Assassination Classroom – Part 1

Assassination Classroom – Part 1

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© 2015 Yusei Matsui/Shueisha, Movie „Ansatsu Kyoushitsu“ Production Committee

Daten:

  • Regisseur: Eiichir Hasumi
  • Sprache: Japanisch (DD), Deutsch (DD)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: MFA (AV Visionen GmbH)
  • Erscheinungstermin: 26. August 2016
  • Produktionsjahr: 2015
  • Spieldauer: 110 Minuten
  • Preis: 14,99 € (DVD), 16,99 € (Blu-ray)

Ein Klassenzimmer voller Mörder

Der Film Assassination Classroom – Part 1 (japanisch: Ansatsu Kyoushitsu) basiert auf der gleichnamigen Manga-Serie des Mangaka Yusei Matsui, die in den Jahren 2012 bis 2016 im Weekly Shonen Jump erschienen ist. Der erste Film der zweiteiligen Reihe basiert grob auf den Geschehnissen der ersten Staffel der Anime-Serie und lief im Jahr 2015 sehr erfolgreich im japanischen Kino (als zehnterfolgreichster Film des Jahres). In Deutschland erschien er am 26. August beim Publisher AV Visionen auf DVD und Blu-ray.

Die Erde wird von einem scheinbar außerirdischen Wesen heimgesucht, das sogar schon den Mond zerstört hat. Da es so unglaublich schnell ist, scheint es keine Möglichkeit zu geben, es von seinem nächsten Plan, der Zerstörung des Planeten, abzuhalten. Überraschenderweise gibt es den Erdbewohnern aber noch eine Chance. Es möchte als Lehrer an einer Schule arbeiten, wobei seine Schüler das komplette Schuljahr über versuchen dürfen, es noch vor der Zerstörung umzubringen. Als Belohnung für die Rettung der Erde würde der Killer des Monsters vom japanischen Militär 10.000.000.000 Yen bekommen (umgerechnet etwa 84,5 Millionen Euro).

Das Monster männlichen Geschlechts, welches im Laufe des Films Koro-Sensei genannt wird (sein Name ist dabei eine Anspielung auf den japanischen Ausdruck „korosenai“, was in etwa „nicht zu töten“ bedeutet) hat sich eine ganz besondere Schulklasse ausgesucht. Koro-Sensei möchte die E-Klasse des dritten Jahrgangs der Kunugigaoka Mittelschule unterrichten. Die „3-E“ wird häufig auch „End-Class“ genannt, da alle „hoffnungslosen“ Schüler in sie abgeschoben werden. In ihr tummeln sich also schlechte Schüler, Rebellen und andere Chaoten. Damit sich die Schüler bei den Tötungsversuchen nicht selbst schädigen, wurde eine besondere Munition entwickelt, die nur Koro-Sensei schaden kann.

Um Koro-Sensei töten zu können, erhalten die Schüler ein rigoroses Training. Dabei helfen ihnen besonders Karasuma-Sensei, ein Mitglied des Verteidigungsministeriums und Irina Jelavic, eine ausgebildete Profikillerin. Da sich die Aufgabe als sehr schwierig herausstellt, werden im Laufe der Geschichte weitere Profikiller in die Klasse eingeschleust, um den Hauptcharakteren Nagisa, Karma, Kayano und deren Mitschülerinnen und -schülern zu helfen.

Keine Zeit für eine Pause

Insgesamt gefällt mir die Umsetzung ganz gut. Insbesondere die Synchronisation des durch CGI geschaffenen Koro-Sensei ist gelungen. In den ersten Minuten wirkt er furchteinflößend, im Laufe des Films lernt man ihn aber näher kennen, wodurch er viel sympathischer wirkt. Die Stimme des Schauspielers Ryosuke Yamada ist dabei sicherlich eines der Highlights des Films. Die Comedy-Szenen, in denen man die alberne Seite von Koro-Sensei sieht, würde ich als eine der großen Stärken des Films bezeichnen, da der manchmal schon sehr verrückte Humor sehr gut in die Grundstimmung der Serie passt, da er ein guter Kontrast zu den eher düsteren Szenen ist.

Die wohl größte Schwäche von Assassination Classroom Part 1 ist die begrenzte Zeit des Kinofilms. Im Manga sowie in der Anime-Serie wurde sehr viel Screen-Time für das Kennenlernen der Charaktere angesetzt. Man lernt dort zwar auch nicht jede Schülerin oder jeden Schüler ausführlich kennen, trotzdem kann man aber den Personen bezeichnende Charaktereigenschaften zuordnen. Der Film nimmt sich diese Zeit leider nicht. Da versucht wird, die Geschichte zweier Anime-Staffeln in zwei Filme unterzubringen, musste die Geschichte an einigen Stellen leider stark gekürzt werden. Dies hat zur Folge, dass man als Zuschauer kaum Durchatmen kann, da eine Bedrohung auf die nächste folgt, ohne dass man die Zeit hat, über diese nachzudenken.

