Attack on Titan Volume 1

Attack on Titan Volume 1

Startseite » Review » Action » Attack on Titan Volume 1
© 2012 Hajime Isayama, Kodansha/ Attack on Titan Production Committee

Daten:

  • Regisseur: Tetsuo Araki
  • Sprache: Japanisch (DTS-HD 2.0), Deutsch (DTS-HD 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: KAZÉ Anime
  • Erscheinungstermin: 28. Oktober 2016
  • Produktionsjahr: 2012
  • Spieldauer: 200 Minuten
  • Preis: 42,99€

Die Titanen kommen!

Attack on Titan (oder japanisch: Shingeki no Kyoujin) – der sicherlich beliebteste Anime des diesjährigen Jahrzehnts – erschien vor einiger Zeit endlich auch in Deutschland. Er basiert auf der gleichnamigen Manga-Serie und lief im Jahr 2013 im japanischen Fernsehen. Seit 2014 erscheint die Mangavorlage auch beim Publisher Carlsen-Manga in Deutschland. Seit Ende Oktober 2016 können sich Fans der Vorlage – dank KAZÉ Anime – nun endlich die ersten sieben Episoden auch auf Deutsch ansehen. Die folgende Review basiert auf diesen ersten sieben Episoden, nicht auf der kompletten Serie.

100 Jahre vor den Geschehnissen von Attack on Titan wurde die Menschheit von riesigen, menschenähnlichen Kreaturen angegriffen, die man Titanen nennt. Sie haben fast die komplette Menschheit ausgelöscht, ohne dass man bisher in Erfahrung bringen konnte, wo sie herkamen oder warum sie die Menschen angegriffen haben. Aufgrund der ständigen Angriffe haben die letzten Überlebenden drei Mauern gebaut, hinter denen sie versuchen, in Frieden zu leben. Viele Menschen, die hinter diesen Mauern aufgewachsen sind, haben die Titanen niemals gesehen, da es 100 Jahre lang keine Angriffe mehr gab. Zu Beginn der ersten Folge wird die Stadt Shinganshina angegriffen, aus der die Hauptcharaktere des Anime stammen.

Die Hauptcharaktere sind die Geschwister Eren Jäger und Mikasa Ackerman, sowie deren Freund Armin Arlert. Eren ist ein eher schwacher Junge, der jedoch unbedingt Teil des militanten Aufklärungstrupps werden möchte. Der Aufklärungstrupp agiert außerhalb der Mauern und hat die Aufgabe, die Gebiete außerhalb der Mauern zu erkunden und die Titanen zu erforschen. Weiterhin ist er auch dafür zuständig, die Städte, die von den Titanen angegriffen wurden, zu verteidigen und wieder aufzubauen. Erens Schwester Mikasa hingegen ist eine sehr starke Frau, vor der sogar die größten Schläger der Stadt weglaufen. Sie muss häufig auf ihren Bruder aufpassen und ihn beschützen. Beim Angriff der Titanen können die drei Freunde zwar fliehen, Erens Mutter stirbt aber vor ihren Augen.

Nach dem Angriff lebt Eren hinter der zweiten Mauer und schwört auf das Leben seiner Mutter, dass er die Titanen auslöschen wird. Fünf Jahre später tritt er zusammen mit Mikasa und Armin dem Militär bei, um seinen Plan durchzuziehen. In der Ausbildung lernt er viele andere Menschen kennen und erfährt, aus welchen Gründen sie Teil des Militärs sein wollen. Die Meisten versuchen der Militärpolizei beizutreten, da diese innerhalb der letzten Mauer agiert. Dadurch müssen Militärpolizisten keine Angst haben, von Titanen angegriffen zu werden. Eren hingegen gefällt diese Idee nicht und er tritt dem Aufklärungstrupp bei, obwohl er als einer der besten seiner Klasse die Möglichkeit hätte, seine Abteilung auszuwählen. Wenn ihr wissen wollt, wie Eren und Mikasa sich beim Militär schlagen und wie gefährlich die Titanen wirklich sind, solltet ihr euch Attack on Titan unbedingt selbst ansehen.

