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Assassination Classroom Staffel 2 – Volume 4

Asssassination Classroom Volume 4
© 2015 Matsui Yusei/ Shueisha/ Asssassination Classroom Production Committee

Daten:

  • Regisseur(e): Seiji Kishi
  • Sprache: Japanisch (Dolby Surround), Deutsch (Dolby Surround)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: peppermint anime
  • Erscheinungstermin: 24. November 2017
  • Produktionsjahr: 2016
  • Spieldauer: 175 Minuten
  • Preis: 38,99€ (Blu-ray), 35,99€ (DVD)

Als ich vor einiger Zeit von „Assassination Classroom“ hörte, war ich von dem Konzept begeistert. Ich bin ein großer Fan von interessanten Schüler ↔ Lehrer Beziehungen und der Meinung, dass diese in sehr vielen Anime zu sehr in den Hintergrund rückt. Die ersten Episoden enttäuschten mich damals, da es auf mich so wirkte, als ob der Comedy-Aspekt zu sehr im Vordergrund steht. Spätestens die zweite Hälfte der ersten Staffel stimmte mich dann aber wieder positiv. Die Charaktere sowie die Beziehungen zwischen ihnen entwickeln sich weiter (ein Pluspunkt gegenüber den Realfilmen, die wir uns vor einiger Zeit anschauten). Dank peppermint anime durfte ich mir nun die letzten 6 Episoden der Serie anschauen. Ob das Ende ähnlich stark ist wie der Rest der zweiten Staffel?

Es geht dem Ende entgegen

Die Erde ist dem Untergang geweiht: Ein extrem starkes Monster, das auch schon einen großen Teil des Mondes zerstört hat, ist auf die Erde gekommen, um auch diese innerhalb eines Jahres zu zerstören. Es gibt den Menschen aber noch eine Chance: Als ungewöhnlicher Lehrer wird er das ganze Jahr die 3-E Klasse der Kunugigaoka-Mittelschule unterrichten und den Schülern in diesem Zeitraum die Möglichkeit geben, ihn zu töten. Zu diesem Zweck bekommen sie sogar Unterricht in der „Kunst des Tötens“! In der Geschichte des Anime steht somit die Beziehung zwischen dem Lehrer (Koro-Sensei) und den Schülern im Vordergrund. Wenn ihr mehr zur allgemeinen Story lesen wollt, schaut einmal in meine Review zum ersten Realfilm rein, im weiteren Teil der Review werde ich mich auf die Geschehnisse der letzten Volume der letzten Staffel konzentrieren.

Nachdem die Schüler durch einen Wettstreit in der letzten Episode entschieden haben, dass sie Koro-Sensei nicht mehr töten, sondern retten wollen, suchen sie nun eine Möglichkeit, dies zu erreichen. Ein Hinweis scheint sich auf der ISS (International Space Station) zu befinden. Nach einem speziellen Training begeben sich also Nagisa und Karma zusammen ins Weltall. Hier können die Beiden geheime Daten akquirieren. Eine Analyse dieser Daten zeigt: Falls Koro-Sensei eine bestimmte Medizin nehmen würde, läge die Wahrscheinlichkeit, dass er explodieren und somit sterben wird, unter einem Prozent. Sie scheinen also nun endlich eine Lösung gefunden zu haben.

Doch nicht nur die Zukunft von Koro-Sensei steht im Mittelpunkt: Auch die Schüler müssen sich fragen, was sie nach ihrem Abschluss machen möchten. Besonders Nagisa quält sich damit, weil ihm von allen Seiten gesagt wird, dass er der perfekte Auftragsmörder sei; Doch möchte er diesen Job sein Leben lang ausführen? Alles ändert sich außerdem als die Regierung beginnt, sich in das Geschehen einzumischen. Ob die Schüler es schaffen, Koro-Sensei zu retten erfahrt ihr, wenn ihr euch selbst die letzten Episoden des Anime anschaut!

Viele Emotionen

Standen in der ersten Staffel noch Comedy-Elemente im Vordergrund, so hat sich die Serie in der zweiten Staffel mehr zu einem Drama weiterentwickelt. Immer wieder muss die Klasse gemeinsam Herausforderungen überwinden und wächst gemeinsam an ihnen. Dadurch, dass sie nun auch die Hintergrundgeschichte ihres Lehrers kennen und begonnen haben, noch stärker mit ihm zu sympathisieren ist es natürlich schwierig, ihn wirklich umzubringen. Da die Beziehung zwischen ihnen jedoch stark auf dem gemeinschaftlichen Morden beruht, können sie dies auch nicht komplett einstellen. Dieser Zwiespalt spielte schon in den Folgen 17 und 18 eine große Rolle, zieht sich aber auch durch die Episoden der vierten Volume.

