God Eater

God Eater

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Cover God Eater
©BNEI / PROJECT G.E.

Daten:

  • Regisseur: Takayuki Hirao
  • Sprache: Japanisch (DTS-HD Master Audio 2.0), Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: KSM Anime
  • Erscheinungstermin: 30. August 2016
  • Produktionsjahr: 2015
  • Spieldauer: 120 Minuten
  • Preis: 44,99€

Und wieder kreierte sich der Mensch seine größte Bedrohung selbst

Einen Vorgeschmack auf die Fortsetzung des japanischen Videogames „God Eater“ können sich nun auch deutsche Gamer durch die 13-teilige gleichnamige Anime-Serie holen. 2010 erschien das Game „God Eater Burst“ auf dem japanischen Markt, seine Weiterentwicklung für PS Vita und Microsoft soll ab 2016 auch in Europa und Nordamerika erhältlich sein. Der Anime zum Game ist seit Juli 2015 auch in deutscher Synchro zu finden, weshalb ich mich mal genauer mit der Actionserie auseinandersetzte.

Der Anime spielt im Japan des Jahres 2071. Knapp 20 Jahre zuvor entwickelte eine Gruppe junger Wissenschaftler auf der Suche nach (wie sollte es in solchen Zukunftsszenarien auch anders sein?) einer Lösung für das Problem knappgewordener Energiequellen eine neue Lebensform, sogenannte „Oracle Zellen“, welche sich bald unkontrolliert weiterentwickeln und vermehren. Daraus entstehende höhere Lebewesen, die Aragami, werden zur absoluten Bedrohung der menschlichen Zivilisation. Die in verschiedene Arten unterteilten Monster sind herkömmlichen Waffen weit überlegen, nur die God Arcs, lebendige Schwerter und Kanonen, die von speziellen Soldaten, den God Eatern, geführt werden, sind den dämonischen Wesen ebenbürtig. Vom Ursprung der Aragami erzählen immer wieder zwischengeschaltete Rückblicke. Szenen in Schwarz/Weiß berichten uns im Laufe der Serie über die Wissenschaftler der Organisation Fenrir und deren Visionen.

Gleich zu Beginn der Anime-Serie wird uns ein neuer Soldat, Lenka Utsugi, vorgestellt, der den Kampf gegen die Aragami aufnehmen will. Sein Charakter lässt sich schnell analysieren. Im Training zur Vorbereitung auf den Krieg widersetzt er sich seiner Majorin Amamiya, um selbstlos den Schwächeren zu Hilfe zu kommen, weshalb er in den simulierten Testkämpfen immer wieder versagt. So überrascht es nicht gerade, dass er gegen Amamiyas Befehl im Trainingscenter auszuharren, während ein ganzer Schwarm Aragami in den umliegenden Stützpunkt eindringt, verstößt und sich bewaffnet mit seinem God Arc in die Schlacht stürzt. Schnell wird Lenka bewusst, dass er im Umgang mit seiner Waffe noch viel lernen muss. Nur mit der Hilfe der Ersten Einheit überlebt er seinen ersten Feldzug. Deren Kommandant, Lindow, sieht in dem jungen Rekruten offensichtlich mehr als einen naiven Frischling, denn er fordert ihn als verstärkendes Mitglied seines Teams für seine nächste Mission ein.

Lindow erfüllt nahezu alle Klischees eines coolen Anführers. Permanent eine Zigarette zwischen den Zähnen erschlägt er lässig einen Aragami nach dem nächsten, unterstreicht seinen lockeren Umgang mit den Monstern nebenbei noch durch Sprüche wie „Finger weg von meinem Bier“ und behält trotz seiner fast schon phlegmatischen Ausstrahlung immer den Überblick. Abwechslung zu den eher flachen Charakteren Lenka, Lindow und der strengen und rationalen Amamiya bringt ein weiterer neuer Rekrut namens Alisa. Ebenso wie Lenka beherrscht sie keinen klassischen God Arc, sondern eine höher entwickelte Form, einen New-Type. Alisa wirkt zunächst arrogant und stur, trotzdem zeigt sich schnell ihre große Gemeinsamkeit mit Lenka, das mutige Heldenherz. Ähnlich wie Alisa erscheint auch Kôta, neuer Freund und bald auch Kamerad Lenkas, zu Beginn etwas flach, er zeigt sich als hilfloser Feigling im Training und als Witzbold, doch im späteren Verlauf bekommt sein Charakter mehr Tiefgang.

„God Eater“ ist ein typischer Action-Anime. Ein auf ein Blutbad hinauslaufender Kampf gegen dämonische Monster jagt dem nächsten, die simple Story vermittelt die nur allzu gern von Japanern publizierte Moral, dass der Mensch in seinem ständigen Streben um neue Errungenschaften auch die letzten Grenzen der Natur, der Kreation neuen Lebens, überschreitet, was mitunter katastrophale Folgen hat. Erst mit der Zeit gewinnen die brutalen Schlachten an Qualität und die Hintergründe der einzelnen Protagonisten sowie der Hauptstory bekommen Kontur, soweit das in dem schmalgehaltenen Umfang der nur 13 Episoden möglich ist.

Der Zeichenstil lässt den Ursprung der Serie erahnen. Bildschnitt und Konturen der einzelnen Figuren erinnern durch ihre Kanten stark an den Stil heutiger Action-Video-Games, wie das beim Konsumenten ankommt, ist wohl eine Frage des Geschmacks. Ebenso kann die Animation der Aragami sicher sowohl Liebhaber als auch Hater finden, erinnern ihre Darstellung irgendwie an eine Art Cthulhu 2.0 aus South Park. Mehr Hingabe steckt offenbar in den Hintergründen der Schlachtfelder, die zum Teil fast real erscheinen. Die Synchronisation passt zu den meisten Charakteren: sie ist relativ unspektakulär. Jedoch würde zu einem fast durchgehend tiefenentspannten Lindow wohl auch keine allzu auffällige Stimme passen.

Zocker von Action-Games, die ihren eigenen Daumen auch mal eine Pause gönnen wollen, und Liebhaber echter Hau-drauf-Animes kommen mit „God Eater“ sicher auf ihre Kosten. Schon das Rock-Intro verrät, diese Serie erzählt keine schnulzige Liebesgeschichte. Doch wer nach einer tiefgründigen und anspruchsvollen Storyline sucht, muss sich wohl geduldig zeigen und wird diese nicht unbedingt in den ersten drei Episoden finden.

Trotz seiner Schwächen weckte „God Eater“ spätestens mit dem spannenden und irgendwie überraschendem Ende der 5. Episode den Drang in mir, herauszufinden, wie es im Kampf des unerfahrenen Lenka gegen die übermächtigen Aragami weitergeht.

Ruka S Orion

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