Girls und Panzer – der Film

Girls und Panzer – der Film

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©2015 GIRLS und PANZER Film Projekt.

Daten:

  • Regisseur: Tsutomu Mizushima
  • Sprache: Japanisch (DTS-HD 5.1), Deutsch (DTS-HD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: KSM Anime
  • Erscheinungstermin: 13. März 2017
  • Produktionsjahr: 2015
  • Spieldauer: 115 Minuten
  • Preis: 22,99€

Mit „Girls und Panzer: Der Film“ erschien vor einiger Zeit endlich der Film zur beliebten Anime-Serie in Deutschland. Zuerst war geplant ihn auch im Kino zu zeigen, aufgrund von Terminverschiebungen des neuen Yu-Gi-Oh! Kinofilms konnte dies jedoch leider nicht umgesetzt werden. Als Trost können Fans den Film seit dem 13. März auf Blu-ray oder DVD erwerben. Er erlangte auf diversen Anime-Portalen sehr hohe Bewertungen, weswegen ich ihn mir – auch ohne Kenntnisse der Serie – unbedingt anschauen wollte. Ob das eine gute Idee war, werdet ihr im Folgenden erfahren. Wer mehr zur zugehörigen Anime-Serie wissen will, sollte in die Jimoku-Review von Lox  reinschauen.

Das Ende der Ōarai-Schule?

„Girls und Panzer“ spielt in einer alternativen Zeitlinie in Japan. In dieser Zeitlinie ist nicht Fußball der beliebteste Sport, sondern Senshadō (japanisch: Weg des Panzers). Bei dieser Sportart steigen High-School-Schülerinnen in alte Panzer aus dem zweiten Weltkrieg und treten in einer Art Kriegs-Wettkampf gegeneinander an. Die Serie verfolgt dabei die Schülerinnen der Ōarai-High-School, allen voran die neue Schülerin Miho Nishizumi, und ihre Wettkämpfe in der nationalen Senshadō Meisterschaft.

Die Handlung des Films setzt einige Zeit nach dem Ende der Serie ein. Es beginnt mit einem Senshadō-Wettkampf zwischen vier unterschiedlichen Schulen, welchen die Ōarai-High-School verliert. Danach erfahren die Mädchen, dass das japanische Bildungsministerium die Ōarai-High-School trotz des Sieges in der letzten nationalen Meisterschaft schließen möchte. Die Schülerinnen sind von dieser Nachricht natürlich schockiert und versuchen alles zu tun, um ihre Schule zu retten. Durch einen Zufall trifft Hauptfigur Miho bei dem Besuch eines Museums das Mädchen Alice Shimada, die Kommandantin des Shimada-Universitätssteams. Dieses Treffen schildert sie auch der Schulpräsidentin.

Nach einigen Gesprächen mit dem Bildungsministerium und dem Senshadō Verband bekommt die Schule eine neue Chance. Miho und ihre Freundinnen müssen einen Wettkampf gegen die Shimada-Universitätsauswahl gewinnen. Wenn sie dies Schaffen, wird die Ōarai-High-School nicht geschlossen. Da der Minister die Schule um jeden Preis schließen will, bekommt die Universitätsauswahl einige unfaire Vorteile, sodass das Ōarai-Team den Wettstreit in klarer Unterlegenheit bestreiten muss… Wie das Match ausgeht und ob die Schule wirklich geschlossen wird, könnt ihr nur erfahren, wenn ihr euch den Film selbst anschaut.

Fanservice Deluxe

Ohne die Serie zu kennen, fiel mir der Einstieg in den Film ziemlich schwer. Das Freundschaftsmatch zu Beginn der Handlung ist zwar sehr schön animiert sodass es als Action-Sequenz gut funktioniert, es ist aber als Neuling sehr schwierig, die einzelnen Charaktere auseinanderzuhalten und somit zu verstehen, welches Team gerade im Vorteil ist. Fans der Serie werden dieses Problem sicherlich nicht haben und sich sehr darüber freuen, alle Lieblingscharaktere wiedersehen zu können. Im Laufe des Films konnte ich die Figuren als Neuling glücklicherweise besser kennenlernen, sodass der Hauptkampf gegen Ende des Filmes weitaus interessanter anzuschauen war.

Die Geschichte des Films ist interessant, aber nicht besonders einfallsreich. Ähnliche Stories haben Animefans in vielen anderen Anime schon erleben können. Im Vordergrund stehen das Wiedersehen mit den Charakteren sowie die Panzergefechte. Die Charaktere wirken größtenteils sympathisch, besitzen aber keine besondere Tiefe. Sie sind in Gruppen aufgeteilt, die jeweils eine besondere Eigenschaft besitzen, wodurch man sie einfacher unterscheiden kann („Die Volleyballer“, „Die Nerds“ u.s.w.). Hierdurch entstehen auch sehr viele Running-Gags. Es resultieren daraus zwar keine ausgefallenen Charaktere, der Zuschauer kann sich aber relativ schnell seine Lieblinge raussuchen und diese von den Anderen unterscheiden. Sogar als Neueinsteiger konnte ich schnell meine Lieblinge heraussuchen, andererseits gab es aber auch Charaktere, deren Running-Gag mich eher genervt haben.