Ein besonderes Lob hat das Ende der Serie verdient. Häufig schaffen es Anime nicht, ein wirklich gutes Ende zu schaffen. Meistens werden Shounen-Jump-Serien entweder stark in die Länge gezogen, oder sehr plötzlich abgebrochen, sodass es nur wirklich schwer ist, ein überzeugendes Ende zu schreiben. „Assassination Classroom“ wirkt hingegen so, als ob das Ende genau geplant wurde. Dies rundet die insgesamt sehr gute Geschichte perfekt ab und hat es sogar geschafft, mir einige Tränen heraus zu kitzeln.

Weiterentwicklung

Der Grund dafür sind keine (pseudo-)dramatischen Szenen oder große Aufreger. Man denkt beim Schauen der letzten Episoden lediglich daran, was man mit den Charakteren des Anime schon erlebt hat und beginnt, in Erinnerungen zu schwelgen. Die Beziehung der Schülerinnen und Schüler zu Koro-Sensei hat sich in den insgesamt 52 Episoden sehr natürlich entwickelt, weshalb man als Zuschauer wirklich traurig ist, die Charaktere nicht mehr sehen zu können. Trotzdem wurde – wie schon erwähnt – das Ende der Geschichte gut gewählt. Es zeigt, dass sogenannte „Problemschüler“ auch nur normale Menschen sind und stellt in den Fokus, wie Koro-Sensei diese auf ihr weiteres Leben vorbereitet hat. Am Ende der Serie sind sie alle Menschen, die alleine in die weite Welt gehen können.

Hierin sehe ich die größte Stärke von „Assassination Classroom“, die in den letzten Episoden besonders stark zum Tragen kommt: Die Weiterentwicklung der Charaktere. Zu Beginn der Serie lernen wir eine Klasse voller Versager kennen. Durch den Unterricht von Koro-Sensei lernen die Charaktere nach und nach ihre unterschiedlichen Stärken und Schwächen kennen und stellen alle fest, dass sie nicht schlechter sind als die „Topschüler“ der A-Klasse. Wichtig ist nur, dass sie erkennen, was ihre Stärken sind.

Dies ist besonders bemerkenswert, weil in der Serie unfassbar viele unterschiedliche Charaktere auftauchen. Häufig führt dies dazu, dass entweder nur einige wenige Charaktere im Vordergrund stehen oder dass keiner dieser sich wirklich weiterentwickeln kann. In „Assassination Classroom“ passiert dies aber nicht. Natürlich hat auch dieser Anime seine Hauptfiguren (wie beispielsweise Nagisa oder Karma), doch auch eher unwichtigere Mitschülerinnen und Mitschüler bekommen ihre Momente und gegen Ende der Serie kann man genau sagen, wie diese Figur zu Beginn war und wie sie sich weiterentwickelt hat. Das Ende der Serie schafft es, die neuen Perspektiven der Figuren sehr gut darzustellen.

Ein großer Endkampf

Wie von einem Shounen-Anime zu erwarten war, gibt es natürlich auch in dieser Serie gegen Ende einen großen Schlußkampf. Da aber kein wirklicher „Hauptbösewicht“ existiert, unterscheidet sich der Showdown von denen anderer Action-Anime. Dort stehen nicht etwa besondere Spezial-Manöver im Mittelpunkt, sondern Emotionen. Koro-Sensei wird von dem Wunsch angetrieben, seine Schüler zu beschützen – wie es schon die gesamte Zeit über war. Wie wichtig der Lehrer seinen Job genommen hat, wird durch das Jahrbuch symbolisiert, das er für jeden einzelnen Schüler hergestellt hat. In diesem wurde alles gesammelt, was der jeweilige Schüler in dem Schuljahr erlebt und gelernt hat. Es verdeutlicht noch einmal die Entwicklung, die die Charaktere durchmachen mussten.

Die 25. Episode ist ein Art Epilog, der zeigt, was die Charaktere nach dem Ende ihrer Schulzeit machen. Auf der einen Seite ist dies natürlich eine Art „Fanservice“, auf der anderen Seite fungiert dies aber als perfekter Abschluss – insbesondere für Nagisa. Er hat sich von einem ängstlichen, kleinen Schüler zu einem erwachsenen Mann mit einem festen Beruf entwickelt.

Zu viele Charaktere?

