Die rothaarige Schneeprinzessin – Volume 1

Die rothaarige Schneeprinzessin – Volume 1

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© 2015 Sorata Akizuki, Hakusensha Inc. / Akagami no Shirayukihime Production Committee

Daten:

  • Regisseur(e): Masahiro Ando
  • Sprache: Japanisch (DTS-HD Master
    Audio 2.0), Deutsch (DTS-HD Master
    Audio 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: KSM Anime
  • Erscheinungstermin: 24. Januar 2018
  • Produktionsjahr: 2015
  • Spieldauer: 97 Minuten
  • Preis: 39,99€

Am 24. Januar 2018 erschien bei KSM Anime die erste Volume einer Serie der Sommer-Season 2015 auf Blu-ray und DVD: „Akagami no Shirayuki-Hime“. Sie bekam den deutschen Titel „Die rothaarige Schneeprinzessin“ und entstammt einer Mangavorlage von Sorata Akizuki, welche bereits beim Verlag Tokyopop ihre Veröffentlichung fand. Diese Review behandelt die erste Volume der Blu-ray mit den ersten vier Folgen und soll einen groben Überblick zu Inhalt, Story, Genre und Synchronisation geben.

Technische Daten und Extras

Die erste Volume enthält die Episoden 1-4 auf einer Disc, wobei eine Folge ca. 23 Minuten dauert. Das Bild liegt im Format 16:9 vor, der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1, während der japanische Ton im Format Dolby Digital 2.0 vorliegt.

Als Extras kann man sich das Opening der Serie „Yasashii Kibou“ von Saori Hayami und das Ending von eyelis mit dem Titel „Kizuna ni nosete“ ohne Credits ansehen. Dass das Hauptmenü bereits mit dem Opening-Song unterlegt ist, führt leider dazu, dass man ihn sich schnell „überhört“. Zusätzlich befinden sich noch sechs verschiedene Trailer weiterer KSM-Titel sowie eine Bildergalerie zum Anime auf der Disc.

Die Geschichte von „Schneewittchen“

Shirayuki, die mit ihrem langen roten Haar als Schönheit ihres Landes „Tanbarun“ angesehen wird, sammelt gerne Kräuter im Wald, denn sie leitet den familiären Apothekenbetrieb. Von den Stammkunden geliebt, führt sie ein bescheidenes und glückliches Leben. Doch eines Tages reißt sie ein Soldat des Königshauses aus ihren Medizinträumen: Sie soll die Konkubine des Prinzen Raji werden, der anscheinend Rothaarige anziehend findet und für dumme Taten und sein schlechtes Benehmen bekannt ist. Schon am nächsten Tag soll sie abgeholt werden. Shirayuki jedoch macht die letzte Medizin fertig und entscheidet sich zu einem neuen (Kurz-)Haarschnitt und zur Flucht über die Grenze. Auf einem fahrenden Wagen gelangt sie so aus der Stadt und durchquert den Wald zu einem scheinbar verlassenen Anwesen. Da sie sich nicht traut, es ungebeten zu betreten, schläft sie am Fuße von dessen Mauer ein und trifft nach einem Schläfchen auf eine Dreiergruppe von Kriegern. Einer von ihnen, der hellhaarige Zen, springt über die Mauer und verletzt sich den Arm, als er vor Schreck über ihre Shirayukis Anwesenheit nach dem Sprung falsch aufkommt. Da er die Rothaarige nicht kennt, hegt er ihr gegenüber großes Misstrauen. Shirayuki versucht jedoch sofort sein Vertrauen zu gewinnen, indem sie sich selbst verletzt und beweist, dass ihre Salbe, die sie dem Verletzten angeboten hat nicht giftig ist. Sie verschweigt zunächst den wahren Grund ihrer Flucht. Nachdem Zen sie jedoch in einem Gespräch unter vier Augen befragt, teilt sie ihm den wahren Beweggrund mit. Zens Begleiter Mitsuhide und Kiki können über die schnelle Vertrautheit der Beiden nur staunen.

