Georgie

Georgie

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© 1983 Man Izawa, Yumiko Igarashi, TMS

Daten:

  • Regisseur(e): Shigetsugu Yoshida, Kyosuke Mikuriy
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 4:3, Vollbild
  • Anzahl Disks: 4
  • FSK: 6 Jahre
  • Studio: TMS
  • Erscheinungstermin:  21. Januar 2013
  • Produktionsjahr: 1983
  • Spieldauer: 990 Minuten
  • Preis: 24,97 € DVD-Box, 35,99 € Blu-ray-Box

990 Minuten habe ich mich auf eine Reise nach Australien und England gemacht und befand mich in der Mitte der 19. Jahrhunderts. Mit Georgie lernte ich so ein wenig Geschichte, bekam aber vor allem viel Drama und Liebe geboten. Eine Kompletbox mit 4 DVDs aus dem Hause KSM machen das wilde Outback Australiens lebendig und entführen in ein aristokratisches England, was in seiner Wildheit jedoch dem australischen Dschungel in nichts nachsteht.

Australien, England, Australien – Heimat ist, wo dein Herz zu Hause ist

Georgie lebt Mitte des 19. Jahrhunderts mit ihren Brüdern Abel und Arthur, ihren Eltern und ihrem Onkel auf einer Farm in Australien. Ihr ständiger Begleiter ist ein kleiner Koala-Bär namens Knöpfchen und sie hat einen goldenen Armreif. Georgie wird von den ihren Brüdern und ihrem Vater geliebt und auf Händen getragen. Nur ihre Mutter ist ihr gegenüber reserviert und streng.
Als Georgies Vater nach einem Unfall verstirbt, erfährt das Mädchen, dass sie adoptiert wurde. Ihre Eltern waren Adelige, die aus England verbannt wurden. Ihre Mutter wurde als Sklavin in eine Kolonie nach Australien gebracht. Das einzige, was sie von ihrer Mutter hat, ist ihr goldener Armreif.
Georgie erfährt, dass es eine Intrige gegen ihre Eltern gab. Georgies Mutter gelang jedoch die Flucht in Australien, verstarb aber. Georgies Ziehvater fand die sterbende Mutter und Baby Georgie. Er nahm die Kleine in seiner Familie auf.

Es vergehen ein paar Jahr, die Kinder werden groß und kommen in die Pubertät. Abel und Arthur verlieben sich beide in Georgie, was ihre Mutter gar nicht gutheißen kann.
Doch Georgies Herz gehört einem adeligen Jungen aus England, Lowell. Lowell möchte sie sogar heiraten und mit nach England nehmen. Aber er soll eine andere heiraten, woraufhin er die Verlobung mit Georgie wieder löst.

Nach dem diesem bitteren Ende der Liebelei gestehen auch Abel und Arthur Georgie ihre Liebe. Der jungen Georgie ist das jedoch alles zu viel und sie beschließt sich auf den Weg nach England zu machen. Sie möchte wissen woher sie kommt und was damals geschah

Dort trifft sie auf Lowell, aber auch den Menschen, der für das Schicksal ihrer Eltern verantwortlich ist.

Abel und Arthur machen sich unterdessen ebenfalls auf den Weg nach England, um Georgie zu beschützen und zurückzuholen. Georgie muss sich entscheiden. Wo ist ihre Heimat und für wen schlägt ihr Herz?

Viele schöne Menschen

Vom Zeichenstil passt sich der Anime den Serien der 80er Jahre an.

Die Hintergründe sind stimmig ausgearbeitet und bietet den Protagonisten den stimmungsvollen Rahmen für die Geschichte. Australien ist wild und rau und irgendwie schlicht, aber die Landschaften sind strahlend hell und grün.
England wiederum ist grau und nebelig, aber die Häuser sind prunkvoll, glänzend und strahlend.

Auch die Menschen unterschieden sich in ihrer Darstellung. Während man in Australien den Farmern dieses Einfache ansieht, durch Kleidung und Frisur, sind die Protagonisten aus England irgendwie mit mehr Kitsch gezeichnet. Hier ein Rüschchen, dort noch ein Schleifchen und dort noch mehr Funkeln in den Augen.

Hauptprotagonistin Georgie stellt schon in der zeichnerischen Darstellung eine Brücke zwischen diesen zwei Bevölkerungsgruppen dar. Strahlende Augen, frische Farben in der Kleidung kennzeichnet ihre adelige Abstammung. Und obwohl die Kleidung bunt ist, kommt sie ohne viele Rüschen und Schnickschnack aus.

