Noragami Aragoto Volume 2

Noragami Aragoto Volume 2

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© 2015 Kodansha, Adachitoka/ Noragami Aragoto Committee

Daten:

  • Regisseur: Kotaro Tamura
  • Sprache: Japanisch (DTS-HD 2.0), Deutsch (DTS-HD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 2
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: KSM Anime
  • Erscheinungstermin: 10. April 2017
  • Produktionsjahr: 2015
  • Spieldauer: 168 Minuten
  • Preis: 39,99€

Im Januar 2017 habe ich bereits den ersten Teil von „Noragami Aragoto“ für Euch reviewed. Nun – drei Monate später – habe ich mir die zweite Volume angeschaut, die mir großzügiger Weise von KSM-Anime zur Verfügung gestellt wurde und am 10. April auf Blu-ray und DVD erschienen ist. Bevor ihr die folgende Review lest, solltet ihr also die erste Volume von „Noragami Aragoto“ geschaut haben, da die Geschehnisse der ersten sechs Episoden in dieser Review besprochen werden.

Yatos Traum vom Schrein

Auch die zweite Staffel folgt dem Unheilsgott Yato. Nachdem er im ersten Teil der zweiten Staffel die Göttin Bishamon sowie deren Shinki Kugaha besiegt hat, möchte Yato sich wieder um sein ursprüngliches Ziel kümmern: einen Schrein aufbauen! Da er nicht viel Geld besitzt, muss er hierfür wieder viele kleine Aufträge annehmen, für deren Erfüllung er 5 Yen Münzen erhält. Dabei bekommt Yato die Hilfe seines gesegneten Shinkis Yukine sowie von der Schülerin Hiyori, deren Geist und Körper immer noch getrennt sind. Der mächtige Got Tenjin empfiehlt ihm diese Trennung schnellstmöglich aufzuheben, damit Hiyori wieder ein normales Leben haben kann.

Direkt in der ersten Episode der Volume bekommt Yato ein sehr interessantes Angebot. Der Gott des Glücks Ebisu besitzt ein großes Interesse an Yukine und bietet eine große Summe Geld für ihn, die es Yato ermöglichen würde, einen eigenen Schrein zu bauen. Trotz dessen lehnt Yato dieses Angebot ab, da er eine freundschaftliche Beziehung zu Yukine aufgebaut hat und diese nicht verlieren möchte. Ebisu unterscheidet sich sehr stark von anderen Göttern. Er kämpft nicht gegen die Ayakishi im Gegensatz zu anderen Götter, sondern versucht die Kontrolle über sie zu übernehmen und sie zu nutzen.

Damit Yato nicht so unglücklich ist, schenkt Hiyori ihm eine Art Mini-Schrein, den sie selbst gebaut hat. Völlig überraschend wird dieser als offizieller Schrein anerkannt, wodurch Yato wiederum zum „echten Gott“ ernannt wird. Die Freude hält aber nur kurz, da er beim Versuch Nora (sein altes Shinki) freizulassen gefangen genommen wird und sich plötzlich in der Unterwelt wiederfindet.

Welche Rolle Yatos Vater in der Geschichte spielt, wie der Konflikt mit Ebisu ausgeht und welche Gefahren in der Unterwelt lauern, müsst ihr selbst herausfinden!

Düster = Besser?

Die siebte Folge der Serie erinnert stark an die Episoden der ersten Staffel: Die Grundstimmung ist sehr fröhlich und Yato muss abermals versuchen, Geld zu verdienen, um seinen Schrein zu bauen. Aufgrund der sich ähnelnden Handlungen war ich skeptisch, da ich kein großer Freund der ersten Staffel war. Doch schon in der zweiten Folge ändert sich diese Stimmung grundlegend. Die Geschichte wird sehr düster und geheimnisvoll und übertrifft in diesen Aspekten sogar die komplette erste Volume. Insgesamt betrachtet schafft die Serie Noragami es sehr gut, ihre Welt aufzubauen und Storyverlauf genau die Punkte anzusprechen, die die Zuschauer interessieren.

Ähnlich wie in der ersten Volume stehen auch in der Zweiten die Charaktere im Vordergrund. Die Story wird von den Emotionen von Yato und Hiyori vorangetrieben und funktioniert, weil man diese Charaktere in den vorherigen Episoden kennenlernen konnte und dadurch miterlebt hat, wie diese Personen sich im Laufe der Serie verändert haben.

Neben den bereits bekannten Protagonisten werden sehr viele neue Charaktere eingeführt, die nicht genug Zeit in den wenigen Episoden bekommen, weswegen die Charakterprofile häufig nicht so stark und ausgefeilt sind. Einzig allein der Bösewicht Ebisu ist eine erfreuliche Ausnahme. Im Gegensatz zu dem Bösewicht der letzten Staffel (Kuguha) besitzt er mehrere Facetten und ist dadurch interessanter.

