Haikyuu!! The Movie – Ende und Anfang

Haikyuu!! The Movie – Ende und Anfang

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© 2015 H. Furudate / Shueisha / „HAIKYUU!!“ Project /MBS

Daten:

  • Regisseur: Susuma Mitsunaka
  • Sprache: Japanisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
  • Studio: peppermint anime
  • Erscheinungstermin: 27. April 2018
  • Produktionsjahr: 2015
  • Spieldauer: 9 Minuten
  • Preis: 20,99 € (Blu-ray), 19,99 € (DVD)

Haikyuu Movie 1 – Ende und Anfang

Nachdem Peppermint Anime die komplette erste Staffel von „Haikyuu!!“ in Deutschland herausgebracht hat, können Fans seit dem 27. April 2018 auch den zugehörigen Film: „Haikyuu!! Movie 1 – Ende und Anfang“ erwerben. Ähnlich wie schon bei „Assassination Classroom“ handelt es sich hierbei um einen sogenannten „Recap-Film“. Die Geschichte der ersten 13 Episoden werden in einer neuen Schnittfassung nacherzählt. Neuerungen darf man als Zuschauer hier also nicht erwarten. Ob es sich trotzdem lohnt, den Film anzuschauen und für welche Zielgruppe er besonders relevant sein kann, werden wir in der folgenden Review herausarbeiten. Dabei wird auch der Vergleich zwischen Anime und Film gezogen.

Größe ist nicht alles

Die Geschichte des Films unterscheidet sich nicht von der seiner Anime und Manga-Vorlage. Für eine ausführliche Beschreibung des Settings verweise ich euch deshalb auf unsere Reviews der anderen Volumes.

Hinata wurde von seinen Klassenkameraden schon immer eher belächelt, da er – sogar für einen Japaner – sehr klein ist. Eines Tages sieht er zufällig im Fernsehen ein Volleyballmatch. Dabei fällt ihm ein Spieler besonders auf: Der kleine Gigant. Im Gegensatz zu seinen Mitspielern ist er sehr klein, kann durch seine enorme Sprungkraft und Technik seine Gegenspieler aber trotzdem locker besiegen. Das inspiriert Hinata; er möchte nun selbst Volleyballspieler werden. Leider gibt es dabei nur ein Problem: An seiner Schule interessiert sich kaum ein anderer Junge für den Sport. Das führt dazu, dass er fast immer alleine oder mit den Mädchen zusammen trainieren muss.

Einige Jahre später ist es für ihn jedoch so weit: Er kann auf die Karasuno-Oberschule wechseln. Nach der Ära des kleinen Giganten konnte das Team leider nicht mehr an den Erfolg früherer Tage anknüpfen, weshalb Hinata aber überhaupt erst die Chance hatte, auf der Schule angenommen zu werden. Doch er ist nicht der einzige neue Spieler auf der Schule. Tobio Kageyama, eines der größten Talente der Mittelschulszene, wählte auch die Karasuno-Oberschule. Das ist für Hinata nicht annehmbar, da er Kageyama als seinen größten Rivalen ansieht und unbedingt gegen ihn gewinnen will.

Nun müssen die beiden Rivalen gemeinsam Karasuno dabei helfen, wieder auf die Erfolgsspur zu kommen. Welche Hindernisse sich ihnen in den Weg stellen und wie stark ihre Mitspieler sind, könnt ihr erst erfahren, wenn ihr euch den Film (oder die Serie) selbst anschaut.

Ein Nostalgietrip

Verglichen mit anderen Recap-Filmen bietet „Haikyuu!! Movie 1 – Anfang und Ende“ nicht besonders viel Neues. Oft werden in Filmen dieser Art extra neue Szenen animiert, um den Fans noch mehr Gründe zum Kauf zu geben. In diesem Werk gibt es genau zwei neue Szenen. Filmexklusiv sieht man Asahi und Nishinoya gemeinsam mit einigen Teamkameraden einen Besen reparieren. Eine weitere Szene, die man aus dem Manga schon kennt, die aber in der Serie bisher nicht animiert wurde, zeigt Begebenheiten aus der Kindheit von Kenma und Kuroo (von der Nekoma-Oberschule) so ziemlich am Ende des Films. Abgesehen davon sehen wir nur bereits bekannte Szenen, die neu zusammengeschnitten wurden.

Die erste Zielgruppe für diesen Film sind deshalb sicherlich Fans der Original-Serie. Man kann ihn einlegen und an die Abenteuer zurückdenken, die man gemeinsamen mit den Karasuno-Spielern erlebt hat. Nachdem man die dritte Staffel schon im Simulcast bei Akiba Pass sehen konnte, hatte ich fast schon vergessen, wie die erste Staffel begann. Es ist ein schönes Gefühl, diese Szenen noch einmal zu sehen und sich an sie zu erinnern. Auch zeigen sie nochmal, wie sehr sich die unterschiedlichen Charaktere im Verlauf der Zeit schon weiterentwickelt haben.

Auch für Neulinge geeignet

Die zweite Zielgruppe sind sicherlich Anime-Fans, die an der Geschichte von Haikyuu!! (und besonders den weiteren Staffeln) interessiert sind, aber nicht die Zeit aufbringen können, sich die gesamte Serie anzuschauen. Ein Grund hierfür ist, dass er – im Gegensatz zu anderen Recap-Movies – nicht die gesamte erste Staffel, sondern nur die erste Hälfte nacherzählt. Hierdurch müssen nur sehr wenige wichtige Geschehnisse gekürzt werden, was dazu führt, dass Neueinsteiger kaum Handlungsstränge verpassen.

