„Magical Girl Ore“

„Magical Girl Ore“

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© 2018 Studio Pierrot,

Daten:

  • Sprache: Japanisch (DTS-HD 5.1)
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • FSK: ab 16
  • Studio:Studio Pierrot
  • Erscheinungstermin: März 2018
  • Produktionsjahr: 2018
  • Spieldauer: 12 Folgen à 24 Minuten
  • Streamingdienst: Crunchyroll

Über keine andere Serie wurde in der Springseason 2018 so viel geredet, wie über den Anime aus dem Studio Pierrot. Allein das Teaserbild, einem Magical Girl in voller Mannespracht, ließ die Fans schon spekulieren, in welche Richtung der Anime sich wohl entwickelt. Und auch nachdem die 12 Folgen nun im Simulcast auf Crunchyroll seit März liefen, scheiden sich die Geister bei der Serie. Selbst hier in der Jimoku-Redaktion gibt es unterschiedlichste Meinungen zu dem männlichen Magical Girl Ore.

 

Wie man plant, so klappt das nie

Saki Uno ist 15 Jahre alt und ihr größter Wunsch ist es, mal ein Magical Girl zu werden. Aber das scheint unmöglich, deswegen versucht sie ihre ersten Gehversuche, gemeinsam mit ihrer Freundin Sakuyo Mikage, in der Welt der Idolgroups.
Heimlich steht Saki auf den großen Bruder ihrer besten Freundin, der ebenfalls ein Idol ist. Doch er ist sehr still und verschlossen, so das Saki in einfach aus der Ferne anhimmelt und jede Minute mit ihm genießt.
Als wäre dieses Leben nicht schon kompliziert genug, trifft sie eines Tages auf einen ominösen, abgedrehten Mann, der zu den Yakuza gehört. Von dem erfährt Saki, dass ihre Mutter mal ein Magical Girl war und sie dieses Erbe nun antreten darf, wenn sie das will.
Saki zögert nicht lange mit der Einwilligung, als ihr Schwarm von Monstern entführt wird. Doch als sie sich das erste Mal in ein Magical Girl verwandelt, um ihre heimliche Liebe vor den Männern mit dem den Eichhörnchenköpfen zu retten, kommt alles anders als erwartet.
Sie hat zwar ein niedliches Kostüm an, viele Rüschen und Herzen zieren das Kleid, aber sie selbst hat sich auch verändert. Sie ist nun ein Kerl und steckt in einem kurzen Kleid. Doch lange Zeit zum Nachdenken hat sie nicht. So kämpft sie das erste Mal unter der „Regie“ des Yakuza-Manns gegen die Dämonen.
Als die Dämonen von ihm ablassen, wird schnell klar, dass ihr Schwarm zwar nicht auf ihre weibliche Seite steht, sondern auf sie in ihrer männlichen Gestalt mag. Das erste Mal sieht man so etwas wie Gefühlsregungen bei ihm. Und um da Liebeswirrarr komplett zu machen, wird auch ihre beste Freundin zum männlichen Magical Girl, die wiederum der weiblichen Saki die Liebe gesteht.
Und bei all diesen Liebeskomplikationen soll man noch ohne Probleme ein gutes Magical Girl werden? Das kann ja heiter werden. Der Startschuss für viel Satire und Humor ist gefallen.

 

Schwarzer Humor

Schon beim Schauen der ersten Folge wird schnell klar, dass alles durch den Kakao gezogen wird, was man durchziehen kann. Die Serie strotzt vor Klischees und diese werden schamlos übertrieben. Sei es nun die dümmlich naiven Charaktere, die Grimassen und Gesichter der Protagonisten in den verschiedenen Situationen, die Verwandlungszenen, aber auch die Liebesgeschichte.
Es ist zwar irgendwie eine Magical Girl Serie, aber in erster Linie ist es wohl Satire. Die Protagonisten sind schon extrem übertrieben in ihren Charakteren dargestellt. Besonders männlich, besonders weiblich, besonders niedlich. Allein die vielen schmalzigen Dialoge zeigen schon, dass man die Serie vielleicht nicht so ganz ernst nehmen sollte.
Oft bekommt man eine sexuelle Komponente in der Serie geboten. Liebe besteht zwischen Jungs, zwischen Mädchen, zwischen Mädchen und Jungs. Alles, was man sich an Liebesbeziehungen vorstellen kann, wird so ganz nebenbei zwischen der eigentlichen Handlung auf den Tisch gebracht. Und ich glaube, gerade weil es Satire ist, tut es diesem Geschlechterklischee und -kampf sehr gut. Man bekommt in der Serie oft das Gefühl, das die Macher Serie sagen wollen: Hey, man kann sich über viele Themen auch gekünstelt und zu viel aufregen.

 

So niedlich

Die Zeichnungen leben vom übertriebenen Kitsch. Glitzer, Pink, Blau, Herzchen, Rüschen, große Kulleraugen. Alles, was das Magical Girl Genre hergibt, wird hier genommen und farblich nochmal eine Schippe draufgelegt. Wenn dieser derbe Humor nicht wäre, dann könnte man fast einen Kawaii-Zuckerschock bekommen. Die Farben sind satt und strahlend, die Animation, wie vom Studio Pierrot zu erwarten, auf einem hohen Level.

 

Das ist nicht Jedermanns/ -fraus Sache

Der Humor ist schon derbe und schwarz, dennoch hat die Serie viel Potential. Denn wenn man mal hinter den ganzen Klamauk der Serie schaut, dann kann man erkennen, dass die Autoren von Magical Girl Ore vielen Fans mal einen Spiegel vorhalten. Schaut mal, um was es in diesen eigentlich harmlosen Serien geht, die man als Magical Girl kennt.
Mir persönlich sagt der Humor zu. Und ich glaube, gerade wenn man Magical Girl Fan ist, dann kann man erst recht darüber lachen. Denn man findet alle naselang etwas, wo man denkt: „Ach, das ist Sailor Moon“, „Oh, Wedding Peach!“, und „Ja, das könnte Utena sein“.
Die Serie ist bestimmt nicht für alle etwas. Denn viele Serien, die man kennt, werden in einer Art und Weise hinterfragt, die vielleicht dem einen oder anderen sauer aufstößt.
Ich für meinen Teil jedoch mag die Serie sehr. Sie baut aufeinander auf und trotz dem Klamauk gibt es eine Story. Ich mag den Humor und konnte herzlich lachen.
Schaut einfach mal rein, wer weiß, vielleicht packt es euch auch.

Kari

About Kari

Freak, Otaku, Leseratte, Waffelschaden, Cosplayerin, Fotografin und das alles mit rosa Zuckerwatte im Kopf. Erwachsen ist man noch oft genug, ich geh mal schaukeln!

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