestellt werden muss. Aus diesem Grund steht die Weiterentwicklung der Charaktere leider im Hintergrund. Das Zusammenspiel von Migi und Shinichi ist zwar sehr interessant, es wird aber nicht tiefgründig genug beleuchtet, sodass die Beziehung sich bis zum Ende des Films nicht besonders weiterentwickelt hat. Es wäre sehr erhellend gewesen, noch mehr Szenen zu zeigen, in denen Shinichi in seiner neuen Umgebung klarkommen muss. Einige Dinge kann er innerhalb des Films gar nicht richtig prozessieren, da er wenige Minuten später direkt in die nächste aufregende Szenerie geworfen wird. Dieses Problem hat Parasyte zwar etwas besser gelöst als beispielsweise der Film zu „Assassination Classroom“, bestehen tut es aber leider auch in diesem Film.

Weiterhin möchte man als Zuschauer natürlich gerne mehr über die Parasiten erfahren. Man weiß nicht genau, aus welchen Gründen sie die Erde befallen haben und woher sie kommen. Auch ihre speziellen Kräfte werden leider im ersten Film nicht besonders gut erklärt. In manchen Szenen können die Parasiten sich gegenseitig aufspüren, in anderen Szenen wiederum scheint dies nicht so gut zu funktionieren. Die Zuschauer hätten es sicher einfacher, wenn man diese Fähigkeiten etwas besser erläutert hätte.

Die deutsche Umsetzung wirkt gelungen. Besonders hervorheben kann man Felix Spieß (bekannt beispielsweise als Nobuchika Ginoza aus Psycho-Pass), die deutsche Stimme von Migi. In der japanischen Anime-Umsetzung wurde Migi von einer weiblichen Sprecherin gesprochen, weswegen eine männliche Stimme vielleicht erst einmal gewöhnungsbedürftig ist. Felix Spieß verleiht dem Parasiten durch seine Stimme aber eine sehr interessante Persönlichkeit. Auch Sebastian Kluckert, der bisher noch nicht so viel Erfahrung in großen Rollen hatte, macht einen sehr guten Job als Shinichi.

Eine wirklich gute Filmumsetzung

Insgesamt ist Parasyte – The Movie: Part 1 eine wirklich gute Filmumsetzung einer interessanten Geschichte. Es gibt zwar einige Kritikpunkte, insgesamt macht der Film aber Spaß. Die Story ist fesselnd, die Schauspieler sind gut und neben der Action und dem Drama gibt es auch einige sehr witzige Situationen, wenn Migi und Shinichi miteinander diskutieren. Dieser Mix hat auch mich sehr gut unterhalten, obwohl ich eigentlich kein großer Fan von Horror-Filmen bin. Dabei hat mich die Handlung so sehr fasziniert, dass ich gespannt bin, wie es im zweiten Teil weitergeht und sogar überlege, in den Manga einmal reinzuschauen.

Fans von guten Horror-Filmen, die kein Problem damit haben, wenn die Charaktere nicht besonders tiefgründig sind, sollten sich Parasyte – The Movie: Part 1 unbedingt einmal anschauen, da er eine erfrischende Geschichte erzählt, die wenig Klischees benutzt und an einigen Stellen überraschend innovativ ist. Ich hatte anfangs relativ geringe Erwartungen, wurde am Ende jedoch positiv überrascht.

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About Shin

Shin hat im Jahr 2016 sein Masterstudium in Soziologie abgeschlossen und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Anime mag Shin schon seit sehr vielen Jahren. Spätestens seit dem Besuch seiner ersten Convention - der Connichi 2003 - ist er fasziniert von der Welt der Anime. Seit August 2016 ist Shin festes Mitglied von Jimoku und kümmert sich zum größten Teil um das Schreiben von Reviews. Sein Lieblingsanime ist "Space Brothers".
Shin

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