Die besten Anime des Frühlings 2017

Die besten Anime des Frühlings 2017

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Vor einiger Zeit hat der bekannte YouTube-Kanal NinotakuTV ein sehr informativesVideo über legale deutsche Streaming-Angebote hochgeladen. Eine Vielzahl dieser Plattformen versucht die Zuschauer neben älteren Anime-Serien insbesondere auch durch ihre Simulcast-Angebote anzulocken. Dadurch können sogar deutsche Animefans ihre Lieblingsserien tagesaktuell schauen, ohne mit etwaigen rechtlichen Konsequenzen leben zu müssen. Auch diesen Frühling sind wieder sehr viele neue Serien angelaufen. Im folgenden Artikel möchte ich euch – kurz vor dem Start der Sommer Season – vorstellen, welche der neuen Serien ich mir angeschaut habe und welche davon ich euch empfehlen kann. Falls ihr im Sommer also nicht genug gute Serien findet, bekommt ihr hier genügend Stoff zum Nachholen. Hierfür liefere ich Ersteinschätzungen und keine vollständigen Reviews; meine Meinung zu den genannten Serien kann sich also durchaus noch ändern.

©2016 K. Horikoshi / Shueisha, My Hero Academia Project, MBS
©2016 K. Horikoshi / Shueisha, My Hero Academia Project, MBS

My Hero Academia Staffel 2

Wer sich mit der aktuellen Anime-Season beschäftigt hat, ist sicherlich auch über die zweite Staffel von „My Hero Academia“ gestolpert. Nach dem Ende von Naruto und Bleach haben viele Fans auf einen neuen Klassiker im Fighting-Shounen-Genre gewartet und wenn man den Umfragen des Shounen-Jump glauben kann könnte „My Hero Academia“ der nächste größte Hit sein. Auch auf deutschen Conventions kann man viel Merchandise und Cosplays der Serie entdecken.

Der Anime handelt von dem Jungen Izuku Midoriya (Spitzname: Deku), der kraftlos in eine Welt geboren wurde, in der 80% aller Menschen eine Superkraft besitzen. Deku träumt aber dennoch davon ein Superheld zu werden. Die Geschichte begleitet ihn auf seiner Reise und zeigt, dass jeder versuchen sollte, seinen Traum zu verwirklichen.

„My Hero Academia“ – Staffel 2 knüpft an die Geschehnisse der ersten Staffel an. Im Fokus der Handlung steht das jährliche Sportturnier der Superheldenschule, auf dem alle Schüler sich vor ihren potentiellen künftigen Arbeitgebern zeigen müssen. Im Gegensatz zur ersten Staffel werden in den neuen Episoden auch die Hintergrundgeschichten der Nebencharaktere in den Vordergrund gestellt, sodass die Zuschauer eine stärkere Bindung zu ihnen aufbauen können. Daneben können auch die sehr flüssigen Animationen sowie der gute Humor überzeugen.

Fans von „Naruto“ oder „One-Punch Man“ sollten in diesen Anime unbedingt einmal reinschauen, da sie sicherlich sehr viel Spaß mit ihm haben werden.

„My Hero Academia“ könnt ihr bei AkibaPass oder bei Anime-on-Demand schauen. Da Kazé den Anime lizensiert hat, können wir uns sicherlich auch bald auf einen Release auf DVD oder Blu-ray freuen.

©2017 Hajime Isayama, Kodansha/ Attack on Titan Production Committee
©2017 Hajime Isayama, Kodansha/ Attack on Titan Production Committee

Attack on Titan Staffel 2

Diesen Frühling ist nach vier Jahren endlich die langersehnte zweite Staffel zu „Attack on Titan“ erschienen. Die Geschichte der neuen Episoden knüpft direkt an die bekannte Handlung an; die ersten Episoden spielen sogar zur gleichen Zeit wie die Ereignisse der letzten Folgen der ersten Staffel.