Als Shirayuki und Zen wieder in das Haus einkehren, finden sie leider bereits einen Gruß vom Prinzen Raji vor- einen Korb mit roten Äpfeln, deren Genuss Zen mit nur einem Bissen vergiftet. Das Gegengift, so erfährt Shirayuki von dem Soldaten des Prinzen, bekommt sie nur, wenn sie sich augenblicklich in sein Schloss begibt. Die Folge endet märchenhaft für Shirayuki – Zen entpuppt sich ebenfalls als ein Prinz des benachbarten Königreiches Clarines und fragt sie, ob sie sich auch in Zukunft wieder begegnen können. Shirayuki beginnt somit ihr neues Leben in einem neuen Land und verfolgt fortan das Ziel, Apothekerin zu Hof zu werden.

Eine Romanze mit lauwarmen Charakteren

Die rothaarige Schneeprinzessin ist ein niedlicher Romance-Anime, der mit allen Klischees von Shojo-Mangas gewaschen ist. Denn trotz ihres Wissens um Heilkräuter ist und bleibt Shirayuki leider eine typische (rothaarige) Jungfrau in Nöten, die selbst durch eigens gefällte Entscheidungen nicht wirklich etwas an ihrer Lebenssituation verändert. Sie entflieht dem Alltag in ihrer Heimat, in welcher sie von den Menschen geliebt wurde nur um sich wieder mit ebensolchen zu umgeben- sogar aus den Fängen eines Prinzen in die Nähe eines Neuen. Shirayukis Leben ist nahezu perfekt und das macht den Anime bereits in den ersten Episoden zu einer eher langweiligen Geschichte. Alle aufkommenden Probleme werden innerhalb einer Folge aufgelöst und bedürfen stets der Hilfe des männlichen Hauptcharakters- so zum Beispiel, wenn die Rothaarige entführt wird oder die restlichen Palastangestellten sich gegen sie aussprechen. Dabei passiert weder bei Shirayuki noch bei Prinz Zen eine Charakterentwicklung, von der man nur hoffen kann, dass sie in späteren Volumes eintreten möge. Sicherlich kann man diese Problematik auch anders interpretieren- Das ruhigere und fast Anime-untypische Verhalten der Charaktere führt dazu, dass man sie als „realistisch“ begreift und auch das langsamere Erzähltempo kann von einigen Fans als positiv und befürwortend für diese Serie angesehen werden.

Noch ein Wort zur Animation & deutschen Synchro

Ein sehr positiv herausstechendes Merkmal der Serie ist die hervorragend flüssige Animation und die kräftige Farbgebung in den Szenen, welche Fans von Studio Bones sicherlich bereits gewohnt sind. Trotz der unspektakulären Charaktere ist es durch ihre individuellen Charakterdesigns und die warmen Farben nicht schwer, sie voneinander zu unterscheiden. Alles in allem bleibt die Animationsqualität der Folgen im Verlauf der Serie auch gleich hochwertig. Die deutsche Synchro ist meiner Meinung nach nur gut, denn obwohl ich an der Stimmwahl persönlich nichts auszusetzen habe, können die Sprecher die Emotionen nicht so ganz rüberbringen. Dies könnte aber auch in der schon kritisierten Einfachheit der Figuren begründet sein, welche nicht viel Raum für Gefühlsausbrüche oder große Wandlungen der einzelnen Charaktere übrig lässt.

Fazit

Für diejenigen, die sich der Mangavorlage von „Akagami no Shirayuki-hime“ bereits erfreuten ist die Serie sicherlich ein Muss- denn die Umsetzung ist farbenfroh, flüssig und auch nett musikalisch untermalt. Wer mehr als einen verkitschten Romance-Anime in einem beschönigten Mittelalter erwartet, wird hingegen leider enttäuscht. Ich würde die Serie dennoch weiterempfehlen, wenn Euch Anime wie beispielsweise „Romeo x Juliet“ oder „Skip Beat!“ gefallen haben.

About Tsu

Tsu ist studierte Japanologin und in Kassels soziokulturellem Geschehen tätig. Als ehemaliger Convention-Showact und Radiomoderatorin bei Kibo.FM juckt ihr manchmal immer noch der kreative, schreibwütige Finger, weswegen man seit Oktober 2016 die eine oder andere Review von ihr bei Jimoku findet. Tsus Lieblingsanime sind „Fullmetal Alchemist Brotherhood“ und „Chikyuu Shoujo Arjuna".
Tsu

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