Season Fazit: Winter Season 2018

Season Fazit: Winter Season 2018

Startseite » Newsticker » News » Anime » Season Fazit: Winter Season 2018

Wie zur Fall Season 2017 möchten wir euch auch am Ende der Winter Anime Season 2018 vorstellen, welche Serien uns besonders gut gefallen haben und welche wir nicht so gut fanden. Da es zwar schwierig ist, die Netflix-Originals wirklich in eine „Season“ einzuordnen, weil sie in einem anderen Rhythmus veröffentlicht werden, wir euch diese aber trotzdem nicht vorenthalten wollen, werden wir hier auch die Netflix-Serien besprechen, die wir bereits geschaut haben.

An dieser Stelle danken wir unseren Partnern Crunchyroll und Wakanim, die uns unterstützt und es uns möglich gemacht haben, so viele verschiedene Anime zu schauen. Die folgenden Einschätzungen sind nur „Kurzfazits“, für einige Serien der Winter Season 2018 haben wir aber auch lange Reviews geschrieben, die wir euch hier verlinken:

Review March Comes in Like a Lion Season 2“ | Review „Hakumei und Mikochi“ | Review „A.I.C.O. Incarnation“  | Review „How to keep a Mummy“  | Review „ID-0“

Nicht beendete Serien

Wie die letzten Male möchten wir auch dieses Mal keine Serien bewertet, die wir nicht zu Ende geschaut haben. Zu Beginn der Season bewarb Crunchyroll die Yuri-Serie Citrus sehr stark, weshalb wir uns die ersten drei Episoden anschauten. Leider entwickelte sich die Geschichte in dieser Zeit nicht besonders positiv weiter. Die Handlungen der Charaktere konnten wir in vielen Szenen auch nicht nachvollziehen, weshalb wir die Serie abgebrochen haben.
Unsere Redakteurin Kari wird in einigen Tagen aber eine komplette Review zu der Serie verfassen, die wir euch hier nachträglich verlinken werden.

Hakata Tonkotsu Ramens begann spannend, die zweite und dritte Episode konnte uns aber nicht überzeugen. Die Serie nimmt sich zwar selbst nicht besonders ernst, trotzdem waren uns einige Szenen zu abgedreht. Ein weiterer Grund war, dass die Charaktere in dieser Serie ziemlich unsympathisch wirkten.

Noch schlimmer erging es Hakyuu Houshin Engi, ein Remake des 90er-Jahre Anime „Soul Hunter“. Schon nach der Hälfte der ersten Episode hat man erkannt, dass das Pacing komplett vernachlässigt wurde. In knapp 10 Minuten wird die komplette Geschichte eines Universums erzählt, ohne dem Zuschauer Zeit zum Atmen zu geben. Das war sicherlich die schlechteste Serie, die wir diese Season angeschaut haben.

Devilman Crybaby hat uns hingegen sehr gut gefallen- wir konnten es aber noch nicht beenden.

©2018 YORIMOI

A Place Further Than the Universe (Crunchyroll)

Wart ihr schon immer Fans von High-School-Mädchen Anime wie „K-ON!“ oder „Lucky Star“, wollt dazu aber, dass wirklich etwas passiert? Dann ist „A Place Further Than the Universe“ genau das Richtige für euch! Hier begleiten wir die vier Freundinnen Mari, Shirase, Yuzuki und Hinata auf ihrem Weg, die Antarktis zu erreichen. Im Mittelpunkt stehen dabei die ganzen Herausforderungen, die im Laufe dieses Weges aufkommen. Sehr schön dabei ist, dass die Serie nicht auf einer Stelle stehen bleibt- die Charaktere können in jeder Episode kleine Fortschritte feiern. Den Handlungskern bilden somit die vier Hauptfiguren sowie ihre Beziehung zueinander. Wirken sie zu Beginn noch eher wie – sehr sympathische – Stereotypen, erfährt man im Verlauf der Serie viel mehr von ihrem Leben, wodurch sie glaubwürdiger wirken und man als Zuschauer viel stärker mit ihnen mitfiebert. Dazu sind die Animationen wirklich atemberaubend. Fans von guten Slice of Life Anime sollten „A Place Further Than the Universe“ unbedingt eine Chance geben, da es eines der Highlights der Winter Season 2018 ist.

