„Hallo Kurt“

„Hallo Kurt“

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© 1981 Shizue Takanashi, Shunichi Yukimuro, KODONSHA, TMS, KSM

Daten:

  • Regisseur(e): Shigetsugu Yoshida
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 4:3 (Vollbild)
  • Anzahl Disks: 4
  • FSK: 6
  • Studio: TSM
  • Erscheinungstermin: in Deutschland 2013 bei KSM
  • Produktionsjahr: 1981
  • Spieldauer: ca 1458 Minuten (etwa 24 Stunden)
  • Preis: 44,90€

Es wird Zeit für einen neuen alten Klassiker

Aus der Feder von Mangaka Shizue Takanashi wurde „Ohayō! Supanku“ nach einer Idee von Shunichi Yukimuro von 1979 bis 1982 gezeichnet. Vor allem bei Kindern im Grund- und Mittelschulalter kam der Manga an und so beschloss das Animationstudio TMS (u.a. Lupin und Detektiv Conan) unter der Regie von  Shigetsugu Yoshida aus der Geschichte um den kleinen Hund Supanku einen Anime zu machen.

Entstanden ist ein liebevoller Slice of Life Klassiker, den wir in Deutschland unter dem Namen „Hallo Kurt“ kennen.
Die 63 Folgen liefen das erste Mal 1995 auf RTL2 in Deutschland und sind seitdem in den Herzen der Fans fest verankert.
Vor allem das Titellied können noch viele mitsingen, sobald der erste Ton erklingt.

Was jedoch viele nicht wissen ist die Tatsache, dass das deutsche Opening ursprünglich ein italienises Opening zu der amerikanischen Zeichentrickserie „Beverly Hills Teens“ war. Für „Hallo Kurt“ wurde die Melodie übernommen und ein passender Text zum Anime verfasst.

 

Deutsches Opening:

Manche Tage sind eine Plage,
scheinen alle Wege verstellt,
wenn die Tränen kein Ende nehmen,
dann brauchst du einen der zu dir hält.

Manche Sachen sind nicht zum Lachen,
dann glaubst du das dich keiner versteht,
weht der Regen dir kalt entgegen,
dann brauchst du einen, der mit dir geht.

Auf dieser Erde fühlt man sich oft so klein,
Erwachsen werden kann oft ziemlich schwer sein,
doch weil es dich gibt bin ich niemals allein (nie allein)

Hallo Kurt, Gott sei Dank hab´ ich dich,
du bist mal wieder die Rettung für mich,
ich weiß schon wieder nicht weiter,
Hallo Kurt, lass mich nicht im Stich.

Hallo Kurt, Gott sei Dank bist du da,
kein Freund war mir je so lieb und so nah,
kein Hund war jemals gescheiter
Hallo Kurt, mein Guter, hallo, hallo, hallo Kurt

Ich weiß wie immer nicht weiter,
Hallo Kurt, lass mich nicht im Stich,
Hallo Kurt, Gott sei Dank bist du da,
Kein Freund war mir je so lieb und so nah,
kein Hund war jemals gescheiter
Hallo Kurt, mein Guter, hallo, hallo, hallo, hallo Kurt

 

Der Hund, der beste Freund des Menschen

Nachdem die Mutter von Anna Mertens (im Original heißt sie Aiko) einen Job in Paris angenommen hat, muss Anna zu ihrem Onkel in eine kleine Stadt an der Küste ziehen. Ihr Vater wird seit einem Segelbootausflug vermisst.
An diesem Fremden Ort kennt sie jedoch niemanden, deshalb ist sie umso glücklicher, dass ihr kleiner Hund „Hundchen“ mit in die Fremde zieht. Dann schlägt das Schicksal gnadenlos zu. Hundchen wird von einem Auto angefahren und überlebt diesen Unfall nicht. Anna ist verzweifelt und fühlt sich einsamer denn je.

Von der Trauer übermannt geht sie am Hafen spazieren. Dort trifft sie auf einen kleinen, herrenlosen Hund, der Kurt heißt. Der spürt Annas Traurigkeit. Doch Anna lässt sich auf die Aufmunterungsversuche des drolligen Kerls nicht ein und beschimpft ihn sogar mit verflohter Köter.

Ein Mann, der sich ebenfalls am Hafen aufhält, erzählt Anna die Geschichte des Streuners. Kurts Herrchen ist ebenfalls bei einem Bootsausflug verschwunden und wartet nun treu und geduldig jeden Tag am Hafen auf seine Rückkehr. Anna fühlt sich sofort mit Kurt verbunden, denn sie teilen das gleiche Schicksal. Sie Freunden sich an. Kurt wird Annas neuer Gefährte und mit dem Hund an ihrer Seite lernt sie schnell neue Freunde kennen.