Bestand die erste Staffel noch größtenteils aus vielen Action-Szene sowie der Vorstellung der Charaktere, stehen nun auch Mystery-Elemente im Vordergrund. Ein jeder Zuschauer fragt sich natürlich, woher die Titanen kommen und warum sie die Menschen angreifen und man scheint im Laufe der zweiten Staffel immerhin Teilantworten auf diese Fragen zu bekommen. Daneben werden aber auch viele weitere Fragen aufgeworfen, zu denen man die Antworten sicherlich erst in einer eventuellen dritten Staffel bekommen wird.

Ungeachtet dessen kommt die große Stärke der Serie – die Action – auch in der neuesten Abhandlung nicht zu kurz. Kämpfe zwischen David (Menschen) und Goliath (Titanen) werden imposant inszeniert und zeigen, welche Möglichkeiten das Medium Anime bietet. Leider konnte bisher die größte Schwäche des Vorgängers – die ich in den eher langweiligen und nicht besonders tiefgründigen Charakteren sehe – nicht bereinigt werden.

Wer sich nicht daran stört, den Vorgänger kennt und Fan von Action-Anime wie „Kabaneri of the Iron Fortress“ ist, sollte sich „Attack on Titan Staffel 2“ unbedingt anschauen.

„Attack on Titan Staffel 2“ könnt ihr bei Anime-on-Demand im Simulcast schauen. Die erste Staffel erschien in Deutschland bei Kazé.

©2017 Masashi Scott Kishimoto / Shueisha Inc., TV Tokyo Corp., Pierrot Co., Ltd.
©2017 Masashi Scott Kishimoto / Shueisha Inc., TV Tokyo Corp., Pierrot Co., Ltd.

Boruto

Jahrelang war „Naruto“ neben „One Piece“ einer der beliebtesten Anime der Welt. Auch Personen, die sonst eher weniger mit Anime am Hut haben, kannten Naruto und seine Freunde aus dem Fernsehen. Als der Anime zum Nachfolgemanga „Boruto“ angekündigt wurde, waren sehr viele Fans skeptisch, da die Qualität von „Naruto Shippuuden“ in den letzten Jahren stark abgenommen hatte und man glaubte, dass hier nur versucht wird, aus einer bekannten Marke Geld zu pressen. Glücklicherweise hat sich dies nicht bewahrheitet.

„Boruto“ begleitet den gleichnamigen Hauptcharakter, welcher der Sohn von Naruto und Hinata aus der Originalserie ist, sowie die Kinder anderer Charaktere aus dem Naruto-Universum auf dem Weg ein Ninja zu werden. In dieser Hinsicht ähnelt die Serie sehr stark den ersten Folgen von „Naruto“. Es ist jedoch keine Kopie, da Boruto sich stark von seinem alten Herren unterscheidet und eher an Sasuke erinnert und sich dadurch gänzlich anderen Problemen stellen muss. Zusätzlich ist die Welt von Boruto eine andere: Der große Ninja-Krieg ist vorbei und auch der technische Fortschritt hat Konoha erreicht. Diese kleinen Neuerungen lassen „Boruto“ frisch wirken und lassen darauf hoffen, dass aus den Fehlern der letzten Story-Abschnitte von „Naruto Shippuuden“ gelernt wurde.

Fans von klassischen Shounen Anime wie „Naruto“ oder „Bleach“, die nostalgische Gefühle bekommen, wenn sie liebgewonnene Charaktere wiedersehen, sollten hier einmal reinschauen „Boruto“ könnt ihr bei Crunchyroll schauen.

