Assassination Classroom The Movie: 365 Days‘ Time

Assassination Classroom The Movie: 365 Days‘ Time

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© 2016  Yusei Matsui/Shueisha ∙ Anime „Assassination Classroom“ Production Committee

Daten:

  • Regisseur: Seiji Kishi
  • Sprache: Japanisch (Dolby Digital 2.0), Japanisch (PCM 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (PCM 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: peppermint anime (AV Visionen)
  • Erscheinungstermin: 9. Februar 2018
  • Produktionsjahr: 2016
  • Spieldauer: 93 Minuten
  • Preis: 21,99 € (Blu-ray), 17,99 € (DVD)

Nachdem ich euch vor einiger Zeit die letzten Episoden der „Assassination Classroom“-Serie vorgestellt habe, möchte ich heute den Film „Assassination Classroom the Movie: 365 Days Time“ besprechen. Das Ende der Serie war zwar wirklich schön, jedoch war ich traurig, dass man von da an Abschied von Koro-Sensei und seinen Schülern nehmen musste. Dank peppermint anime können wir uns aber auf ein Wiedersehen freuen! In der folgenden Review möchte ich aufzeigen, warum Fans mit dem Film Spaß haben werden, Neulinge ihn aber besser nicht schauen sollten.

Gewalt ausdrücklich erlaubt!

Einige Zeit nach ihrem Abschluss treffen sich Nagisa und Karma in ihrem alten Klassenraum wieder und lassen die Schulzeit Revue passieren. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Schülern waren sie nämlich in keiner normalen Klasse. Die E-Klasse der Kunigaoka-Schule war schon immer für ihre Problemschüler bekannt. Dies ist den Leitern der sonst sehr renommierten Schule ein Dorn im Auge, weshalb sich das Klassenzimmer nicht auf dem Hauptcampus der Schule befindet, sondern auf einem abgelegenen Berg umgeben von Wäldern.

Für die als problematisch abgestempelten Schüler ändert sich jedoch Einiges, als ihr neuer Lehrer „Koro-Sensei“ die Klasse betritt. Dieser ist kein Mensch, sondern eine außerirdische Lebensform, die versucht, die Erde zu zerstören. Die Schüler sollen versuchen ihren Lehrer zu töten, um die Welt zu retten. Relativ schnell erkennen sie aber, dass ihr neuer Lehrer alles andere als ein verabscheuungswürdiges Monster ist. Der Film „Assassination Classroom the Movie: 365 Days Time“ zeigt die wichtigsten Szenen der Serie und fasst somit die Geschichte von zwei Staffeln in etwa 1 ½ Stunden zusammen.

Karma im Mittelpunkt

Der Film beginnt mit gut animierten neuen Szenen. Doch schnell bemerkt man als Zuschauer, dass er nur die Geschichte der Serie zusammenfasst. Die neuen Szenen beschränken sich auf wirklich wenige Minuten Gespräch von Karma und Nagisa. Fans dieser Charaktere werden sich also freuen, dass die Freundschaft der Beiden noch etwas weiterentwickelt wird- andere Charaktere sieht man hingegen nur in den zahlreichen Rückblenden sowie im Abspann. Während man die Entwicklung von Nagisa aus der Serie schon kennt, zeigt der Film insbesondere, wie sich Karma nach dem Ende der Schulzeit weiterentwickelt hat und welche Einstellung und Gedanken er besitzt.

Wenn man bedenkt, dass es sich um einen Film handelt, der normalerweise ein höheres Budget haben sollte, enttäuschen die neuen Szenen schon arg. Zum größten Teil sieht man Nagisa und Karma am gleichen Ort -dem Lehrerpult- stehen. Abgesehen von den Mundwinkeln des sprechenden Charakters gibt es auch kaum Dynamik in diesen Szenen, wodurch sie leider etwas langweilig wirken. Immerhin: die Musik wirkt sehr stimmungsvoll und passend.

Eine interessante Struktur

Filme, welche die Geschichte von Animes nacherzählen erscheinen -insbesondere in Japan- relativ häufig. Die wohl schwierigste Aufgabe eines Regisseurs ist es für diese Art Filme eine passende Struktur zu finden. Häufig wird die Geschichte der wichtigsten Story-Ereignisse nacheinander dargestellt. Das bewirkt zwar, dass man den Geschehnissen sehr einfach folgen kann, da eine Serie aber mehr Spielraum besitzt, um die einzelnen Charaktere zu entwickeln, sind diese Art Filme meistens weitaus schlechter als die Serie selbst. Der Film „Assassination Classroom the Movie: 365 Days Time“ wählt glücklicherweise -jedenfalls für die erste Hälfte- eine andere Erzählweise. Zu Beginn werden die wichtigsten Charaktere (Koro-Sensei, Nagisa, Karma und Kayano) sowie ihre Entwicklung innerhalb der Handlung vorgestellt. Diese Struktur ist sinnvoll, da sie es ermöglicht, einzelne Charaktere sehr genau abzubilden, auch wenn nur ein Bruchteil der Szenen der Serie gezeigt wird. Das führt aber natürlich auch dazu, dass Nebencharaktere hier fast gar keine Rolle mehr spielen. Die zweite Hälfte hingegen erzählt relativ genau das Ende der Serie nach. Es werden alle wichtigen Szenen gezeigt, wobei ich mir gewünscht hätte, dass mehr Szenen integriert wären, die das alltägliche Leben der Schüler darstellen, da dies sehr wichtig für den eigentlichen Anime war.

Ein besonderes Lob möchte ich für die Darstellung von Koro-Sensei aussprechen. Schon nach wenigen Szenen erkennt man als Zuschauer, warum man ihn so sehr gemocht hat. Es werden seine positiven sowie negativen Seiten gezeigt und auch Personen, die das Original nicht kennen, würden sicherlich feststellen können, dass er ein guter Lehrer war.

Nostalgie-Overkill

Insbesondere die zweite Hälfte des Films zeigt zusätzlich sehr gut, warum die Vorlage eine Spitzen-Serie war. Ich bin häufig sehr kritisch gegenüber den letzten zwei Episoden von Anime, der Film zeigt aber, warum „ Assassination Classroom“ hier brilliert. Gefühlt werden die letzten zwei bis drei Episoden fast komplett nacherzählt. Wie in meiner Review zur letzten Volume beschrieben, sind diese das Highlight der gesamten Serie, weshalb die Konzentration auf diesen Teil verständlich ist. Die relativ geringe Nutzung von Szenen aus der ersten Staffel ist für mich positiv, da mir die Zweite weitaus besser gefallen hat.

Ein großes Problem dieses Films ist aber: Er hat eine sehr geringe Zielgruppe. Jemand, der die Originalserie nicht gesehen hat, wird den Film nicht komplett verstehen können, da zwar versucht wird auf die wichtigsten Entwicklungen einzugehen, in vielen Szenen aber trotzdem Hintergrundwissen verlangt wird. Fans der Serie, die ihre alten Freunde wieder einmal besuchen wollen, werden mit ihm aber sicherlich ihren Spaß haben, besonders wenn sie diese schon einige Zeit nicht mehr gesehen haben.

Technische Umsetzung

Die Animationen der Rückblenden passiert auf einem hohen Niveau. „Assassination Classroom“ brillierte Animationstechnisch insbesondere in den dynamischen Kampfsequenzen. Das gibt der Film gut wieder und setzt einen Kontrast mit seinen eher undynamischen neuen Szenen. Die Musik kann auch überzeugen und trägt insbesondere bei alten Fans dazu bei, sich an die Serie zurückzuerinnern.

Die deutsche Umsetzung ist prinzipiell gelungen. In meiner alten Review habe ich die Übersetzung insgesamt gelobt, da der Großteil der Gespräche sehr flüssig abläuft und realistisch wirkt. Mein größter Kritikpunkt war die unterschiedliche Sprecherqualität bei den Nebencharakteren. Diese hört man leider auch im neuen Film- da die Hauptfiguren hier aber klar im Vordergrund stehen, ist dies nicht so auffällig wie in der eigentlichen Serie. Wirklich negativ aufgefallen sind mir nur die Szenen mit Nagisas Mutter. Die Synchronsprecherin schafft es leider nicht, die Emotionen auf einem ähnlichen Level darzustellen wie die japanische Originalsprecherin. Zusätzlich wirken die Sätze, die sie sprechen muss, nicht besonders realistisch sondern eher wie eine Google-Übersetzung. Dies ist glücklicherweise aber eine Ausnahme. Etwas überrascht war ich, dass einige Einblendungen mit Informationen zu Nebencharakteren (wie beispielsweise die alte Klassenlehrerin der E-Klasse) nicht übersetzt wurden- jedenfalls in der deutschen Sprachfassung ohne Untertitel. Hierdurch verpassen deutsche Zuschauer einige Details.

Wie bekannt von Filmreleases findet man eher wenige Extras auf der Disc. Einige Trailer sowie die deutschen Credits gehören eher zum Standard-Repertoire. Die Verpackung der Blu-ray hat mir gut gefallen und hat eine ähnlich gute Qualität wie die anderen peppermint anime Releases.

Nur Für Fans

Ich bin selbst nicht der größte Freund von „Recap-Movies“, freute mich aber schon sehr auf das Wiedersehen mit Nagisa und Co. Insgesamt bekommt man genau, was man erwarten konnte: Eine Kurzzusammenfassung einer wirklich guten Serie. Leider ist der Film aber auch nicht mehr. Er bringt keine neuen Entwicklungen und erweitert das Universum auch auf keine andere Weise.

Personen, die den Manga gelesen haben, aber nicht wissen, ob sie auch den Anime schauen sollen, könnten sich beispielsweise diesen Film einmal anschauen. Er repräsentiert die Qualität der Serie und der deutschen Umsetzung relativ gut. Sonst würde ich ihn aber nur Fans des Originals empfehlen. Neulinge sollten sich lieber den Anime anschauen (beispielsweise auf AkibaPass), da dieser weitaus mehr Emotionen vermittelt.

Bewertung: 5,5/10 Punkten

About Shin

Shin hat im Jahr 2016 sein Masterstudium in Soziologie abgeschlossen und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Anime mag Shin schon seit sehr vielen Jahren. Spätestens seit dem Besuch seiner ersten Convention - der Connichi 2003 - ist er fasziniert von der Welt der Anime. Seit August 2016 ist Shin festes Mitglied von Jimoku und kümmert sich zum größten Teil um das Schreiben von Reviews. Sein Lieblingsanime ist "Space Brothers".
Shin

Kommentare (1)

  1. […] den zugehörigen Film: „Haikyuu!! Movie 1 – Ende und Anfang“ erwerben. Ähnlich wie schon bei „Assassination Classroom“ handelt es sich hierbei um einen sogenannten „Recap-Film“. Die Geschichte der ersten 13 […]

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