Assassination Classroom – Part 2

Assassination Classroom – Part 2

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©2016 Fuji Television Network, Shueisha, J Storm, Toho, Robot © YUSEI MATSUI/SHUEISHA

Daten:

  • Regisseur: Eiichirô Hasumi
  • Sprache: Japanisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: MFA (AV Visionen GmbH)
  • Erscheinungstermin: 28. Oktober 2016
  • Produktionsjahr: 2016
  • Spieldauer: 115 Minuten
  • Preis: 11,99 € (DVD), 14,99 € (Blu-ray)

Das Ende der E-Klasse?

Nachdem ich mir vor einiger Zeit den ersten Film Assassination Classroom – Part 1 angeschaut habe, möchte ich euch nun auch den zweiten Teil: Assassination Classroom – Part 2 vorstellen. Dieser Film basiert auf der zweiten Hälfte der Mangavorlage und schließt direkt an dessen Geschichte an. Ihr solltet also den ersten Film gesehen haben, bevor ihr euch diesen anschaut. Er erschien am 28. Oktober 2016 auf DVD und Blu-ray und wurde in Deutschland vom Studio MFA+ Filmdistributionen (AV Visionen GmbH) herausgebracht.

Sechs Monate sind bereits vergangen, in denen Koro-Sensei die Schüler der E-Klasse unterrichtet hat. In dieser Zeit hat die Klasse sehr viele Abenteuer erleben können und auch erfahren, dass Koro-Sensei einen doch nicht so schlechten Charakter besitzt, wie anfangs angenommen. Zusätzlich beginnen die Schüler langsam aber sicher zu verzweifeln, da sie bisher noch keine Möglichkeit gefunden haben, ihn zu töten. Jeder Plan wurde bisher durch Koro-Senseis Schnelligkeit vereitelt. Glücklicherweise soll bald das Schulfest stattfinden, auf dem die E-Klasse ein Theaterstück aufführt. Das Ziel der Schüler ist es also nun, Koro-Sensei auf der Veranstaltung zu töten; er könnte schließlich durch die große Menge an Menschen abgelenkt sein! Doch sie müssen sich beeilen, da das Militär auch den Profikiller Red-Eye auf ihn angesetzt hat.

Neben weiteren Versuchen, Koro-Sensei zu töten, sehen wir im zweiten Teil der Filmreihe endlich auch etwas aus der Vergangenheit von Koro-Sensei. Wir erfahren, aus welchem Grund er die Erde zerstören wird, warum er überhaupt Lehrer geworden ist und welche Rolle Kayano in der Geschichte spielt.

Durch die gemeinsame Zeit mit ihrem Lehrer fragen sich die Schüler im Laufe des Filmes auch, ob sie ihn überhaupt töten wollen, wenn er ihnen doch eigentlich dabei geholfen hat, zu besseren Schülern zu werden. Wenn ihr wissen wollt, ob dieser Konflikt die Klasse spaltet und wie sie sich endgültig entscheidet, solltet ihr den Film selbst schauen!

Drama statt Humor

Im Mittelpunkt der Geschichte des zweiten Films stehen weitaus mehr dramatische Elemente. Wenn man den ersten Film als absurden Actionfilm mit sehr vielen Comedyelementen beschreiben würde, liegt der Fokus des zweiten Films stärker auf den dramatischen Szenen, sowie der Hintergrundgeschichte von Koro-Sensei. Hieraus ergeben sich mehrere Stärken, aber auch einige Schwächen.

Vorweg soll noch einmal betont werden, dass es notwendig ist, den ersten Film gesehen zu haben, um den zweiten Teil zu verstehen. Es wird zwar versucht, die Geschichte von Assassination Classroom – Part 1 in einer kurzen Einleitung zu erklären, dies geschieht aber viel zu schnell und chaotisch, sodass neue Zuschauer die Handlung gar nicht begreifen können. Hier hätte ich mir entweder eine längere, strukturiertere Einleitung gewünscht, oder man hätte sie direkt weglassen können.

Im Gegensatz zum ersten Film wirkt das Pacing – abgesehen von den ersten 30 Minuten – besser durchdacht. Hatte man in Part 1 noch das Gefühl ein Manga-Skript zu lesen, erscheint Part 2 jetzt im gewohnten Filmformat. Die Szenen passen besser zueinander und erschaffen somit einen roten Faden.

Das bessere Pacing kann leider nicht darüber hinweg täuschen, dass die emotionale Bindung zu den Charakteren immer noch nicht richtig aufgebaut ist. Es fällt sehr schwer, die Entwicklung vom Nonsens-Comedyfilms zu einem Dramafilm nachzuvollziehen. Die Zuschauer haben noch nicht genug Zeit mit den Charakteren verbracht und konnten dadurch keine richtige Beziehung zu ihnen aufbauen. Aus diesem Grund können die dramatischen Szenen es nicht schaffen, sie wirklich mitzureißen. Besonders auffallend ist dies bei der Hintergrundgeschichte zu Kayano, die in nur wenigen Minuten erzählt wird. Generell ist dieser Teil der Geschichte der große Schwachpunkt des Films, da auch die Szene, in der sie schließlich gerettet wird, aufgrund der fehlenden Zeit, die Nagisa und Kayano miteinander verbracht haben, nicht besonders glaubwürdig ist. Hier hätte man die Dramatik weitaus besser aufbauen können.