Shins Bewertung: 8/10 Punkte
Tsus Bewertung: 6/10 Punkte

Pop Team Epic (Crunchyroll)

Ein Anime, der schwer in Worte zu fassen ist und mit popkulturellen Referenzen nur so um sich wirft: Das ist „Poputepipikku“ oder auch „Pop Team Epic“. Durch die oft sinnlos wirkenden Aneinanderreihungen von kurzen Skits führen die beiden herzensguten Schulmädchen Popuko und Pipimi, wobei Erstere sehr leicht reizbar ist und Letztere mit ihrer ruhigen Art den genauen Gegenpol dazu bildet. Ohne jegliche Scham stellen sie die Schwächen von Anime und Games humorös zur Schau und lassen keine Zeit für Gnade walten! Man könnte meinen, das Ziel dieses trotzdem sehr gelungenen „Etwas“ sei es, einmal ein richtiger Anime zu werden… von „jedem typischen Shoujo-Anime“ bis hin zu „Hikaru no Go“ wird hier einfach alles auf die Schippe genommen! Aber es bleibt nicht nur dabei, denn der Zuschauer wird sogar vor die Wahl gestellt, ob er die beiden jungen Damen in einer Synchronisation mit (japanischen) weiblichen oder gar männlichen Synchronsprechern sehen möchte! So besteht jede ca. 24-minütige Folge eigentlich aus zwei gleichen Folgen á 12 Minuten… nur mit unterschiedlichen Synchros! Cameo-Autritte wie die von Shoutaro Morikubo (u.a. Shikamaru Nara aus „Naruto Shippuuden“) und Onosaka Masaya (z.B. Zelos Wilder aus „Tales of Symphonia“) lassen Seiyu-Fangirl-Herzen gleich höher schlagen! Aber auch andere Größen der japanischen Synchronsprecherwelt sind vertreten, so wie beispielsweise Yuu Kobayashi (z.B. Konatsu aus „Shouwa Genroku Rakugo Shinjuu“) und Yoko Hikasa (z.B. Miyo Akiyama aus „K-On!“). Pop Team Epic ist ein bunter Mix aus Kreativität, Absurdität und Popkultur, der die Anime-Fangemeinde spaltet: Man liebt ihn oder man hasst ihn!

Shins Bewertung: 7/10 Punkte
Tsus Bewertung: 9/10 Punkte

©2018 Bkub Okawa/Takeshobo/King Records
©2018 Darling In The Franxx Production Committee

Darling in the Franxx (Crunchyroll)

Nach dem Erfolg von „Kill La Kill“ und „Tengen Toppa Gurren Lagann“ gehören alle neuen Serien von Studio Trigger zu den meisterwarteten Serien überhaupt. „Darling in the Franxx“ ist das neueste Werk, welches sie in Kooperation mit A1-Pictures produziert haben. Die Serie spielt in einer weit entfernten Zukunft, in der Menschen mit der Hilfe großer Roboter – genannt Franxx – gegen monsterartige Geschöpfe um ihr Leben kämpfen müssen. Steuern können diese Roboter nur Paare, die aus einem Jungen und einem Mädchen bestehen. Die ersten 12 Episoden von „Darling in the Franxx“ lassen mich noch etwas ratlos zurück. Die Animationen – speziell in den Kämpfen – sind unfassbar dynamisch und schön, die Geschichte hingegen kommt nur sehr langsam voran. In vielen Episoden mussten die Kinder bisher nur einzelne, kleinere Gegner besiegen und gleichzeitig typische Alltagsprobleme bewältigen. Nur selten erhält man klare Antworten auf seine Fragen. Mein größter Kritikpunkt sind aber die Charaktere, die bisher noch ziemlich blass bleiben (abgesehen von Zero-Two). Ich würde mich freuen, wenn der Anime in der zweiten Hälfte die Animationsqualität beibehält und endlich einige meiner Fragen gelüftet werden würden. Verglichen mit den hohen Erwartungen an die Serie bin ich bisher noch etwas enttäuscht.