Es ist zwar insgesamt sehr spannend, mehr über die Hintergrundgeschichte der Welt und der Charaktere zu erfahren, der zweite Teil von „Noragami Aragoto“ besitzt aber eine besonders große Schwäche: Das Pacing. Die Geschichte, die in den letzten sieben Episoden erzählt wird, hätte für eine eigene Staffel (oder sogar mehr) gereicht. In dieser Zeit hätte man die neuen Figuren besser einführen können und insgesamt mehr Fokus auf die Entwicklung der Charaktere legen können. Dies geschieht leider nicht, weswegen die Episoden von Szene zu Szene etwas zusammenhangslos springen. Dadurch bleiben einige Fragen offen, die hoffentlich in einer dritten Staffel geklärt werden können.

Das mangelhafte Pacing ist besonders ärgerlich, wenn man bedenkt, dass die Episoden 4 – 6 der ersten Volume nicht besonders viel Inhalt besitzen. Diese Zeit hätte man sicherlich besser füllen und verteilen können. Eine der großen Stärken von Noragami ist für mich das Zusammenspiel von Humor und Drama. Diese wurde in den Episoden 7 bis 13 aber nur selten ausgespielt, da hier aufgrund des überladenen Inhaltes nicht genug Zeit blieb, humoristische Szenen einzubauen (abgesehen von Episode 7 und 8, die das gleiche, starke Niveau wie die erste Volume besitzen).

Die technische Umsetzung bleibt auf einem hohen Niveau

Wie schon in meiner letzten Review erwähnt, kann man die technische Umsetzung von Studio Bones nur loben. Die Hintergründe sind sehr lebhaft, die Charaktere sind sehr schön animiert und die Kampfszenen sind auffallend dynamisch. Man kann sich sicher sein, dass „Noragami Aragoto“ nur so erfolgreich werden konnte, weil die Animationen so gut gelungen sind. Es gibt sehr viele Anime, die eine ähnliche Geschichte haben (zum Beispiel „Blue Excorcist“ oder „Blood Lad“)- die Animationen von Noragami helfen dieser Serie aber sich von den anderen Anime positiv abzuheben.

Die Musik bleibt ebenfalls auf einem hohen Niveau, insbesondere der Opening Song „Hey Kids“ ist so gut, dass ich ihn bei keiner Episode vorgespult habe (was ich sonst häufig tue). Die deutsche Synchronisation kann das insgesamt hohe Niveau der ersten Volume halten, wobei die in der ersten Review angesprochenen Schwächen (fehlende Emotionen bei den Nebencharakteren) immer noch bestehen. Robert Kotulla (bekannt als Gaara aus Naruto) spricht den Charakter Ebisu zwar solide, schafft es aber nicht das Niveau des japanischen Originalsprechers Ryotaro Okiayu zu erreichen.

Eine klare Steigerung zur ersten Staffel

Trotz meiner Kritikpunkte kann ich die zweite Volume von „Noragami Aragoto“ sowie die Serie insgesamt empfehlen. Die zweite Staffel genügt zwar in punkto Humor und Drama nicht ganz den Ansprüchen der ersten Episoden, insgesamt ist sie aber weitaus besser als die storytechnisch eher mittelmäßige erste Staffel. Noragamis große Stärke sind sicherlich die sympathischen Charaktere (auch wenn ich kein Fan von Yukine bin) sowie die sehr guten Animationen. Diese Stärken können das schwache Pacing der zweiten Hälfte ausgleichen.

Jeder Anhänger der ersten Staffel sollte sich unbedingt auch die zweite Staffel anschauen. Doch auch andere Animefans sollten dieser Serie eine Chance geben, insbesondere den ersten sechs Episoden von „Noragami Aragoto“, da insbesondere diese das Potential zum Begeistern haben.

Mit der Veröffentlichung von „Noragami Aragoto“ hat KSM-Anime jedenfalls schon jetzt einen heißen Anwärter auf den „Anime des Jahres“- Award wenn man die Qualität der Serie, die Popularität sowie die deutsche Umsetzung insgesamt betrachtet.

About Shin

Shin hat im Jahr 2016 sein Masterstudium in Soziologie abgeschlossen und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Anime mag Shin schon seit sehr vielen Jahren. Spätestens seit dem Besuch seiner ersten Convention - der Connichi 2003 - ist er fasziniert von der Welt der Anime. Seit August 2016 ist Shin festes Mitglied von Jimoku und kümmert sich zum größten Teil um das Schreiben von Reviews. Sein Lieblingsanime ist "Space Brothers".
Autor: Shin
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