„After the Rain“

„After the Rain“

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© WIT Studio, Inc., Jun Mayuzuki, Amazon

Daten:

  • Regisseur(e): nicht herausgefunden
  • Sprache: Japanisch
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
  • Studio: WIT Studio Inc.
  • Erscheinungstermin: Januar 2018 – März 2018
  • Produktionsjahr: 2018
  • Spieldauer: 12 Folgen á 24 Minuten
  • Streamingdienst: Amazon Prime Video

Schon in der Winterseason 2018 nahm Amazon die 12-teilige Serie „After the Rain“ in ihre Simulcast-Sparte auf. Die romantische Komödie entstand im WIT Studio, Inc. und ist abgeschlossen. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Manga von Jun Mayuzuki aus dem Jahre 2014.

 

Die Sache mit dem Altersunterschied

Akira Tachibana ist 17 Jahre alt und sie besucht ein Gymnasium. Die Oberschülerin ist sehr still und schaut eher verkniffen und durchdringend in die Weltgeschichte, so dass sie von ihren Mitmenschen eher mit Skepsis wahrgenommen wird. Nach einer Verletzung kann sie ihrem Hobby der Leichtathletik nicht mehr nachgehen und nimmt einen Job in einem kleinen Lokal an. Akira begreift irgendwann, dass sie sich in ihren Chef verliebt hat. Der ist jedoch schon über 40, ist geschieden und hat einen kleinen Sohn. Doch das stört Akira gar nicht. Sie fasst sich ein Herz, und gesteht Masami Kondo ihre Liebe.

Der ist zunächst verwirrt und weiß nicht damit umzugehen. Zum einen fühlt er sich sehr geehrt, dass ein so junges Mädchen in ihn verliebt ist. Zum anderen will er ihr aber auch nicht weh tun oder sie ausnutzen.

Trotz aller Vorbehalte treffen sie sich die beiden zu einem Date. Welches von Masami klar als Reinfall deklariert wird, doch für Akira ist es der Himmel auf Erden. Sie fühlt sich bestätigt und will ihren Chef auf jeden Fall noch näher kennenlernen. Gut, dass der Sohnemann einen Hamster anschleppt, der fortan beim Vater leben soll, damit der Sohn einen Grund hat, öfter den Vater zu besuchen. Das bietet auch Akira die Chance, sich nicht nur um den Hamster zu kümmern, weil Masami ja keine Ahnung von Hamsterhaltung hat.

 

Ernstes Thema sensibel aufgearbeitet

Die Geschichte wird sehr flüssig erzählt und schnell leidet man mit Akira und Masami mit. Akiras erste Liebe ist für sie so erfrischend und unschuldig. Sie will einfach nur bei ihm sein und auch die Annährungsversuche der anderen männlichen Kollegen im Lokal interessieren sie nicht. Und auch die Kritik prallt an ihr ab. Sie mag Masami einfach und will versuchen zu verstehen, warum sie sich in einen viel älteren Mann verliebt hat. Die Art, wie Akira dargestellt wird, zeigt immer wieder, wie jung sie ist und wie man als junger Mensch denkt. Die vielen imaginären Blümchen, Herzchen und Farben, die um ihren Kopf herumschwirren, wenn irgendwelche besondere Ereignisse geschehen oder wenn sie verliebt an Masami denkt, sind leicht und wirken irgendwie kindlich naiv. Dabei wirkt die Art und Weise, wie dieses Stilmittel im Anime eingesetzt niemals kitschig oder übertrieben.

Dagegen bekommt man aber auch die Gedanken und Gefühle von Masami mit. Er denkt viel über Akira nach und ob das alles so richtig ist. Er wirkt in seinen Gedanken resigniert und stellt schon früh fest, was diese Liebe eigentlich ist. Für ihn symbolisiert Akira Freiheit und Jugend. Alles das, was er nicht mehr wirklich hat. Er spürt die Sehnsucht nach alten und unbeschwerten Zeiten. Die könnte er zwar mit Akira wiedererlangen, jedoch findet er das nicht fair ihr gegenüber und ist sich sicher, dass diese Liebe keinen Sinn hat.

Es gibt immer wieder die Momente, die kitschig werden könnten, aber den Machern der Serie ist eine gute Mischung zwischen Ernsthaftigkeit und Humor gelungen, so dass die Geschichte nie an Authentizität verliert.

 

Einfache Zeichnungen

Die Zeichnungen sind klar und einfach gehalten. Man möchte fast sagen, sie sind aufs Wesentliche beschränkt. Dennoch haben alle Charaktere was ganz Eigenes und jeder seine persönlichen Merkmale. Die Hintergründe sind gut durchdacht und nie übertrieben. Es passt alles sehr harmonisch zusammen und bilden trotz ihrer klaren und manchmal harten Linienführung ein rundes Bild, was Freude macht.

Die Untertitel sind passend und gut lesbar.

 

Slice of Life

Ich fand es sehr gut, dass dieser Anime ganz ohne Magie, Kampf oder Fanservice auskommt. Er erzählt eine Geschichte mitten aus dem Leben in einer ernsten, jedoch ansprechenden Stimmung. Durch Wortwitz und einigen humorvollen Ereignissen, wird die ganze Ernsthaftigkeit aufgelockert, so dass man Akira gerne folgt und wie gebannt in die Glotze starrt, immer mit der Frage im Kopf: Ja, bekommen die sich denn?

Das werde ich hier an dieser Stelle auf keinen Fall spoilern. Es sei nur so viel gesagt, Leben bietet die spannendsten Geschichten meistens, wenn sie ganz leise und unaufgeregt daherkommen.

In Japan erschien am 25. Mai 2018 sogar eine Live-Action Verfilmung und ich hoffe inständig, dass ich die auch irgendwann sehen kann.

Wer auf Slice of Life, Romantik und ein Hauch Drama steht, der sollte „After the Rain“ eine Chance geben. Ich bin verliebt in diesen Anime und werde ihn mir bestimmt ein zweites Mal anschauen.

Kari

About Kari

Freak, Otaku, Leseratte, Waffelschaden, Cosplayerin, Fotografin und das alles mit rosa Zuckerwatte im Kopf. Erwachsen ist man noch oft genug, ich geh mal schaukeln!

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