Naruto Shippuden – The Movie 2: Bonds

Naruto Shippuden – The Movie 2: Bonds

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Naruto Shippuden - The Movie 2: Bonds Cover
© 2002 Masashi Kishimoto / NMP

Daten:

  • Regisseur(e): Hajime Kamegaki
  • Sprache: Japanisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.85:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: KSM GmbH
  • Erscheinungstermin: 8. August 2016
  • Produktionsjahr: 2007
  • Spieldauer: 90 Minuten
  • Preis: 21,93€ (BD) / 21,93€ (DVD)

Anfang August des Jahres 2016 erschien der zweite Naruto Shippuuden Kinofilm „Naruto Shippuden – The Movie 2: Bonds“ mit deutscher Synchronisation von KSM Anime auf DVD & Blu-Ray. Auch eine 2-Disc „Limited Special Edition im Mediabook inklusive DVD + Blu-ray“ wurde veröffentlicht. Das Hauptmenü der Blu-Ray weist ein witziges Feature auf, welches ich vorher so noch nicht gesehen habe: Der deutsche Synchronsprecher von Naruto, Henning Nöhren, liest jeden Menüpunkt bei Anwahl vor und besonders Narutos energisches „Los geht’s“ beim Drücken des Startknopfs sorgt für ein Lächeln im Gesicht des Zuschauers. Als Extras befinden sich Trailer von insgesamt  6 weiteren Titeln aus dem Programm von KSM darauf, sowie eine Bildergallerie mit einigen Screenshots aus dem zweiten Naruto Shippuuden Movie, welche mit dem Ending „No Rain, No Rainbow“ der japanischen Gruppe Home Made Kazoku unterlegt sind.

Die Story
Zeitlich eingeordnet werden kann der Film etwa nach der Anime-Episode 111, in welcher Sasukes Wahlmeister Orochimaru erkrankte. Eine feindlich gesinnte Armee macht sich bewaffnet auf den Weg zum großen Kontinent mit einem konkreten Ziel: Konoha! Von ihren riesigen Metall-Schiffen aus schicken sie bemannte Gleitflieger mit überragender Technologie zu ihrem Angriffsziel, welches sie großflächig bombardieren. Hokage Tsunade gibt höchste Alarmstufe heraus und man sieht, wie die altbekannten Nebencharaktere Chouji, Neji, Shikamaru, Kakashi und Yamato verzweifelt versuchen, dem Angriff Einhalt zu gebieten.

Wie sich schnell herausstellt, stammen die feindlichen Angreifer mit den Chakra-Gleitern aus dem Land des Himmels- ein Feind, welcher im zweiten Shinobi-Weltkrieg bereits schon einmal blutig niedergeschlagen worden war. Nach dem Chaos des ersten Angriffs trifft der Storyheld Naruto auf einen seltsamen, weißhaarigen Mann mit überragendem Medizinwissen, welcher einen verwundeten Bewohner erstversorgt, und ihn dann vom ziemlich perplexen Naruto ins Krankenhaus bringen zu lassen. Im Krankenhaus angekommen staunen die Medical-Nins Sakura und Hinata noch über die perfekte Versorgung einiger weiterer Patienten, als ihnen ein aufgebrachtes Mädchen namens Amaru erklärt, ihr Sensei habe diese  durchgeführt. Sie ist auf der Suche nach ihrem Lehrer Shinnou, da auch ihr Heimatdorf durch den Angriff der Soldaten aus dem Land des Himmels in Gefahr schwebt. Sai und einige weitere Ninjas aus Konoha spionieren währenddessen die Feinde, deren Schiffe an der Küste liegen aus und starten einen Ablenkungsangriff. Hinata, Sakura und Naruto finden derweil Amarus Lehrer Shinnou und begleiten die Beiden, um in ihrem Heimatdorf nach dem Rechten zu sehen. Auf dem Weg dorthin warten jedoch von giftigen Dschungel-Piranhas bis hin zu den feindlichen Spähern aus dem Himmelreich vielerlei  Gefahren auf die Gruppe und auch das Dorf scheint nicht verschont geblieben.

An einem anderen, entfernteren Ort trifft der Abtrünnige Sasuke auf einen geschwächten, bettlägerigen Orochimaru und wird von ihm gebeten, einen bestimmten Arzt zu ihm zu bringen, der ihm schon einmal geholfen hat, ein verbotenes Wiederbelebungs-Jutsu anzuwenden. Handelt es sich hierbei etwa um Amarus Meister…? Und welches dunkle Geheimnis  umgibt den Alten, welcher vorgibt, ein gut geschulter Wanderarzt zu sein? Die Antworten darauf offenbart Euch nur der zweite Naruto Shippuuden Film selbst!

Einschätzung
Der Film bietet für viele Sasuke-Fans ein langerhofftes, kurzes Wiedersehen, wie es bereits zu Beginn der Animeserie Naruto Shippuuden antizipiert wurde. Er enthält ein paar Szenen mit explizitem Fanservice, so beispielweise wenn man Sasukes nackten Oberkörper am Wasserfall beobachten kann und mündet schließlich in einen gemeinsamen Angriff mit Naruto gegen den Antagonisten des Films. Dabei agiert Sasuke jedoch immer auf der Seite des „Anti-Helden“: Er steht nicht auf der Seite der „Guten“, aber tut auch nicht mehr, als einen dringenden Auftrag für seinen Meister Orochimaru auszuführen.
Die Animation ist rundum sehr gut gelungen, wobei besonders die großen Maschinen und Schiffe mit ihrem Detailreichtum positiv hervortreten. Sie fügen sich gut in die Hintergründe ein und auch die Qualität der animierten Personen ist um einiges besser als im Anime. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass man weniger Bildsequenzen hat, in welchen die Proportionen der Körper oder sogar die Augen und Pupillen verzerrt sind.