Und wie das als Teenager eben so ist, kommt auch bald die erste große Liebe, es gibt Eifersucht und auch Tiere, die durch die gleichen Tiefen und Höhen gehen, wie die menschlichen Freunde.

 

Was für komische Tiere

Die menschlichen Charaktere sind für einen „Kinderanime“ wirklich in einer sehr angenehmen Tiefe ausgearbeitet. Anna und die Menschen, die sie kennenlernt, sind gut ausgearbeitet und bringen alle ihr eigenes Leben mit in die Geschichte. Probleme im Elternhaus, Wünsche und Träume für die Zukunft, Schule, die nicht immer leicht ist und das Erwachsenwerden, was in dem ganzen Hormonhaushalt noch oben draufkommt. Ein Teenagerleben ist eben nicht leicht.
Man begleitet sie wirklich gerne auf dieser Reise und in dem Ausschnitt ihres Lebens.

Eigentlich ist es wie ein ganz normaler Slice of Life Anime. Aber „Hallo Kurt“ ist eben noch mehr.

Diese merkwürdigen Tiere spielen ebenfalls eine ganz große Rolle in der Handlung. Hunde und Katzen, die sich wirklich nicht immer wie Tiere verhalten. Kurt ist ein Hund, soviel ist klar, aber immer wieder fragt man sich, was denn das für eine kuriose Mischung an Hunden es ist. Er geht auf zwei Beinen, er und seine Freunde tragen Kleidung und seine Gestik und Mimik helfen stets, ihn zu verstehen. Denn auch wenn man meinen möchte, sprechen können Kater Tarzan und Kurt nicht.
Dennoch agieren sie wie ihre menschlichen Mitstreiter. Während Anna sich das erste Mal verliebt, verliebt sich auch Kurt. In eine Katze.
Auch mit Eifersucht hat Kurt es zu tun. Denn Kater Tarzan hat es auch auf die schöne Katze abgesehen.

 

Altbacken?

Jetzt könnte man meinen, da der Anime ja schon fast 40 Jahre auf dem Buckel hat, ist er altmodisch und geht gerade in dem Genre Slice of Life völlig unter. Aber dem ist nicht so. Natürlich sieht man der Art der Animation an, dass der Anime schon in die Jahre gekommen ist. Auch die eingedeutschten Namen wie Anna, Andreas und Kurt wirken für eine aus Japan kommende Serie erst einmal befremdlich.

Doch die Handlung und die deutsche Synchronisation machen diese kleinen „Altersschwächen“ schnell wieder weg.
Denn genau dieses kann auch heute passieren. Teenies kommen in eine andere Stadt, müssen sich neu integrieren und haben es das erste Mal mit Schmetterlingen im Bauch zu tun. Es geht halt um Freundschaft und einen Platz im Leben finden. Dabei kommt die Serie völlig ohne Kampfszenen aus und es braucht auch keine Magie, damit es spannend bleibt. Es überzeugen die Charaktere und ihre Geschichten mitten aus dem Leben. Die Slapstik und Comedyeinlagen der tierischen Protagonisten sorgen für allehand Lacher. Die Gefühle von Anna und den übrigen Menschen gehen einem nah und man fühlt schnell mit ihnen mit.

 

Erinnerungen aufleben lassen und die Kiddies involvieren

Wem ich „Hallo Kurt“ empfehle?

Natürlich auf jeden Fall allen „älteren Semestern“, die sich wieder in ihre Kindheit katapultieren wollen. Mit dem kleinen Streuner schafft ihr das garantiert. Aber auch für Anime-Neulinge, die ruhige Geschichten lieben, bei denen man aber lachen, weinen und mitfühlen kann, die sollten sich diesen Anime nicht entgehen lassen.
Perfekte Familienunterhaltung ist es auf jeden Fall.

Action und Fantasie sucht man vergeblich, aber Hund Kurt schafft es garantiert beim ersten Wuff und dem ersten Augenaufschlag, die Herzen der großen und kleinen Fans im Sturm zu erobern.

Kari

About Kari

Freak, Otaku, Leseratte, Waffelschaden, Cosplayerin, Fotografin und das alles mit rosa Zuckerwatte im Kopf. Erwachsen ist man noch oft genug, ich geh mal schaukeln!

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