Shins Eindruck: Gut
Tsus Eindruck: Mittelmäßig

Violet Evergarden (Netflix)

Den visuell hochwertigsten Anime dieser Season gab es mit „Violet Evergarden“ auf Netflix zu sehen. Kyoto Animation setzt gekonnt das Schicksal einer jungen Frau in Szene, die sich in der Zeit nach einem Krieg ihrer Taten als wahre „Kampfmaschine“ bewusst wird und sich gleichzeitig erst an ein normales, ruhiges Leben gewöhnen muss. Der Zuschauer erlebt die gleichnamige Hauptfigur Violet als eine roboterartige Frau- unterstützt auch durch die prothestetischen Arme samt Finger die vom Verlust der letzten Schlacht zeugen. Doch auch ihr Verhalten wirkt distanziert und kühl und lässt auf eine grausame Vergangenheit als Kinder-Soldatin schließen. Vom besten Freund ihres verstorbenen Generals unter die Fittiche genommen, will sie sich zur „Auto Memory Doll“ ausbilden zu lassen- ein Beruf, der das Briefeschreiben für Kunden voraussetzt und somit auch das Verständnis der jedem Brief zugrunde liegenden Emotionen und Intention. Durch die vielen Begegnungen und Gespräche beginnt Violet, die Menschen und ihre Worte besser zu verstehen und hofft dadurch auch eines Tages die Bedeutung der letzten Worte des ihr liebsten Menschen nachvollziehen zu können: „Ich liebe Dich!“. Der Anime beschreibt die Suche einer jungen Frau nach einem neuen Lebenssinn nach schrecklichen Kriegserfahrungen. Obwohl es für mich als Zuschauer unmöglich war, sich mit Violet als Hauptcharakter zu identifizieren, sprach mich ihre Geschichte auf vielen Ebenen an. Man erlebt es als erfrischenden Erfolg, ihre Entwicklung vom „gefühllosen Etwas“ zu einer anteilnehmenden, des Weinens fähigen Person zu beobachten. Die wundervoll detailreichen Hintergründe und auch der Soundtrack tun ihr Übriges, Positives zum Gesamtbild. Für mich definitiv der schönste Anime dieser Season!

Shins Bewertung: 7,5/10 Punkte
Tsus Bewertung: 9/10 Punkte

©2018 Akane Kana, Kyoto Animation / Violet Evergarden Production Committee
©2018 Akane Kana, Kyoto Animation / Violet Evergarden Production Committee
© 2018 Watanabe Wataru (Weekly Shonen Jump) / Yowamushi Pedal 03 Production Committee

Yowamushi Pedal Glory Line (Crunchyroll)

In der vierten Staffel von „Yowamushi Pedal“ müssen Onoda und seine Freunde sich in ihrem zweiten Inter-High beweisen und zeigen, dass ihr Sieg gegen Hakone kein Zufall war. Nachdem sie in der dritten Staffel ein neues Team aus sechs Fahrern zusammengestellt haben, gilt es hier nun besonders zu schauen, wie schwer der Verlust der Drittklässler wiegt. „Yowamushi Pedal: Glory Line“ fühlt sich nicht wie eine vierte Staffel an, da die dritte Staffel mitten im Rennen zu Ende war und man somit direkt in die Action geworfen wird. Fans der Serie finden hier also altbekannte Stärken und Schwächen wieder: Wie früher sind die Radrennen unfassbar spannend, da die Serie es schafft, dass man als Zuschauer zu fast jedem Fahrer eine besondere Bindung aufbaut (insbesondere zu den Sohoku-Fahrern). Die kleinen Schwächen bleiben aber die Alten: Das Pacing der Serie ist sehr langsam, sodass in 12 Episoden nicht unbedingt viel passiert ist. Sie befinden sich immer noch mitten am zweiten Tag des Rennens und es ist schwer vorstellbar, dass der komplette Inter High wirklich in der Staffel zu Ende gebracht wird. Einige Szenen ziehen sich wie Kaugummi, was den sonstigen Spaß ein bisschen trübt.