Die Geschichte ist insgesamt ganz interessant, aber auch nicht überragend, so wie bei den meisten Naruto-Filmen. Man vermisst ein wenig eine Abkehr von der ständig wiederkehrenden „Alles wird gut“-Leier und einem erwachseneren Umgang Narutos mit schwierig zu bewältigenden Konfliktsituationen.

Dasselbe gilt für die Musik. Sie untermalt die Szenen, ohne dabei zu aufdringlich zu sein, enthält aber keine besonders memorablen Themen. Hervorstechend ist nur der Ending Song „No Rain, no Rainbow“ von Home Made Kazoku, welche bereits für den Naruto Shippuuden Anime mit „Nagareboshi“ (zu Deutsch: „Sternschnuppe“) bereits das erste Ending beigesteuert haben.

Hinatas (Julia  Fölster) und Narutos Stimme (Henning Nöhren) sind in der deutschen Version gut besetzt, der Dialog ist an einigen Stellen teilweise  jedoch etwas unausgereift und wirkt fast lächerlich. Dies ist jedoch sicherlich auch dem Umstand geschuldet, dass man passend zu den Lippenbewegungen der Charaktere den japanischen Satzinhalt vollständig wiedergeben wollte, ohne dabei etwas an Information zu verlieren.
Sasuke (Jannik Endemann) spricht, so wie auch schon in der Naruto-Animeserie, etwas vorlaut und gefühlt arrogant und kann seinem älteren, gesetzten Japanischen Stimmvorbild, welches durchaus einen Unterschied zwischen der ersten und der zweiten Serie zeigte, nicht gerecht werden.

Negativ aufgefallen ist mir leider auch Shikamarus (neue) Stimme Jacob Weigert, der in diesem Film  extrem steif und abgehackt redet. Dies wurde besonders in der einen Szene deutlich, als er Sai beim Ablenkungsmanöver ablöste oder in den Gesprächen mit Kakashi-Sensei. Aufgrund der Neubesetzung nach dem Weggang von Leonhard Mahlich sollte man sich allerdings auch bewusst machen, dass er hier in große Fußstapfen treten muss.

Kleinere Unterschiede in der Aussprache der japanischen Namen, wie beispielsweise „Oroschimaru“ anstatt „Orotschimaru“ oder „Sasuuuke“ anstatt dem verschluckten „u“ bei „Saske“ fallen dem Hardcore-Fan zwar negativ auf, müssen aber aufgrund ihrer Einführung in der ersten Serie nicht zwingend korrigiert werden, da sie sonst unwissenderes Publikum verwirren könnten.

Empfehlung
Der zweite Film zum Anime Naruto Shippuuden trägt den japanischen Beititel „Kizuna“, was mit „Beziehungen“ oder „Verbindungen“ übersetzt werden kann und um solche geht es in dem Film auch vorrangig: Zum einen Amarus Beziehung zu ihrem Lehrer Shinnou, welcher sie trotz ihres Geschlechtes dazu ermutigen will, eine tolle Ärztin zu werden, sowie Naruto und Sasukes anhaltende Freundschaft, aber auch Rivalität. Das nostalgische Duo kämpft hierin ein weiteres Mal Seite an Seite, obwohl dies aufgrund der Geschehnisse des Anime unmöglich schien. Gerade deshalb eignet sich der Film für Fans des Charakters Sasuke sehr gut. Man sieht außerdem, wie sehr die Lehren des alten Bergeremiten Jiraiya seinen Schüler Naruto positiv beeinflussen, da dies an mehreren Stellen zum Tragen kommt. Die Action ist überwiegend gut und der Film zeigt den bisher wohl längsten Endkampf aller Naruto Movies, vorausgesetzt man zählt ihn trotz ganz kurzer Unterbrechung als einen einzigen Kampf. Sehr willkommen war für mich auch die Tatsache, dass in diesem Film viel Taijutsu angewandt wird und man Zeuge eines außerordentlichen Schlagabtausches zwischen Naruto und seinem Gegner ohne viel „Zauberei“ wird. Zu empfehlen ist der Film für alle  Fans von Sasuke und Narutos unbändigem Willen, den er immer wieder zeigt, wenn es brenzlig wird. Für die Geschichte des Anime hat er jedoch keinerlei Relevanz.

About Tsu

Tsu ist studierte Japanologin und in Kassels soziokulturellem Geschehen tätig. Als ehemaliger Convention-Showact und Radiomoderatorin bei Kibo.FM juckt ihr manchmal immer noch der kreative, schreibwütige Finger, weswegen man seit Oktober 2016 die eine oder andere Review von ihr bei Jimoku findet. Tsus Lieblingsanime sind „Fullmetal Alchemist Brotherhood“ und „Chikyuu Shoujo Arjuna".
Autor: Tsu
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