Zusätzlich leidet auch die Atmosphäre des Films an dieser Schwäche. In anderen Umsetzungen erfährt man, dass die Klasse eine besonders starke Beziehung zu ihrem Lehrer aufbaut, obwohl er ein Monster ist. So wird auch eindeutig nachvollziehbar, warum sie ihn doch nicht töten möchten. Im Film hat Koro-Sensei nur mit sehr wenigen Schülern einzelne Szenen und Gespräche, wohingegen andere während des gesamten Films gar nicht mit ihm redeten. Die einzelnen Szenen sind überwiegend sehr emotional, actionreich und kurzweilig, das Zusammenspiel leidet aber an der fehlenden Bindung zu den Charakteren, sowie dem viel zu schnellen Pacing der Geschichte.

Ein Manga in Filmform

Das Aneinanderreihen der verschiedenen Geschichten wirft auf die Umsetzung leider kein gutes Licht, da es so wirkt, als ob man mehrere Manga-Kapitel hintereinander verfilmt hat, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie man diese in Form eines Filmes sinnvoll zusammenfügen kann. Man hätte die Geschichte sicherlich etwas anders umsetzen müssen, um eine gute Projektion auf die Leinwand zu bekommen. Beispielsweise hätte man eine der mehreren Handlungsstränge aus dem Film entfernen können, um Platz für einen roten Handlungsstrang zu machen.

Eine meiner Meinung nach sehr gute Entscheidung ist hingegen das Charakterdesign (auch wenn Karasuma-sensei mir persönlich etwas zu alt erscheint). Im Original sind die Schüler mangatypisch sehr unrealistisch dargestellt. Nagisa hat blaue, Kayano hingegen grüne Haare. Es wäre sicherlich sehr verwirrend gewesen, wenn man den Schauspielern diese bunten Perücken aufgesetzt hätte, da dies in eine Realverfilmung nicht gut passt. Dadurch ist es zwar manchmal etwas schwieriger die einzelnen Nebencharaktere auseinanderzuhalten, trotzdem denke ich dass die Änderung der Charakterdesigns eine richtige Entscheidung war. Etwas komisch ist hingegen die Entscheidung Irina Jelavic von einer Japanerin spielen zu lassen, deren Englisch eher schlecht ist. Die simpel gehaltene Darstellung der einzelnen Charaktere betont noch einmal, dass Koro-Sensei die Hauptperson der Filme sein soll und dass die Schüler eher im Hintergrund stehen. Einzig Nagisa und Karma bekommen wirklich interessante, eigene Szenen. Hier wünsche ich mir im Nachfolger etwas mehr Tiefgang, da besonders der unscheinbare Nagisa, der ein besonderes Talent zum Töten hat, wirklich interessant ist.

Die vorhandenen Untertitel sind wirklich gut gelungen- mir ist beim Schauen nur ein einziger Rechtschreibfehler aufgefallen.

Eine Empfehlung für Fans von verrückten Geschichten

Assassination Classroom Part 1 hat leider – im Gegensatz zu den anderen Umsetzungen der Geschichte – einige Schwächen. Man merkt, dass der Film eigentlich einem Manga aus einem wöchentlichen Magazin entnommen ist. Man hätte sich bei der Umsetzung noch mehr Gedanken darüber machen sollen, wie man die Geschichte am besten in einen Kinofilm übertragen kann. Trotzdem ist der Film jedoch spaßig und kurzweilig und weitaus besser als andere schreckliche Realfilmumsetzungen wie beispielsweise „Dragonball Evolution“.

Assassination Classroom Part 1 würde ich Fans von skurrilen, japanischen Kinofilmen empfehlen, die kein Problem damit haben, dass man außerhalb des Hauptcharakters eher blasse Nebendarsteller im Film vorfindet. Fans von Anime-Serien wie „Danganronpa“ sollten sich den Film unbedingt einmal anschauen. Personen, die einen wirklich guten, realistischen Film erwarten, sollten Assassination Classroom hingegen lieber meiden.

About Shin

Shin hat im Jahr 2016 sein Masterstudium in Soziologie abgeschlossen und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Anime mag Shin schon seit sehr vielen Jahren. Spätestens seit dem Besuch seiner ersten Convention - der Connichi 2003 - ist er fasziniert von der Welt der Anime. Seit August 2016 ist Shin festes Mitglied von Jimoku und kümmert sich zum größten Teil um das Schreiben von Reviews. Sein Lieblingsanime ist "Space Brothers".
Autor: Shin
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