Die Qualität der Zeichnungen und der Animation entspricht dem Standard der 80er und schnell kommt das Gefühl aus Kindertagen wieder auf.

Sabine Bohlmann schenkte Georgie ihre Stimme

Georgie basiert auf dem gleichnamigen Manga aus den Jahren 1982 bis 1984 von Yumiko Igarashi. Noch während die Mangareihe erschien machte sich das TMS Studio daran, aus der Vorlage einen Anime zu verwirklichen.  In Deutschland lief der Anime erstmals 1992 auf RTL.

Euro Arts Entertainment kümmerte sich damals im Auftrag von RTL um die Synchronisation. Für Hauptprotagonsitin Georgie konnte man seinerzeit Sabine Bohlmann verpflichten. Wir kennen Sabine Bohlmann vor allem durch ihre Sprechrolle der Sailor Moon, die sie 12 Jahre nach Georgie in der ersten Staffel sprach.

Mit Drama zum Erwachsenwerden

Schon zu Beginn fällt auf, dass Georgie anders ist als ihre Geschwister. Und das sorgt schon Beginn für die eine oder andere Reiberei.

Spätestens nach der Offenbarung des Geheimnisses um Georgie und mit Beginn der ersten Hormonschübe beginnt ständiges Drama.

Hauptprotagonistin Georgie fühlt sich stets zerrissen. Sie liebt ihre Brüder und Australien, aber sie liebt auch diesen jungen Engländer und dann ist da noch der Teil ihres Herzens, der sich wünscht, die eigene Vergangenheit und die eigenen Wurzeln kennenzulernen.

Ohne Tränen geht dies natürlich nicht.

Gemeinsam mit Georgie macht man sich nun auf die Suche nach der Vergangenheit und erlebt mit ihr, wie sie dadurch offen für ihre Zukunft ist. Man begleitet ein junges Mädchen auf ihrem Weg zu einer Frau, die weiß, was sie will, für sich einsteht und auch weiß, wo sie hingehört.

Die Geschichte wird voller Gefühl und Emotionen erzählt, die Musik im Hintergrund trägt den Rest für eine tiefgreifende und rührende Geschichte bei.

Lachen und Weinen

Der Anime ist ein typischer Shojo Anime. Viel Liebe, viel Drama, manchmal ein bisschen viel Schmalz, aber immer in einem erträglichen Rahmen.
Es gibt alles, was das Drama-Herz begehrt. Lustige Szenen mit Koala Knöpfchen, Intrigen, um wahre Liebende auseinanderzubringen, Liebe, die nicht sein darf, Trennungen, Herzschmerz, wahre Helden und miese Schurken.
Man könnte fast meinen, man schaue sich eine Daily Soap im Anime Stil an.
Es gibt die schönen Jungs, jeder steht für ein eigenes Klischee. Der Hübsche, der Rebell, der Kleine, die Schöne, ein Biest. Für jeden ist der Charakter dabei, den man mag oder den man eben nicht mag.


Kurzweilige Unterhaltung für ein Wochenende

Das ist ein Anime, den man am liebsten mit der besten Freundin schaut. Diese „Haaaach“- Momente, die zu Herzen gehen und die nach Taschentücher rufen, entweder wegen Rührung oder Traurigkeit, die sind mehr als genug vorhanden.
Es ist romantisch und voller Leidenschaft.

Georgie wird erwachsen, sie lernt das erste Mal die Liebe kennen und erkennt, was im Leben wirklich wichtig ist.

Natürlich ist es ein Anime, der in die Jahre gekommen ist, nichtsdestotrotz ist die Geschichte zeitlos. Alle, die romantische Geschichten voller Emotionen mögen, aber auch Fans von klassischen Slice of Life Handlungen, sind hier richtig.

Fans der Klassiker machen mit dieser Box ebenfalls nichts falsch, denn Georgie ist einfach ein Anime, der im Kopf bleibt, aber vor allen Dingen im Herzen.

Kari

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Freak, Otaku, Leseratte, Waffelschaden, Cosplayerin, Fotografin und das alles mit rosa Zuckerwatte im Kopf. Erwachsen ist man noch oft genug, ich geh mal schaukeln!
Autor: Kari
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