©2017 Toei Anmation
©2017 Toei Anmation

Kado – The Right Answer

Neben den heißersehnten Fortsetzungen haben es neue Anime natürlich schwer, sich durchzusetzen. Trotzdem gibt es noch weitere Serien, denen man in diesem Sommer Beachtung schenken sollte. Eine große Empfehlung kann ich für „Kado – The Right Answer“ aussprechen. Diese Serie handelt von dem Regierungsmitarbeiter Shindou Kojiro. Dieser ist dafür bekannt, dass er in Verhandlungen immer die besten Ergebnisse erzielen und sich sehr gut in neue Situationen einfinden kann. Auf dem Weg zu einem neuen Job materialisiert sich auf einmal ein großes, würfelartiges Raumschiff auf dem Gelände des Flughafen Haneda nahe Tokyo. Gesteuert wird dieser Würfel von dem Wesen Yaha-kui zaShunina, welcher die Gestalt eines Menschen angenommen hat. Mit der Hilfe von Shindou möchte er mit der japanischen Regierung verhandeln, um der Menschheit den Fortschritt zu bringen. Die genauen Intentionen des außerirdischen Wesens bleiben aber bisher noch ungeklärt.

Die Serie stellt viele interessante, philosophische Fragen, mit denen man sich beim Schauen beschäftigt und bringt die Zuschauer zum Nachdenken. Wie würde die Menschheit wirklich reagieren, wenn ein unbekanntes Objekt auf der Erde landen würde? In „Kado“ wird ein sehr realistisches Bild von diesem Szenario gezeigt. Zwar findet man in diesem Anime keine großen Action-Szenen vor, kann sich jedoch an der Tiefe der Gespräche zwischen den Charakteren erfreuen. Durch ihr Vielschichtigkeit und ihren Realismus sind auch die eher ruhigen Momente sehr spannend. Durch die CGI-Animationen können zwar die Bewegungen manchmal etwas hölzern wirken- die sehr schön gestalteten Hintergründe trösten aber darüber hinweg.

Animefans, die kein Problem damit haben, komplexere Geschichten zu verstehen, sollten „Kado – The Right Answer“ unbedingt eine Chance geben. Schauen könnt ihr „Kado“ bei Crunchyroll.

©2017 Tsuki ga Kirei Production Committee
©2017 Tsuki ga Kirei Production Committee

Tsuki ga Kirei

Neben den bekannten und stark antizipierten Serien möchte ich euch auch noch einen Anime vorstellen, der bisher eher wenig Aufmerksamkeit bekommen hat: „Tsuki ga Kirei“.

Er zeigt das Leben der beiden Mittelschüler Koutarou Azumi und Akane Mizuno, die im letzten Mittelschuljahr erstmalig in der gleichen Klasse sind. Azumi ist ein introvertierter Junge und wirkt auf die meisten Mädchen der Klasse eher langweilig. Mizuno ist eine sehr unsichere Person, auch wenn sie eines der hübschesten Mädchen der Klasse ist. Zufälligerweise lernen sich die beiden kennen und verlieben sich ineinander. Im Fokus der Geschichte steht das Erwachsenwerden, eine erste große Liebe sowie Konflikte, die aufgrund dessen zwischen Freunden auftreten können.

Auf den ersten Blick wirkt „Tsuki ga Kirei“ (für den es keine Manga- oder Buchvorlage gibt) wie ein typischer Romance-Anime. Im Gegensatz zu anderen Genrevertretern kommt er aber ohne große Klischees aus, sodass die Story sich schnell und realistisch weiterentwickeln kann. Häufig bin ich abgeschreckt von schüchternen Jungen in der Hauptrolle einer solchen Serie, da diese es meistens erst gegen Ende schaffen, der Geliebten die Gefühle zu gestehen. „Tsuki ga Kirei“ schlägt einen anderen, erfrischenden Weg ein und kann sich hierdurch erfreulich vom „Romance-Einheitsbrei“ absetzen. Die Beziehung der beiden Hauptcharaktere wirkt sehr realistisch, wodurch Zuschauer sich an ihre eigene Schulzeit erinnert fühlen können.