Shins Eindruck: Gut bis Sehr Gut

The Ancient Magus‘ Bride (Crunchyroll)

Einer der im Voraus sehr hoch gelobten Anime der Winter Season 2018 ist „Mahoutsukai no Yome“ oder „The Ancient Magus Bride“ von Crunchyroll. Die 15-jährige Japanerin Chise Hatori scheint jeglichen Lebenswillen verloren zu haben und verkauft sich selbst bei einer Auktion auf einem Schwarzmarkt an einen hochwüchsigen, maskierten Gentleman. Noch unwissend über das in ihr ruhende Potential wird sie die Schülerin von ihm, der sich als Elias Ainsworth vorstellt und sich als Magier in Gestalt eines Monsters mit Wolfsschädel und Ziegenhörnern präsentiert. Nach einer kurzen Demonstration seiner magischen Kräfte nimmt Elias Chise mit auf sein englisches Landhaus, umgeben von Feen und anderen wundersamen Fantasiewesen und eröffnet ihr seine Absicht, sie als Mensch zu studieren und eines Tages zu seiner Braut zu machen. Nachdem man bereits in der vorangegangenen Season mit „Made in Abyss“ mit einem Fantasy-Anime verwöhnt worden war, spielt bei „Die Braut des Magiers“ zusätzlich auch der Romance-Aspekt eine große Rolle. Die Kombination der beiden Genres ist für mich grundsätzlich sehenswert, weshalb auch ich mich in die Reihe der Zuschauer mit hohen Erwartungen stellte. Story- und Bildtechnisch konnte dieser Anime mich mit „Coming-of-Age“-Story überzeugen, auch wenn die meisten Nebencharaktere leider einen sehr ähnlichen „grundnetten“ Charakter besitzen und man sie ohne Bildmaterial nicht wirklich auseinanderhalten könnte. Die Charakterdesigns hingegen sind farbenfroh, magisch und einfach herrlich umgesetzt! Die Serie schafft es mit einem klasse Setting und (langsamem) Pacing zu überraschen, zu schockieren und bewegt sich entgegen der Prämisse der ersten Folge jenseits von einer platten Story über einen „Käufer und dessen Sklavin“. Wenn euch „Natsume Yuujinchou“ gefällt, wird es auch dieser Anime tun!

Shins Bewertung: 7/10 Punkte
Tsus Bewertung: 7/10 Punkte

©2017 Kore Yamazaki/Mag Garden・Mahoyome Partners
©2018 Mayuzuki Jun, Shogakukan/ Anime"After The Rain" Production Committee

After The Rain (Amazon Prime)

After The Rain“ begleitet die Oberschülerin Akira Tachibana. Obwohl sie sehr hübsch ist und viele Mitschüler ein Auge auf sie geworfen haben, hat sie daran kein Interesse. Aufgrund einer Fußverletzung kann sie ihrem alten Hobby – dem Laufen im Schulclub – nicht mehr nachgehen und distanziert sich dadurch immer mehr von ihren früheren Freundinnen. Bei ihrem Nebenjob in einem Familienrestaurant beginnt sie langsam Gefühle für ihren 45 Jahre alten Chef zu entwickeln. Auch wenn ich schon viele verschiedene Arten von Romance-Anime kenne, habe ich bisher noch keine Geschichte gesehen, bei dem die Protagonisten so einen großen Altersunterschied haben. Dadurch wirkt die Liebe von Tachibana auf den ersten Blick etwas komisch, nach und nach lernt man sie aber immer näher kennen und bemerkt, dass sie ihren Boss (Masami Kondou) wirklich so liebt wie er ist. Kondo ist sehr tollpatschig und kann sich zuerst gar nicht wirklich vorstellen, dass eine Oberschülerin sich wirklich in ihn verlieben kann. Nach und nach beginnt er aber Tachibanas Gefühle zu verstehen und vielleicht auch zu akzeptieren. Es ist sehr spannend zu beobachten, wie er selbst mit sich kämpft, da er Tachibana zwar mag, sie für ihn aber immer noch ein Kind ist. Die Interaktionen der Beiden machen wirklich sehr viel Spaß und auch, wenn es manchmal etwas lange dauert, bis der nächste Punkt der Handlung erreicht ist, hat es sehr viel Spaß gemacht, diesen Anime zu schauen. Ich hätte mich nur gefreut, wenn die anderen Charaktere eine größere Rolle gespielt hätten. Romance-Fans sollten dieser Serie unbedingt eine Chance geben!