Koro-Senseis Hintergrundgeschichte hingegen war ziemlich spannend, obwohl Aguri Yukimura als Charakter ziemlich langweilig und austauschbar wirkte. Die Rückblende war sicherlich etwas zu lang, generell half sie aber dabei, Koro-Sensei besser zu verstehen und selbst eine Beziehung zu ihm aufzubauen.

Das Ende des Films soll den Zuschauer stark berühren. Es ist aber schwer vorstellbar, dass er es schaffen kann, wenn der Zuschauer nicht schon die Manga- oder Anime- Vorlage kennt und dadurch die Charaktere besser kennengelernt hat. Die letzten Szenen werden relativ schnell erzählt und besonders der große Endkampf ist eher enttäuschend. Hier wurde versucht einen Bösewicht aufzubauen, über den wir viel zu wenig Informationen besitzen, wodurch der Kampf nicht wirklich spannend ist. Der Epilog hingegen ist witzig und zeigt den Zuschauern, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, etwas aus sich zu machen, auch wenn andere Personen das Gegenteil behaupten.

Eine erstaunlich gute Synchronisation

Im Gegensatz zum ersten Film durfte ich mir beim zweiten Film die deutsche Synchronisation anschauen. Hier muss ich dem Synchronstudio ein großes Lob aussprechen. Sie haben es geschafft, passende Sprecher für die einzelnen Charaktere zu finden. Die größte Aufgabe war sicherlich, eine geeignete Stimme für Koro-Sensei zu finden, da Kazunari Ninomiya im japanischen Original eine extrem starke Leistung abliefert. In den ersten Minuten ist die Stimme deshalb auch etwas gewöhnungsbedürftig, nach einiger Zeit stört man sich aber nicht mehr an ihr. Claus-Peter Damitz spricht die Rolle des Koro-Sensei zwar etwas emotionaler, schafft es aber trotzdem, die Figur sehr gut einzufangen, auch wenn er das japanische Original nicht ganz erreichen kann. Nagisa wurde mit einem eher unerfahrenem Sprecher (Felix Mayer) besetzt, dieser macht aber einen wirklich sehr guten Job. Einzig die Stimme von Irina Jelavich finde ich nicht so gut besetzt. Hier hätte ich mir mehr Mut zu einer verrückteren Stimme erhofft.

Große Änderungen zum ersten Teil

Wie bereits erklärt, ist Assassination Classroom – Part 2 ein komplett anderer Film als der erste Teil. Der Humor rückt etwas in den Hintergrund und Dramaelemente versuchen den Platz einzunehmen. Das funktioniert nur bedingt, da man den Zuschauern nicht genug Zeit gegeben hat, um sich intensiv mit den einzelnen Charakteren zu beschäftigen. In diesem Film rückt Karma in den Hintergrund und nicht einmal Kayano bekommt genügend Szenen, damit man mit ihr wirklich mitfühlen kann. Hingegen fokussiert sich der Film ganz stark auf Nagisa und besonders Koro-Sensei. Nagisa ist zwar wirklich interessant, ich hätte mir hier aber mehr Szenen gewünscht, in denen man die Schüler besser kennenlernen kann. Wenn dies nicht das Ziel der Reihe sein sollte, hätte man sich auch im zweiten Teil mehr auf die humoristischen Elemente verlassen sollen, da diese immer noch sehr gut sind und mich einige Male zum Lachen gebracht haben.

Fans des ersten Teils sollten sich Assassination Classroom – Part 2 anschauen, um zu sehen, wie die Geschichte endet, aber auch Personen, die den ersten Teil zu chaotisch fanden, könnten mit dem zweiten Film mehr Spaß haben. Die Figur des Koro-Sensei ist auch immer noch sehr witzig und interessant. Insgesamt schafft die Reihe es aber – trotz der offensichtlichen Stärken – nicht, eine wirklich kohärente Geschichte zu erzählen, sodass ich sie zwar weiterempfehlen kann, aber denke, dass die Anime- und Mangavorlagen die Geschichte besser wiedergeben.

About Shin

Shin hat im Jahr 2016 sein Masterstudium in Soziologie abgeschlossen und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Anime mag Shin schon seit sehr vielen Jahren. Spätestens seit dem Besuch seiner ersten Convention - der Connichi 2003 - ist er fasziniert von der Welt der Anime. Seit August 2016 ist Shin festes Mitglied von Jimoku und kümmert sich zum größten Teil um das Schreiben von Reviews. Sein Lieblingsanime ist "Space Brothers".
Autor: Shin
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