Ein riesiges Actionfeuerwerk

Wenn ich Attack on Titan in einem Wort beschreiben müsste, würde ich: „Actionspektakel“ sagen. Dragonball, Naruto oder One Piece sind in Deutschland sicherlich die bekanntesten Beispiele für Action-Anime. Die uns bekannten „Fighting-Shounen-Anime“ sind zwar auch voller Action, aber im Gegensatz zu Attack on Titan ziemlich fröhlich. Wir wissen, dass wir harte Kämpfe sehen werden, aber auch, dass die Hauptcharaktere der anderen Serien ziemlich sicher immer überleben werden. Attack on Titan hingegen hat eine sehr düstere Atmosphäre. Man wird direkt in der ersten Episode mit dem Horror der Titanen konfrontiert und erlebt durch den Tod von Erens Mutter etwas, was sich nur wenige andere Anime-Serien wirklich trauen würden. Dadurch spürt der Zuschauer, dass er sich niemals sicher sein kann, ob sein Lieblingscharakter die nächste Folge überleben wird. Die Atmosphäre erzeugt eine unheimlich große Spannung, die einer der stärksten Faktoren der Serie ist. Die beschriebene Action ist dabei unglaublich gut animiert.

In den Folgen 2 bis 4 der ersten DVD- und Blu-ray-Box von Attack on Titan stehen – im Gegensatz zum Rest der Serie – die Charaktere im Vordergrund. Im Gegensatz zu späteren Folgen wirken diese Episoden langsamer getimed und schaffen damit eine andere Atmosphäre als der Rest der Serie. Die anfänglichen Episoden erzählen die Geschichte der Charaktere und besonders die Zeit ihrer Militärausbildung. Hier lernen wir mehr von Eren und seinen Freunden kennen und der Zuschauer gewöhnt sich an das langsame Tempo der Geschichte. Ab der fünften Folge wird man hingegen von einem schnell ansteigenden Pacing überrascht. Das kann dazu führen, dass Personen, die die ersten Folgen sehr gut fanden, von den späteren Folgen überwältigt werden, weil sie falsche Erwartungen an die Serie hatten. Hier hätte man die Vorlage eventuell etwas anders umsetzen können, um die Zuschauer schneller an die Action zu gewöhnen. Beispielsweise hätte man Rückblenden in späteren Episoden nutzen können, um diese Vorgeschichte zu erklären.

Die Charaktere von Attack on Titan sind zwar nicht besonders originell, sie wurden aber trotzdem interessant geschrieben. Die Nebencharaktere sind zwar in den ersten Episoden individuell noch nicht besonders wichtig, erfüllen aber trotzdem eine Rolle. Wir verfolgen ein Team von Personen, das versucht Titanen zu bekämpfen und dabei zu überleben. In diesem Kampf ums Überleben kann man schon in den ersten Episoden mit allen Charakteren mitfiebern und hoffen, dass sie nicht sterben müssen. Diese ständige Angst vor neuen Gefahren hilft dem Zuschauer enorm dabei, eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen. Ich habe Eren, Armin und Mikasa zwar vorhin als Hauptcharaktere bezeichnet, im Grunde genommen arbeiten aber alle diese Charaktere zusammen, sodass das Konzept eines „Hauptcharakters“ für die Geschichte gar nicht nötig ist. Das merkt man besonders in der fünften Folge der Serie.

Atemberaubende Umsetzung

Die technische Umsetzung des Anime ist sicherlich seine große Stärke. Die Welt ist extrem detailliert dargestellt und die bedrückende Atmosphäre trägt ihren Teil dazu bei, dass man als Zuschauer glaubt, dass diese Welt wirklich existieren kann. Besonders in den Kampfszenen sieht man, dass das Studio Wit (in Zusammenarbeit mit Studio I.G.) extrem gute Arbeit geleistet hat. Die Kämpfe wirken sehr dynamisch und heben sich erfreulich stark von den Kämpfen anderer Anime ab, da sehr viele interessante Kampfbewegungen animiert werden, die ich vorher in keinem anderen Anime sehen durfte. Auch Personen, die Action-Anime nicht besonders mögen, müssen zugeben, dass die Kämpfe in Attack on Titan zu den besten Szenen gehören, die jemals animiert wurden.

Die Musik passt sehr gut zu der Atmosphäre des Anime, wodurch das Zuschauen noch mehr Spaß macht. Dabei muss besonders der Opening-Song „Guren no Yumiya“ erwähnt werden. Der Song von Linked Horizon passt unglaublich gut zu dem Anime und die Animationen des Openings zeigen, was man vom Anime erwarten kann.

Auch die deutsche Umsetzung ist – bis auf kleine Ausnahmen – sehr gut gelungen. Max Felder (bekannt zum Beispiel als Ron Weasley aus den Harry Potter Filmen) macht einen ausgezeichneten Job und schafft es, Eren Jäger glaubwürdig darzustellen, ohne dass er den japanischen Sprecher 1:1 kopiert. Sehr gut hat mir außerdem auch Klaus-Dieter Klebsch (beispielsweise bekannt als deutsche Stimme von Alec Baldwin) als Ausbilder Keith Shadis gefallen. Die Stimme gefiel mir sogar besser als die seines japanischen Pendants, da er sehr einschüchternd, aber gleichzeitig sympathisch wirkte. Etwas störend hingegen war die Aussprache des Namens Eren. Die meisten Figuren nannten ihn „Erren“, was sich für Fans der Serie etwas gewöhnungsbedürftig anhören dürfte. Abgesehen von dieser kleinen Schwäche und einigen wenigen Nebencharakteren, die nicht besonders viel Emotionen in ihre Stimme legen, ist die deutsche Umsetzung aber sehr gut gelungen und gehört zu den besten deutschen Umsetzungen, die ich in meiner Zeit als Animefan sehen durfte.

Eine klare Empfehlung für jeden Actionfan

Attack on Titan hat den Ruf, einer der besten Anime der Neuzeit zu sein. Diesen Ruf hat der Anime nicht ohne Grund. Ich habe selten einen Anime gesehen, der es schafft, seine Geschichte in so kurzer Zeit so gut aufzubauen. Attack on Titan schafft eine unglaublich dichte und spannende Atmosphäre, wodurch man als Zuschauer häufig gar nicht mehr aufhören kann die Serie zu weiterzuschauen. Fans werden sicherlich auch die zweite Volume der DVD kaufen müssen, da die siebte Folge mit einem großen Cliffhanger endet, der erst in den späteren Folgen aufgelöst wird.

Personen, die düstere Action-Anime wie Fullmetal Alchemist Brotherhood oder Fate/Zero mögen, werden sicherlich auch Attack on Titan lieben, auch wenn die Charaktere hier nicht so tiefgründig wie in anderen Serien sind. Animefans, denen die ersten vier Episoden nicht so sehr zusagen, sollten die Serie trotzdem unbedingt weiterschauen, da sie sich ab der fünften Episode stark ändert und weitaus Action-lastiger wird. Generell kann ich Attack on Titan jedem deutschen Animefan empfehlen, der keine Probleme mit Gewalt hat. Außerdem liefert Kazé mit dieser deutschen Version endlich ein starkes Gegenargument für die ständigen „Synchronisations-Debatten“.

Avatar

About Shin

Shin hat im Jahr 2016 sein Masterstudium in Soziologie abgeschlossen und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Anime mag Shin schon seit sehr vielen Jahren. Spätestens seit dem Besuch seiner ersten Convention - der Connichi 2003 - ist er fasziniert von der Welt der Anime. Seit August 2016 ist Shin festes Mitglied von Jimoku und kümmert sich zum größten Teil um das Schreiben von Reviews. Sein Lieblingsanime ist "Space Brothers".
Shin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.