Shins Bewertung: 7/10 Punkte
Tsus Bewertung: 8/10 Punkte

Kokkoku (Amazon Prime)

„Kokkoku“, das erste große Werk von Geno Studio, erhält von mir den Preis für den spannendsten Anime dieser Season! In diesem Mystery/Thriller-Anime gerät die eher unterdurchschnittliche, japanische Familie um die 22-jährige Juri Yukawa aufgrund eines gut gehüteten Schatzes ins Visier einer Sekte und ihres Anführers. Der Grund dafür ist das Wissen um die Kräfte der sogenannten „Stasis“, welche sich die Mitglieder der „Genuine Love Society“ zu Eigen machen wollen. Die Stasis ist ein Abbild der normalen Welt, in welchem alle Menschen und die Zeit stillzustehen scheinen. Da sie nur durch den Besitz eines speziellen Steines und dessen Aktivierung durch ein Mitglied der Yukawa Familie betreten werden kann, kidnappen die Sektenmitglieder eines Nachmittags den Onkel der Familie, sowie Juris Neffen Makoto. Was daraufhin folgt, ist der gemeinsame Versuch mit Vater und Großvater, die Beiden durch das Eintreten in die Stasis zu retten. Doch die Sektenmitglieder besitzen ebenfalls einen Stein, der es ihnen ermöglicht, sich trotz des Zeitstillstandes frei zu bewegen…
Die Serie, welche exklusiv auf Amazon Prime zu sehen ist, hat sich für mich als echte Überraschung herausgestellt! Mit Juri bekommen wir einen sehr seltenen, da starken und selbstbewussten Frauencharakter an die Seite gestellt, der durch seine besonderen Fähigkeiten durch den Anime führt. Auch wenn die Beweggründe des Sektenführers Junji Sagawa für einen Bösewicht sehr einfach gehalten sind, konnte mich die Gesamtkonzeption überzeugen und fesseln. Das Opening von MIYAVI und KenKen ist außerdem der eingängigste Song dieser Season. Wenn ihr „Steins; Gate“ und „Parayste“ mochtet, wird Euch dieser Anime garantiert auch sehr gut gefallen!

Shins Bewertung: 7/10 Punkte
Tsus Bewertung: 8/10 Punkte

© 2018 Seita Horio · Kodansha / "Kokkoku" Production Committee
©2018 Junji Ito / Asahi Shimbun Publishing · Junji Ito "Collection" Production Committee

Junji Ito Collection (Crunchyroll)

Als heimlicher Horror- Animefan hatte ich mir von der Umsetzung dieser Auswahl an Manga-Kurzgeschichten nach Junji Ito eine Menge versprochen- und wurde stark enttäuscht. Statt zum Gruseln regt die Umsetzung, welche bei uns auf Crunchyroll gezeigt wurde, an vielen Stellen eher zum Lachen ein. Warum wird schnell klar und kann auch in der Videoreview von Youtube „Super Eyepatch Wolf“ noch einmal in Gänze nachvollzogen werden: Die Details der hervorragenden Zeichen-Vorlagen von Junji Ito gehen in großem Stil verloren, wobei nicht klar wird ob dies aus Faulheit oder mangelnder Recherchearbeit passiert ist. Die wahre Horrorstory hier ist also eigentlich die Arbeit von Studio Deen. In Punkto Horror kann der Anime leider nicht einmal mit Umsetzungen moderner, japanischer Legenden wie beispielsweise bei „Yami Shibai“ (erschienen bei Crunchyroll) mithalten. Fans von Junji Ito werden sich vielleicht freuen, einige seiner bekanntere Geschichten animiert zu sehen, jedoch wird diese Freude meines Erachtens durch die lieblose Umsetzung stark getrübt. Falls man das erste Mal in das Anime-Horrorgenre hineinschaut, könnte man hier sicherlich doch noch ein, zwei positive Punkte abgewinnen und sich von der thematisierten Dramatik der Verzerrung des menschlichen Körpers beeindrucken lassen.