Dies funktioniert, da der Film – noch stärker als die Serie – speziell zu Beginn, Hinata stark in den Vordergrund stellt. Wir verfolgen einen Jungen, der versucht seinen Traum zu verwirklichen, obwohl er nicht die besten Voraussetzungen dafür besitzt. Fast komplett ohne Dialog kann man schon in den ersten Minuten durch den cleveren Einsatz von Kamerawinkeln und Musik mit ihm mitfühlen und hofft, dass er es schafft, den Traum zu verwirklichen. Wir lernen den Hauptcharakter sehr gut kennen, wodurch es einfacher ist, die anderen Figuren zu akzeptieren – in Beziehung zu Hinata.

Einige Kürzungen

Die ersten 13 Episoden von „Haikyuu!!“ haben zusammen (ohne Openings und Endings) etwas über 250 Minuten Laufzeit, der Film hingegen kommt mit knapp 90 Minuten aus. Das bedeutet natürlich, dass einige Kürzungen vorgenommen werden mussten. Durch den Fokus auf Hinata (zu Beginn) sowie eine sehr clevere Struktur im Film fällt dies aber wirklich kaum auf. Trotzdem müssen Fans sich damit zufrieden geben, dass – abgesehen von Hinata – die anderen Figuren nur sehr sporadisch charakterisiert werden. Man erfährt etwas über ihre prägenden Eigenschaften, viel mehr aber nicht. Einige Spieler wie Suga und Tsukishima, die im Anime wenigstens teilweise wichtig sind, stehen im Film fast komplett am Seitenrand. Besonders auffällig ist dies leider bei Kageyama, über den wir weitaus weniger erfahren, als nötig wäre. Er ist der klare zweite Hauptcharakter des Films und viele seiner Handlungen sind – ohne Vorwissen – nur schwer nachzuvollziehen.

Daneben fehlt das Spiel gegen die Aoba-Johsai-Oberschule komplett. Der Regisseur entschied sich dafür, das Spiel gegen die Nekoma-Oberschule in großem Detail wiederzugeben, das andere Duell dafür komplett rauszulassen. Für Fans ist das sicherlich sehr traurig, für den Film selbst ist dies aber wohl die richtige Entscheidung. Hätte man in der gleichen Zeit zwei wichtige Spiele darstellen müssen, wäre es sicherlich nicht möglich gewesen, beide ausführlich genug zu betrachten. Das hätte dazu geführt, dass eine der Stärken von „Haikyuu!!“ – die Charakterentwicklung innerhalb des Spiels – nicht wirklich zum Tragen gekommen wäre. Da das Spiel gegen Nekoma das interessantere und das wichtigere Spiel ist, kann ich die Entscheidung, nur dieses eine Spiel zu animieren nachvollziehen.

Animationen und Musik auf Top-Level

Verglichen mit anderen Filmen wie „A Silent Voice“ sieht „Haiykuu!! Movie 1 – Anfang und Ende“ etwas unspektakulär aus. Wenn man aber bedenkt, dass hier fast nur Szenen aus einer TV-Serie übernommen werden, fällt das Urteil weitaus günstiger aus. Wie in meinen Reviews zu der Serie bereits geschrieben, schafft Production I.G. es besonders gut, die Spiele dynamisch darzustellen. Ein noch größeres Lob verdient aber die Musik des Filmes. Insbesondere die erste Szene, in der wir Hinata kennenlernen, wirkt perfekt auf die Musik abgestimmt und erinnert fast schon an legendäre Trainings-Montagen der 80er (wie zum Beispiel Rocky). Sehr erfreulich ist auch, dass man gegen Ende des Films noch einmal das sehr rockige und passende Opening der Original-Serie zu hören bekommt.

Die deutsche Umsetzung befindet sich auf einem ähnlich guten Niveau wie die Serie. Die Stimmen der Hauptcharaktere sind passend gewählt und der Großteil der Übersetzung wirkt passend. Wie bereits in meiner Review zur zweiten Volume geschrieben, ist besonders auffällig, dass die Leistung von Roman Wolko als Kageyama erst im Laufe der Zeit besser wird, da er sich anscheinend erst einmal an die Figur gewöhnen musste. Kleinere Aussprachefehler (Was ist ein „Nikoman?“) sind zu verschmerzen, da man sie aus anderen deutschen Releases schon gewöhnt ist.

Besser als erwartet

Ich bin kein großer Fan von Recap-Filmen, da diese die Geschichte und die Charakterentwicklung nicht vorantreiben und häufig zu viele Szenen rausgeschnitten werden, um die Serie wirklich originalgetreu wiederzugeben. „Haikyuu!! Movie 1 – Anfang und Ende“ hat auch einige dieser Probleme, macht aber einen besseren Job als andere Filme dieser Art, da die Erzählstruktur etwas angepasst wurde und somit eher zum Medium Film passt.

Fans von Sport-Anime würde ich trotzdem dazu raten, sich die Serie von „Haikyuu!!“ anzuschauen, da sie hier viel mehr Hintergrundinformationen zu den Charakteren erhalten. Wenn jemand aber unbedingt die zweite (oder dritte) Staffel schauen möchte, oder falls ihr einem Freund zeigen wollt, warum ihr die Serie so sehr liebt, könnt ihr euch den Film kaufen, auch als günstigere Alternative zu den beiden ersten Volumes der Serie.

Meine Bewertung: 6,5/10 Punkte

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About Shin

Shin hat im Jahr 2016 sein Masterstudium in Soziologie abgeschlossen und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Anime mag Shin schon seit sehr vielen Jahren. Spätestens seit dem Besuch seiner ersten Convention - der Connichi 2003 - ist er fasziniert von der Welt der Anime. Seit August 2016 ist Shin festes Mitglied von Jimoku und kümmert sich zum größten Teil um das Schreiben von Reviews. Sein Lieblingsanime ist "Space Brothers".
Shin

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