„Eine fröhliche Familie“

„Eine fröhliche Familie“

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© 1987 Nippon Animation, Louisa May Alcott

Daten:

  • Regisseur(e): : Fumio Kurokawa, Nobushiki Yamazaki
  • Sprache: Deutsch (Dolby 2.0)
  • Region: alle Regionen
  • Bildseitenformat: 4:3 – 1.33:1
  • Anzahl Disks: 4
  • FSK: ab 6 Jahre
  • Studio: Nippon Animation
  • Erscheinungstermin: 14. März 2011
  • Produktionsjahr: 1987
  • Spieldauer: 1132 Minuten
  • Preis: 35,99 € (Blu-ray), 35,68 € (DVD)

Aus dem Jahre 1987 stammt der Klassiker „Eine fröhliche Familie“ („Ai no Wakakusa Monogatari“). Die Geschichte basiert auf dem Buck „Little Woman“. Ein Kinderbuch aus 1868, geschrieben von der amerikanischen Schriftstellerin Louisa May Alcott. Somit gehört der Anime in die Reihe der World Masterpiece Theater Animes (WMT).
Das Studio Nippon Animation (unter anderem bekannt für Heidi, Biene Maja, Alice im Wunderland) nahm sich den Kinderbuchstoff und gab der Geschichte seinen eigenen Charme. 48 Episoden entstanden daraus von etwa 24 Minuten pro Folge. In Japan lief die Serie von Januar bis Dezember 1987 das erste Mal.
Bei uns lief die Serie erst 18 Jahre später. RTL2 strahlte den Anime 1994 das erste Mal aus.
KSM Anime sicherte sich die Rechte und man kann die komplette Serie entweder als DVD- oder Blu-ray-Box bekommen.

 

Der Bürgerkrieg

Familie March lebt glücklich in den Vereinigten Staaten. Es ist das Jahr 1861, der Bürgerkrieg ist noch nicht ausgebrochen, aber die Vorzeichen, dass es einen Krieg geben könnte, liegt zum Greifen in der Luft.
Die vier Töchter der Marchs wachsen sehr behütet auf und jedes Mädchen hat ihren eigenen Kopf. Da ist einmal Meg, die schon fast eine junge Frau ist und das Leben sehr spannend findet. Dann ist da die burschikose Jo, die wie ein kleiner Wirbelwind mit ihren Flausen das Familienleben spannend gestaltet. Beth ist kränklich und eher zurückhaltend. Sie liebt das Klavierspielen und muss oft das Bett hüten. Und dann ist da noch das Nesthäkchen Amy, die frech, etwas altklug und vorlaut ist. Doch der Bürgerkrieg bringt das Familienglück ins Wanken und verändert das Leben der der Familie komplett.
Vater March wird in den Norden eingezogen und der Krieg kommt ihrer Heimat immer näher. Die Mutter und Kinder werden zum Glück vorgewarnt und können vor dem Krieg flüchten. Gerade zur rechten Zeit, denn ihr Haus wird zerstört, als sie gerade im angrenzenden Wald angekommen sind.
Mutter March, beschließt, mit den Kindern in weiter in den Norden zu ziehen. Dort lebt Tante Martha, die letzte lebende Verwandte der Familie March. Auf doch engerem Raum kommt es oft zu Konflikten mit der Tante.
So beschließen die Familie, in ein eigenes Haus zu ziehen. Doch ohne Geld ist das natürlich schwer. Und so lässt sich jede Tochter etwas einfallen, wie die Familie zu Geld kommen kann. Jede auf ihre Weise und ihre Stärke einsetzend. Immer in der Hoffnung, dass der geliebte Vater endlich nach Hause kommt und der Krieg vorüber geht.

 

Bunt und fröhlich

Trotz des Bürgerkriegs, der ja der Handlung den Rahmen gibt, ist der Anime satt an Farben und wie schon im Titel zu entnehmen, ist es wirklich stets fröhlich.
Der Zeichenstil ist unverkennbar der aus dem Studio Nippon Animation, so dass man natürlich auch Parallelen zu anderen Charakteren aus dem Studio sieht (Jo sieht aus wie eine jugendliche Heidi, Amy wie Niklaas, nur als Mädchen usw.).
Dennoch ist es gelungen jedem Mädchen rein zeichnerisch etwas ganz eigenes zu verleihen. Durch Gestik, Mimik und Farben ist jeder Protagonist klar abgrenzbar und besonders.
CGI Elemente such man hier vergeblich. Dafür überzeugen das Setting und die detaillierten Hintergründe.

 

Alle für einen, eine für alle

Im Laufe der Story spürt man zum einen, dass die Familie zusammenhält aber auch, dass jedes Mädchen versucht, seinen ganz eigenen Weg zu gehen und einen Platz im Leben zu finden. Jede hat ihre Methoden mit dem Krieg und den Umständen umzugehen. Das gibt der Serie eine gewisse Tiefe, da man sich mit den Beweggründen der einzelnen Charaktere auseinandersetzt, um zu verstehen, warum sie so handeln, wie sie handeln.

 

Das Beste kommt immer als erstes

Das Beste an den alten Animes sind auf jeden Fall die deutschen Openings. Okay, ich gebe zu, für mich ist es immer das Beste. Und da ich dieses Opening sehr liebe und ich euch einen Ohrwurm machen will, gibt es hier den Text.

Little Woman, kleine Frau,
du weißt immer ganz genau,
was für deine Mädchen richtig ist.

Du teilst ihre kleinen Leiden,
du versöhnst sie, wenn sie streiten,
du gibst ihnen alles was du bist.

Wenn es Liebe gibt in unserem Leben,
dann ist alles andere gar nicht mehr schwer.
Little Woman, kleine Frau.
Deine Mädchen lieben dich sehr. Ahahaha.

So ist das heute, so war das damals,
schön war die Zeit aber nicht immer leicht.
Wenn man ein Kind ist möchte man wachsen,
bis man die Sterne am Himmel erreicht.

Leider habe ich nicht herausgefunden, wer das Opening in Deutsch gesungen hat. Aber ich habe eine französische Fassung mit 2 Strophen gefunden. Ich muss ja sagen, das hätte ich auf Deutsch auch gerne länger gehabt.
Sobald wir wissen, wer das Opening auf Deutsch gesungen hat, lassen wir es euch auf Facebook wissen.

 

Sag mal Kari, für wen ist das denn jetzt?

Natürlich müssen alle „alten Otakus“ diese Serie auf jeden Fall im Schrank stehen haben. Sie ist Slice of Life vom Feinsten, geschichtliches Wissen wird vermittelt, man lernt einen Kinderbuchklassiker kennen, ohne ihn zu lesen, denn der Anime bleibt wirklich nahe am Original.
Wer auf unaufgeregte Animes steht, Kinderbücher mag, Familiengeschichten liebt und geschichtlich interessiert ist, der sollte sich den Anime auf keinen Fall entgehen lassen. Wie alle Klassiker kann auch „Eine fröhliche Familie“ Generationen vereinen.
Und an das „junge Gemüse“: Gebt den alten Serien eine Chance, es sind wahre Juwelen dabei, die große Geschichte schreiben.

Kari

About Kari

Freak, Otaku, Leseratte, Waffelschaden, Cosplayerin, Fotografin und das alles mit rosa Zuckerwatte im Kopf. Erwachsen ist man noch oft genug, ich geh mal schaukeln!

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