Shins Bewertung: 4/10 Punkte
Tsus Bewertung: 5/10 Punkte

Die Walkinder (Netflix)

„Die Walkinder“ erschien eigentlich schon in der Fall Season 2017, Netflix Deutschland veröffentlichte den Anime aber erst vor einiger Zeit bei uns, weshalb wir uns hier auch diesem widmen. Stellt euch vor, ihr lebt auf einer Art Insel, die in einem Sandmeer immer wieder im Kreis schwimmt. Genau so ergeht es Chakuro und seinen Freunden, die auf dem sogenannten „Mud Whale“ durch das Meer treiben. 90% der Bewohner dieser Insel haben besondere Fähigkeiten – sie können das sogenannte Thymia nutzen, um Gegenstände zu manipulieren. Personen, die mit diesen Kräften geboren wurden, erreichen aber nur selten das 30. Lebensjahr. Das friedliche Leben der Bewohner des Mud Whales ändert sich schlagartig, als sie von Bewohnern eines anderen Landes angegriffen werden. Die Prämisse von „Die Walkinder“ ist wirklich sehr interessant. Innere Konflikte innerhalb des Landes (Personen mit Kräften gegen Personen ohne Kräfte), sowie die Mystik der Außenwelt bieten eine gute Basis für eine spannende Geschichte, weshalb die ersten Episoden auch wirklich sehr spaßig sind. Leider trüben die sehr uninteressanten Charaktere den Gesamteindruck. Viele der Figuren sterben schon zu Beginn der Serie, da man diese aber nicht besonders gut kennenlernen durfte, ist es schwierig eine emotionale Bindung zu ihnen aufzubauen. Das eher langweilige Charakter-Design unterstützt das noch zusätzlich. Weiterhin ist das Ende der Serie sehr unbefriedigend, sodass die Serie insgesamt zwar sehr gut angefangen hat, meiner Meinung nach aber auch stark nachgelassen hat.

Shins Bewertung: 5/10 Punkte
Tsus Bewertung: 5/10 Punkte

©2018 Umeda Abi (Monthly Mystery Bonita) / "Children of Whales" Production Committee

Fazit

Nachdem uns die Fall Season 2017 schon ganz gut gefallen hat, gefällt uns die Winter Season 2018 insgesamt noch besser. Abgesehen von „March Comes in Like a Lion Season 2“ (und dies erschien schon im Herbst), wurde zwar kein Anime veröffentlicht, den wir zu unserem absoluten Lieblingen zählen würden, es erschienen aber viele wirklich tolle Serien, die man mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann.Wie immer sind hier gegen Ende unsere Highlights der Season aufgelistet:

Shins Anime der Season: „March Comes in Like a Lion Season 2“, Neulinge: „A Place Further Than the Universe“
Tsus Anime der Season: “Kokkoku”
Shins Charakter der Season: „Rei Kiriyama“ aus „March Comes in Like a Lion Season 2“; Neulinge: „Masami Kondou“ aus „After The Rain“
Tsus Charakter der Season: „Yuri Yukawa” aus „Kokkoku”
Shins bestes Opening der Season: „Flashback“- Kokkoku Opening
Tsus bestes Opening der Season: „Nostalgic Rainfall”- After the Rain Opening

About Shin

Shin hat im Jahr 2016 sein Masterstudium in Soziologie abgeschlossen und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Anime mag Shin schon seit sehr vielen Jahren. Spätestens seit dem Besuch seiner ersten Convention - der Connichi 2003 - ist er fasziniert von der Welt der Anime. Seit August 2016 ist Shin festes Mitglied von Jimoku und kümmert sich zum größten Teil um das Schreiben von Reviews. Sein Lieblingsanime ist "Space Brothers".
Shin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *