Die Kinder vom Berghof

Die Kinder vom Berghof

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© 2015 KSM Anime

Daten:

  • Regisseur: Kozo Kusuba
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildseitenformat: 4:3 – 1.33:1
  • Anzahl Disks: 10 in 2 DVD-Boxen
  • FSK: 6 Jahre
  • Studio: Nippon Animation
  • Erscheinungstermin: 2015
  • Produktionsjahr: 1983
  • Spieldauer: 1095 Minuten (beide DVD-Boxen)
  • Preis: 44,95 € (Je DVD-Box)

Ich durfte mir noch einmal „Die Kinder vom Berghof“ ansehen. Dank KSM-Anime kam ich in den Genuss der 2 DVD-Boxen mit je 5 DVDs und insgesamt 48 Folgen puren Klassiker-Genuss.
Schnell packte mich der Retro-Virus und ich fieberte mit den Hauptprotagonisten mit, die in den Schweizer Alpen ein nicht nur beschauliches Leben führen.

In den Alpen herrscht nicht nur Idyll

Annette ist sieben Jahre alt und lebt mit ihren Eltern in der Schweiz. Im beschaulichen, französischsprachigen Rossinière spielt sich Annettes Leben ab.
Annette ist tüchtig aufgeregt. Es ist Heilig Abend und ihre Mama bekommt gerade ihr lang ersehntes Brüderchen. Doch bei der Geburt stirbt die Mutter.
Annette ist am Boden zerstört, doch ihr bester Freund Lucien, Tante Martha, ihr Vater und vor allem ihr kleiner Bruder Danny, fangen Annette auf.
Sechs Jahre ziehen ins Land. Danny, Annette und Lucien sind unzertrennlich. Tante Marthe hilft Annettes Vater bei der Kindererziehung und das Leben könnte perfekt sein. Doch dann gerät durch einen schrecklichen Unfall das ganze Leben von Anette ins Wanken und die Freundschaft zwischen Lucien und Annette wird auf eine harte Probe gestellt.

Nur auf den ersten Blick eine blonde Heidi

Auf den ersten Blick scheint der Anime und seine Charaktere vielleicht an den Heidi zu erinnern, aber schnell wird klar, dass dem nicht so ist.
Annette ist eine quirilge Hauptprotagonistin, die aber auch aufbrausend und zornig werden kann.
Lucien, der beste Freund, steht Annette stets zur Seite und ist für den kleinen Danny wie ein großer Bruder.
Im Vordergrund steht die Beziehung zwischen den Kindern und deren Freundschaft.

Die Zeichnungen sind liebevoll gestaltet, die Farben satt und frisch. Die Hintergründe sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet und bieten der Geschichte den nötigen Rahmen.

Der Anime kommt gänzlich ohne CGI aus, was der Story, die ja im Jahre 1900-1906 spielt, sehr guttut. Ein klassischer Retro-Anime eben, der durch seine Geschichte und Dramen des Alltags lebt.

Ein World Masterpiece Theater Anime

Die Grundstory „Die Kinder vom Berghof“ basiert auf einem Kinderbuch von Patricia St. John. Das Buch „Spuren im Schnee“ erschien 1950 in England und erreichte schnell Kultstatus. Neben der Animeserie gibt es auch Spielfilme und Hörspiele zu dem Kinderbuch.
Da der Anime auf einem Buch basiert, gehört er zu den sogenannten „World Masterpiece Theater“ Animes, die allesamt zwischen 1974 und 2009 entstanden sind.
Buchvorlagen waren der Grundstein der Animes.
„Die Kinder vom Berghof“ erschien in Japan 1983 und entstand wie die anderen Werke im Studio Nippon.
Erst 1994 lief der Anime auf RTL2 das erste Mal bei uns.

Was hält eine Freundschaft aus?

Annette muss früh erwachsen werden und Verantwortung übernehmen. Dennoch hat sie eine beschauliche Kindheit. Rossinière ist ein Schweizer Bergdorf voll Idyll und Frieden.
Doch auch wenn alles noch so sehr nach Frieden, Freude und Eierkuchen aussieht, kommt es auch im vermeidlichen Kinderparadies mal zum Streit.
Annette muss fast mit einem weiteren Verlust nach dem Tod der Mutter klarkommen, und sie gibt ihrem besten Freund die Schuld daran, auch wenn alles ein schrecklicher Unfall war.

Der Anime beleuchtet voller Gefühl und Charaktertiefe das Thema Freundschaft und was eine Freundschaft ausmacht. Er begleitet Kinder auf dem Weg zum Erwachsenwerden, bleibt dabei aber immer spannend und voller Spaß.

Man kann Lachen und Weinen. Man fiebert mit den Charakteren mit und kann jeden Standpunkt der Kinder nachvollziehen. Jeder hat in seinem Blickwinkel recht. Manchmal ist das Schicksal eben etwas, was ungerecht ist, was man aber akzeptieren sollte. Und ganz oft zählt im Leben nur, das man einfach glücklich ist.

Es tragen die leisen Zwischentöne

Der Anime lebt sicher nicht von den Actionszenen. Es ist eine Slice of Life Geschichte und es geht vielmehr um die leisen Zwischentönen und die Charakterentwicklung. Genau das ist es, was einen dazu bringt, sich den Anime auch mehrmals anschauen zu wollen. Es ist spannend mit anzusehen, was das Leben aus Kindern macht, und wie sie zu verantwortungsvollen Erwachsenen werden.

Als es noch extra deutsche Openings gab

Was ich auf jeden Fall erwähnen ist das Opening. Wie viele Animes aus den 80ern und 90ern, die in Deutschland erschienen, gibt es auch hier ein deutsches Opening.
Die Melodie geht sofort ins Ohr, der Text bleibt hängen und spätestens ab der dritten Folge kann man voller Inbrunst mitsingen und versteht sogar, was man da singt.
Das Lied passt vom Feeling genau in die Serie und auch die restliche Musik und die Soundeffekte lassen die Alpen singen und klingen. So wird der Anime nicht nur für die Augen ein Genuss, sondern bietet auch den Ohren einen Schmaus.

Eine Brücke der Generationen

Schon der Stoff für den Anime war in den 80ern bereits in die Jahre gekommen. Dennoch wurden wichtige Themen in dem Kinderbuch angesprochen, die auch im Anime der 80er ihre Daseinsberechtigung hatten. Und auch im Jahr 2017 sollte jeder wissen, auf was es in einer guten Freundschaft wirklich ankommt.
Fehler verzeihen, zueinanderstehen und Vertrauen.

Dieser Anime ist wohl einer der besten Beispiele, dass es stets zeitlose Themen gibt und sie auch zeitlos erzählt werden können.

Und es ist ein Thema, was in jedem Lebensabschnitt eine Rolle spielt.

„Die Kinder vom Berghof“ ist ein Anime, den alte Hasen wie ich lieben werden. Man wird direkt in die Anfänge der guten alten Zeit katapultiert und fühlt sich wie damals. Und obwohl man die Serie kennt, schaut man sie nun, als Erwachsener nochmal mit ganz neuen Augen und aus einem ganz neuen Blickwinkel. Einfach mit mehr Erfahrung und Lebensweisheit.  Und wenn man jetzt sein liebgewonnenes Hobby mit seinem Nachwuchs teilen möchte, dann ist das auf jeden Fall die richtige Einstiegsdroge.

Aber auch die „Frischlinge“ unter den Otakus sollten dem „alten“ Stoff eine Chance geben. Alle die gerne Slice of Life schauen und liebevoll gestaltete Charaktere und Landschaften mögen, die kommen voll auf ihre Kosten.

Kari

About Kari

Freak, Otaku, Leseratte, Waffelschaden, Cosplayerin, Fotografin und das alles mit rosa Zuckerwatte im Kopf. Erwachsen ist man noch oft genug, ich geh mal schaukeln!

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