Nagi no Asukara Volume 2

Nagi no Asukara Volume 2

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© 2013 Project-118/Nagi no Asukara Production Committee.

Daten:

  • Regisseur: Toshiya Shinohara
  • Sprache: Japanisch (DTS-HD Master Audio 2.0), Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
  • Studio: KSM Anime
  • Erscheinungstermin: 15. März 2018
  • Produktionsjahr: 2013
  • Spieldauer: 118 Minuten
  • Preis: 42,99 € (Blu-ray), 38,99 € (DVD)

Nagi no Asukara Volume 2

Nachdem wir euch vor einiger Zeit die erste Volume von „Nagi no Asukara“ vorgestellt haben, ist Mitte April auch endlich die langersehnte zweite Volume erschienen. Nachdem uns die ersten 6 Episoden schon überzeugt haben, sind wir gespannt, ob auch die zweite Volume der Serie eine ähnliche Qualität aufweisen kann. Um zu wissen, wie gut die Serie wirklich ist, solltet ihr also unbedingt in die folgende Review schauen.

Auf zur Schiffsparade?

Für eine Zusammenfassung des Settings der Serie verweise ich auf meine Review der ersten Volume. Im Folgenden möchte ich kurz rekapitulieren, was in den Folgen 7 bis 11 passiert.

Auch wenn die Freunde es schaffen konnten, die Vorbereitungen für die Schiffsparade abzuschließen und sogar eine Opferstatue zu bauen, scheint es nicht so, als ob die Parade noch einmal stattfinden wird. Die Seebewohner und die Landmenschen schaffen es nicht, eine gemeinsame Diskussionsbasis zu finden. Sie schreien sich bei jedem Treffen gegenseitig an und tragen in diesen Gesprächen Konflikte aus, die mit der Schiffsparade eigentlich gar nichts zu tun haben.

Es scheint so, als ob die beiden Völker sich nie wieder annähern können. Die Freunde um Hikari wollen aber nicht aufgeben, da sie durch ihre Zeit an Land gelernt haben, dass die Unterschiede zwischen ihnen und den Landbewohnern nur sehr klein sind und versuchen trotzdem Alles zu organisieren. Leider wird dieser Prozess von etwas anderem überschattet: Der Seegott scheint nach und nach schwächer zu werden. Warum das so schlimm ist und welche Auswirkungen das für die Seebewohner hat, könnt ihr nur erfahren, wenn ihr euch die zweite Volume selbst anschaut!

Wiederholung

Nachdem mir die erste Volume wirklich gut gefallen hat, war ich von den ersten drei Episoden der zweiten Volume ein bisschen enttäuscht. Für mich passiert hier einfach zu wenig! Slice of Life Serien sind zwar bekannt dafür, dass die Geschichte nur sehr langsam voranschreitet, hier passiert nur leider wirklich fast gar nichts. Nachdem wir schon in der ersten Volume einige Folgen damit verbracht haben, die Parade vorzubereiten und das Opfer zu bauen, wiederholt sich die Geschichte in der zweiten Volume wieder. Das Problem dabei ist: Zu Beginn ging es noch darum, die Beziehungen zwischen den Charakteren darzustellen. Das ist nun geschehen, sodass man als Zuschauer in den neuen Episoden nichts Neues erfährt.

Dies ist leider nicht die einzige Sache, die sich im Kreis dreht. Der Streit zwischen den See- und Landbewohnern wird zwar aufgegriffen, abgesehen von den Kindern scheint sich aber auch in diesem Punkt nichts zu verändern. Ähnlich verhält es sich mit der Beziehung zwischen Akari und ihrem Vater. Schon in der ersten Volume gab es einen großen Konflikt zwischen diesen Beiden, der nicht gelöst werden konnte. Anstatt diesen etwas ruhen zu lassen, bis sich neue Erkenntnisse für eine der beiden Personen ergeben, wird diese Storyline trotzdem immer wieder aufgegriffen.

Bekannte Stärken

Etwas gerettet wird die Volume aber trotzdem von den Charakteren. Insbesondere in den letzten beiden Folgen sieht man, dass sie sich im Laufe der ersten elf Episoden schon stark weiterentwickelt haben. Das ist sicherlich immer noch die größte Stärke von „Nagi no Asukara“: Die Charaktere sind nicht Stereotypen oder „One-Trick-Ponys“, sondern heranwachsende, wandlungsfähige Kinder. Das bedeutet, dass man als Erwachsener ihre Entscheidungen nicht immer nachvollziehen kann und dass sie teilweise sogar nervig sein können. Diese charakterlichen Mängel machen sie aber weitaus glaubwürdiger.

Wie bereits in meiner ersten Review beschrieben ist die Welt von „Nagi no Asukara“ ihr wichtigster Pluspunkt und sicherlich der weitere Grund, warum man sich als Zuschauer auch beim Schauen eher langsamer Episoden nicht wirklich langweilt. Ich hätte gedacht, dass ich nach sechs Episoden alle Regeln des Zusammenlebens unter Meer und auf dem Land verstanden haben, darin habe ich mich aber stark getäuscht. Im Verlauf der Geschichte erfährt man immer mehr Eigenheiten des Settings, die die einzelnen Handlungsstränge noch interessanter machen, weil dadurch spannende Fragen aufgeworfen werden. Insbesondere die Beziehung zwischen Seegott und dem Leben unter dem Wasser macht mich sehr neugierig.

Starke letzte Episoden

Verglichen mit dem Beginn der Serie, sind die letzten beiden Episoden wieder viel besser. Das liegt daran, dass die Charaktere mit einem neuen Problem konfrontiert werden, das den Status Quo verändert. Sie können nicht mehr nur ihr gesammeltes Wissen einsetzen, um bekannte Situationen zu meistern, sie stehen nun vor einer wichtigen, weitreichenden Entscheidung, die ihr gesamtes Leben verändern könnte.

Daraufhin müssen sich die Seebewohner viele verschiedene Fragen stellen, die man glücklicherweise als normaler Mensch nie beantworten muss. Besonders erfrischend hierbei ist, dass die Charaktere nicht nur typische Standardfloskeln von sich geben, sondern sich genau die Dinge fragen, die ich als Zuschauer auch gern erfahren hätte.

Man merkt als Zuschauer in diesen Episoden sehr gut, wie sehr sich die Atmosphäre der Serie geändert hat. Die vorherigen Episoden hatten zwar auch schon Konflikte, nun steht aber mehr als nur die Schiffsparade auf dem Spiel. Das führt dazu, dass auch die Erwachsenen bestimmte Dinge vergessen und sich nun aufs Wesentliche konzentrieren. Stark ist auch die Struktur dieser Episoden. Zu Beginn wird nur angedeutet was passieren wird, wodurch man als Zuschauer auch im Dunkeln gelassen wird. Man fragt sich: „Warum haben sich die Charaktere so sehr verändert?“ Erst nach und nach kann man erahnen, was wirklich passieren wird.

Große Unterschiede bei der technischen Umsetzung

Einen großen Einfluss auf die Faszination der Wasserwelt haben immer noch die schönen flüssigen Animationen, die man von P.A. Works gewöhnt ist. Hier kann man aber relativ große Unterschiede zwischen der Wasser- und der Landwelt erkennen. Sind Unterwasser sehr viele Details und kleine Easter-Eggs versteckt, wird die Welt auf dem Land dagegen eher langweilig. In den Hintergründen passiert weitaus weniger als unter Wasser und auch die Zeichnungen wirken generischer.

Dies ist sicherlich ein weiterer Grund dafür, dass die ersten Episoden der zweiten Volume etwas schwächer wirken.

Die deutsche Übersetzung hat mir prinzipiell ganz gut gefallen. Besonders verglichen mit KSM-Animes erster P.A. Works-Serie „Shirobako“ passen die meisten Stimmen besser zu den Charakteren und die Aussprachefehler sind weitaus seltener. Einige Dialoge wirken leider etwas zu direkt übersetzt (beispielsweise der Dialog zwischen Itaru und Akaris Vater in Episode 11), wobei hier für mich nicht ersichtlich ist, ob hier der Originaldialog nicht auch schon etwas steif war. Negativ aufgefallen ist mir sonst, dass in Episode 7 das Wort „Nikoman“ (in Wirklichkeit: „Nikuman“) nicht übersetzt wurde. Animefans mit zusätzlicher Japanaffinität wissen was das ist, Neulinge werden aber sicherlich fragend vor ihrem Fernseher sitzen, wenn sie diesen Begriff hören.

Trotz Schwächen eine Empfehlung

Auch wenn die erste Volume der Serie mir insgesamt etwas besser gefallen hat, konnten die Episoden 10 und 11 den Gesamteindruck stark verbessern. „Nagi no Asukara“ ist keine Serie für Fans von großer Action, vielmehr stehen hier mehrere Charaktere sowie ihre Entwicklung im Vordergrund. Dabei konzentriert sich die Serie glücklicherweise nicht nur auf ein paar gleichaltrige Schülerinnen und Schüler, sondern fokussiert auch jüngere Kinder sowie Erwachsene.

Personen, denen die erste Volume gefallen hat, werden sich die zweite Volume sicherlich schon gekauft haben. Wer bisher noch keine Slice of Life Serie geschaut hat, sollte der Serie aber ruhig einmal eine Chance geben, da die dramatischen Szenen in „Nagi no Asukara“ wirklich glaubhaft und spannend geschrieben sind. Falls ihr skeptisch seid, könnt ihr auch erst mit „Shirobako“ anfangen, der uns noch besser gefällt.

Bewertung: 6,5/10 Punkte

About Shin

Shin hat im Jahr 2016 sein Masterstudium in Soziologie abgeschlossen und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Anime mag Shin schon seit sehr vielen Jahren. Spätestens seit dem Besuch seiner ersten Convention - der Connichi 2003 - ist er fasziniert von der Welt der Anime. Seit August 2016 ist Shin festes Mitglied von Jimoku und kümmert sich zum größten Teil um das Schreiben von Reviews. Sein Lieblingsanime ist "Space Brothers".
Shin

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