Miss Hokusai

Miss Hokusai

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© Hinako Sugiura – MS.HS / Sarusuberi Film Partners

Daten:

  • Regisseur(e): Keiichi Hara
  • Sprache: Japanisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
  • Studio: KAZÉ Anime
  • Erscheinungstermin: 28. Oktober 2016
  • Produktionsjahr: 2015
  • Spieldauer: 93 Minuten
  • Preis: 16,49€ DVD oder 20,99€ Blu-ray bei amazon.de

Große Kunst im alten Japan

Katsushika Hokusai war ein japanischer Maler und einer der bedeutendsten Vertreter des Ukiyo-e-Genres. Seine bekanntesten Werke sind die Farbholzschnitte der Serie „36 Ansichten des Berges Fuji“. Seine Holzschnitte sind in der ganzen Welt berühmt und beeinflussten europäische Meister wie van Gogh und Monet.

Doch dieser Anime soll nicht ein Biopic über Katsushika Hokusai gehen, sondern viel mehr thematisiert sie das Leben seiner Tochter O-ei. In der Edo Zeit, genaugenommen im Jahre 1814 lebte O-ei gemeinsam mit ihrem Vater in einer sehr großen Stadt, die später einmal Tokyo werden würde. Hin und wieder empfängt O-eis Vater Klienten, die Kunstwerke in Auftrag gaben. O-ei lernte von Ihrem Vater dieses Handwerk und unterstützt ihn nun bei seinen Arbeiten. Und doch scheint O-ei noch nicht ausgelernt zu sein. Bilder müssen vollendet werden, denn sonst spielen sie ihr Unwesen. Die Geschichte von O-ei nimmt uns nicht nur in eine Biographie mit, wie man es erwartet, auch die für Japan typischen Geschichten über Geister finden sich in dem Film wieder. Und ganz nebenbei wird auch die Geschichte der kleinen blinden Schwester erzählt, die sich eigentlich doch nur die Liebe ihres Vaters wünscht.

Miss Hokusai (OT: Sarusuberi: Miss Hokusai) Anime-Biopic, Japan, 2015, 90 Min., Regie: Keiichi Hara, die Filmbiographie basiert auf dem Manga von Hinako Sugiura und erzählt die Vita Hokusais aus der Perspektive seiner Tochter Katsushika O-ei, die ebenfalls eine begabte Künstlerin und Mitarbeiterin ihres Vaters war, der allerdings im patriarchalischen Japan des 19. Jahrhunderts die Anerkennung versagt blieb. Kinostart in Deutschland 16.6.2016 ihrer Zeit.

Regisseur Keiichi Hara (Summer Days with Coo) holt die lange vergessene O-Ei aus dem übergroßen Schatten ihres berühmten Vaters heraus. Miss Hokusai zeichnet nicht nur das ergreifende Portrait einer ganz besonderen Künstlerfamilie, sondern entführt die Zuschauer auch auf eine faszinierende Reise in das Tokyo vor 200 Jahren. Damals verwandelten Arbeiter und Samurai, Geschäftsleute und Adlige, Künstler und Kurtisanen die Stadt in eine der blühendsten Metropolen.

Extras der Collector Edition:

  • hochwertige Holzbox
  • DVD und Blu-ray mit Film
  • 88-seitiges Booklet
  • 5-teiliges Postkarten-Set
  • Bonus DVD mit:
  • Making-of (120 Min.)
  • Interview mit Regisseur Keiichi Hara (15 Min.)
  • Hokusai X Manga (20 Min.)

Auszeichnungen:

Miss Hokusai wurde international bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet:

  • dem Jury-Preis auf dem Annecy International Animated Film Festival 2015
  • bester animierter Spielfilm auf dem Sites International Fantastic Film Festival 2015.

Nun wurde der Film auch für die 89. Academy Awards in der Kategorie Bester Animationsfilm eingereicht. Als einer von 27 Animationsfilmen hat er damit die Chance auf eine OSCAR-Nominierung. Ob Miss Hokusai tatsächlich nominiert ist, und damit zu den 5 besten gehört, erfahren wir wohl erst am 24. Januar. Die tatsächliche Oscar-Verleihung folgt am 26. Februar 2017.
Wir drücken die Daumen für dieses sagenhafte Meisterwerk.

Fazit:

Dieser Film mag für andere vielleicht anspruchslos sein, allerdings kann ich dem nur widersprechen. Der Film thematisiert so viele Elemente, dass man schon echt aufpassen muss, dass man nichts verpasst. Ganz besonders mag ich, dass der Film nicht in der Zeit springt. Bisher habe ich viele Filme gesehen, die Elemente der Edo Zeit hatten, jedoch waren sie oft verbunden mit Sci-Fi Elementen, oder aber auch mit Gegenwertigen Zeitelementen. Genau dies geschieht bei Miss Hokusai nicht. Allerdings frage ich mich doch bei der deutschen Synchronisation, oder man muss ja eher sagen „Übersetzung“, ob die Bürger der Edo-Zeit wirklich so ein Sprachgebrauch hatten?! Ich denke wenn die Übersetzung noch angemessener gewesen wäre, würde es dem Film noch mehr die Magie verleihen, seine Zuschauer in die vergangene Edo Zeit zu entführen. Sehr schön verkörbert waren die einzelnen Charaktere. Den Unterschied des Benehmens einer Konkurbiene und einer normalen Bürgerin kam hier wirklich gut zur Geltung. Auch sehr spannend war, dass man das Verhalten der Maskulinen Welt nicht ins Rampenlicht gerückt hat. Es erzählte nur wenige Details, gerade genügend um sich dazu seine Gedanken bilden zu können. Aber warum sollte auch die maskuline Welt eine Rolle spielen, wenn es doch hier um Miss Hokusai gehen soll. Um eine Frau in der Edo Zeit? Ach ja und der Zeichenstil: wirklich der Zeit angepasst. Schwer zu erklären: schön war, dass die Kunst von Miss Hokusai und auch von Ihrem Vater gut zur Geltung kamen. Japanische Kunst, wie sie einen Markt zeichneten oder einen Drachen…

Sezu

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