Über die Hälfte des Filmes spielt auf dem Schlachtfeld. Hier stehen vorwiegend spektakuläre Manöver und Strategien im Vordergrund. Mädchen der Ōarai-High-School sind stark im Nachteil und müssen versuchen, dies durch ihre Fähigkeiten wettzumachen. Das ist auch für Nichtkenner der Serie interessant, da viele kreative Ideen genutzt werden. Insbesondere der zweite Teil im Vergnügungspark ist positiv zu erwähnen. Es ist erfrischend zu sehen, dass der Anime sich selbst nicht besonders ernst nimmt, wodurch viele verrückte Szenen entstehen. „Girls und Panzer: Der Film“ ist für Personen, die keine besonderen Panzer- oder Action-Fans sind, allerdings nicht besonders spannend. Für mich war er eindeutig zu lang. Auch wenn es zwischendurch immer wieder interessante Szenen gibt, hätte man den Kampf sicherlich in weniger Zeit darstellen können. Fans der Serie werden mir sicherlich widersprechen und angeben, dass sie sich über die lange Laufzeit gefreut haben.

Technik als großer Pluspunkt

Die Animationen von Girls und Panzer sind flüssig und schön anzusehen. Der Film benutzt sehr viele CGI-Animationen, die – im Gegensatz zu vielen anderen Anime – wirklich gut in den Gesamtkontext eingebettet sind. Mir gefallen die gezeichneten Szenen aber immer noch besser, da die Bewegungen in diesen realistischer wirken. CGI-Fans werden mit „Girls und Panzer: Der Film“ aber sehr viel Spaß haben. Insgesamt ist erkennbar, dass das Budget des Films höher war, als das einer normalen Anime-Episode. Im Vergleich sieht der Film noch einmal weitaus schöner aus und kann somit beispielsweise größere Explosionen aufweisen. Die Musik ist auch sehr passend gewählt. Auf dem Schlachtfeld hört man größtenteils typische Melodien, die man von Kriegsfilmen gewohnt ist. Die Musik unterstützt die Animationen, wodurch wirklich eine „Militäratmosphäre“ aufgebaut wird.

Die deutsche Umsetzung macht einen vernünftigen Eindruck. Einige Stimmen ähneln sich stark, wodurch es schwieriger ist, die Charaktere auseinanderzuhalten. Ein anderer Kritikpunkt, den ich in meinen Reviews häufig anbringe ist auch hier wieder erkennbar: Die Sprecher einiger Nebencharaktere wirken etwas zu emotionslos, besonders im Vergleich zum japanischen Original. Die Sprecherinnen der Hauptcharaktere hingegen lassen es an nichts mangeln.

Ein Film für Fans

Auch ohne Vorkenntnisse kann ich sagen: „Girls und Panzer: Der Film“ ist kein schlechter Film. Er ist zwar ein bisschen zu lang und erzählt keine besonders innovative Geschichte, er setzt aber die Prämisse der Serie sehr gut um und schafft ein Actionfeuerwerk, welches – wegen der hohen Produktionskosten – in der Serie gar nicht möglich gewesen wäre. Da ich aber kein großer Fan von Action-Anime bin und mir die wenigen Slice-of-Life-Szenen nicht gut genug gefallen haben, hat mir der Film auch insgesamt nicht so gut gefallen. Die Charaktere sind zu eindimensional und besonders der Einstieg in den ersten 30 Minuten sehr schwierig.

Ich denke jedoch, dass Fans der Serie den Film mögen werden, insbesondere weil sie hier so viele Charaktere wiedersehen können. Neueinsteigern würde ich empfehlen, erst einmal in die Serie reinzuschauen, bevor sie sich den Film zulegen. Glücklicherweise kann man sich derzeit auf Clipfish die deutsche Version der Serie anschauen. Falls ihr große Fans von Panzern seid, oder nicht genug von Anime mit süßen Mädchen wie beispielsweise „Saki“ bekommt, könnt ihr euch den Film aber sicherlich auch ohne Vorkenntnisse anschauen.

About Shin

Shin hat im Jahr 2016 sein Masterstudium in Soziologie abgeschlossen und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Anime mag Shin schon seit sehr vielen Jahren. Spätestens seit dem Besuch seiner ersten Convention - der Connichi 2003 - ist er fasziniert von der Welt der Anime. Seit August 2016 ist Shin festes Mitglied von Jimoku und kümmert sich zum größten Teil um das Schreiben von Reviews. Sein Lieblingsanime ist "Space Brothers".
Autor: Shin
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