Auch wenn mich die Entwicklung der vielen Charaktere positiv beeinflusst hat, gibt es einige Negativpunkte, die angesprochen werden sollte. Das Charakterdesign gefällt mir nicht so gut. Abgesehen von wenigen Ausnahmen (beispielsweise Karma) sieht man die Figuren größtenteils nur in ihrer Schuluniform. Diese ist sehr schlicht gehalten. Zusätzlich besitzen die meisten Charaktere nur wenige Accessoires, die sie wirklich einzigartig machen. Unterscheiden tun sie sich nur durch ihre Haare, die aber (abgesehen von Nagisa) auch nicht besonders innovativ sind. Diese Aspekte zusammen lassen die Charaktere auf den ersten Blick viel langweiliger wirken, als sie eigentlich sind.

Generell sind die Animationen des eher neueren Studios „Lerche“ (produzierte beispielsweise auch „Danganronpa“ oder „Kuzu no Honkai“) zwar nicht schlecht, können aber nicht mit den Animationen anderer Shounen-Jump-Anime wie „Haikyuu!“ oder „My Hero Academia“ mithalten. Da es eher wenige Action-Szenen gibt, ist dies aber zu verschmerzen. Sehr gut gefallen hat mir hingegen das Opening der zweiten Hälfte des Anime: „Bye Bye Yesterday“.

Mein zweiter Kritikpunkt ist leider die deutsche Synchronisation – und auch hier sehe ich das größte Problem bei der Masse an wichtigen Charakteren. Die Übersetzung der Begriffe sowie die Übertragung der Geschichte in die deutsche Sprache hat mir insgesamt gefallen und auch wichtige Charaktere haben eine passende Stimme erhalten, die Qualität der Sprecher der Nebencharaktere ist aber sehr unterschiedlich. Gefallen mir einige wirklich gut, so ist die Aussprache einiger anderer aber nicht besonders klar. Auch die Namen werden von verschiedenen Sprechern unterschiedlich ausgesprochen, was die sonst gute Umsetzung etwas trübt.

Positiv hervorheben sollte man aber trotzdem Claus-Peter Damitz (bekannt als Tyrion aus Game of Thrones) als Koro-Sensei. Da es sehr schwierig ist, die wirklich spezielle Stimme von Jun Fukuyama aus dem Original zu kopieren, hat er die Rolle etwas uminterpretiert. Er spricht Koro-Sensei etwas „herzlicher“ und „netter“, insbesondere in Staffel 2 gefällt mir dies aber wirklich sehr gut und zeigt, dass wir in Deutschland auch starke Synchronsprecher haben.

Eine klare Empfehlung

War ich anfangs noch etwas skeptisch, bin ich am Ende der zweiten Staffel nun ein großer Fan von „Assassination Classroom“. Der Anime hat es geschafft, realistische und interessante Schüler ↔ Lehrer Beziehungen darzustellen, ohne Langeweile aufkommen zu lassen. Koro-Sensei ist – trotz seines etwas komischen Äußeren – einer der interessantesten Shounen-Jump-Charaktere der letzten Jahre. Alleine wegen ihm lohnt es sich schon, die Serie anzuschauen, auch wenn sie – insbesondere zu Beginn der jeweiligen Staffeln – einige Schwächen hat und nicht alle Möglichkeiten ausgenutzt werden.

Wir empfehlen euch, der Serie unbedingt eine Chance zu geben. Die erste Staffel fand ich gut, die zweite Staffel sogar sehr gut! Die vierte Volume schafft es, die Serie wirklich perfekt abzurunden und ist meiner Meinung nach die beste Volume der gesamten Serie. Fans von Anime wie „My Hero Academia“ oder „Great Teacher Onizuka“ sowie Zuschauer, die von „Danganronpa“ etwas enttäuscht waren, werden mit „Assassination Classroom“ auf jeden Fall viel Spaß haben. Neben der Blu-ray und der DVD könnt ihr die Serie übrigens auch auf Akiba Pass oder Netflix schauen.

About Shin

Shin hat im Jahr 2016 sein Masterstudium in Soziologie abgeschlossen und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Anime mag Shin schon seit sehr vielen Jahren. Spätestens seit dem Besuch seiner ersten Convention - der Connichi 2003 - ist er fasziniert von der Welt der Anime. Seit August 2016 ist Shin festes Mitglied von Jimoku und kümmert sich zum größten Teil um das Schreiben von Reviews. Sein Lieblingsanime ist "Space Brothers".
Autor: Shin
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Kommentare (1)

  1. […] und Schülern, weshalb es sehr schwierig ist, den Fokus zu behalten. Serien wie beispielsweise Assassination Classroom stehen vor einem ähnlichen Problem, schaffen es aber durch eine starke Fokussierung auf bestimmte […]

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