Freunden von Liebesgeschichten, Fans von „Nah bei dir“ oder „One Week Friends“ und Personen, die generell Lust haben, einen eher ruhigeren Anime zu sehen, kann ich „Tsuki ga Kirei“ auf jeden Fall empfehlen. Schauen könnt ihr die Serie auf Crunchyroll.

Weitere interessante Serien

Neben diesen fünf Empfehlungen laufen derzeit aber noch weitere Serien im Simulcast, die mir gefallen haben. Den Anfang macht die Serie „Yowamushi Pedal: New Generation“, die ihr auf Crunchyroll sehen könnt. Die dritte Staffel des beliebten Anime erfreut insbesondere Sportfans. Neben spannenden Rennen und einem gelungenem Soundtrack können vorwiegend die vielen unterschiedlichen Charaktere überzeugen. Um diesen Anime genießen zu können, solltet ihr aber die vorherigen Staffeln geschaut haben.

Eine zweite sehr interessante Serie ist „Re:CREATORS“, die ihr auf Amazon Prime sehen könnt. Dieser Anime dreht das Konzept von „Sword Art Online“ einfach um. Hier wird nicht etwa der Hauptcharakter in eine Spielewelt gezogen, sondern die Anime-Charaktere müssen in der menschlichen Welt überleben. Dadurch entstehen einige witzige Situationen, besonders wenn die Charaktere auf ihre Erschaffer (beispielsweise Mangaka) treffen. Neben der imposanten Action überzeugen insbesondere die unterschiedlichen Erfahrungen, die die Anime-Charaktere in der Menschenwelt machen. Was passiert, wenn ein Magical Girl aus einer Kinderserie mit Blut konfrontiert wird? Die Beantwortung solcher Fragen ist höchst interessant. Leider wirken die Charaktere – jedenfalls nach den ersten Episoden – abgesehen von diesen Erlebnissen relativ eindimensional und auch der menschliche Hauptcharakter konnte bisher nicht überzeugen. Wenn euch dieses Konzept aber interessiert, solltet ihr euch die Serie unbedingt anschauen.

Eher keine Empfehlung!

Oft beginnt man in einer Season auch Anime, die einem nicht so gut gefallen und die man vielleicht droppt. Im Folgenden will ich euch drei dieser Serien kurz vorstellen. Das bedeutet nicht, dass die Serien schlecht sind, sondern lediglich, dass sie mir nicht so gut gefallen haben.

Beginnen möchte ich mit einem der beliebtesten Anime der Season namens „Eromanga-sensei“, den ihr auf Daisuki schauen könnt. Die Halbgeschwister Sagiri und Masamune leben seit dem Tod ihrer Eltern alleine zusammen. Masamune arbeitet als Light-Novel Autor, hat aber noch nie seinen Illustrator „Eromanga-sensei“ kennengelernt, der für besonders erotische Zeichnungen bekannt ist. Doch eines Tages kommt heraus: Es handelt sich hierbei um Sagiri. Die Idee, einen Light-Novel-Autor zu begleiten, gefällt mir prinzipiell gut. Ähnlich wie bei „Ore no Imouto ga Konnani Kawaii Wake ga Nai.“ scheinen die Geschwister aber Gefühle füreinander zu entwickeln, was für mich etwas verstörend wirkte. Zusätzlich gefällt mir der Humor der Serie nicht so gut.

Den Anime „The Anonymous Noise“ könnt ihr auf Anime-on-Demand schauen und er handelt von dem Mädchen Nino Arisugawa. Diese trägt immer eine Schutzmaske vor dem Gesicht und scheint außer dem Singen nichts im Leben zu haben, was sie wirklich interessiert. Dies ändert sich, als sie an ihrer neuen Schule ihre alten Freunde Momo und Yuzu wiedertrifft und versucht, die Freundschaft wieder aufleben zu lassen. Die Geschichte von „The Anonymous Noise“ ist nicht besonders einfallsreich, aber durchaus interessant. Leider konnte ich in den ersten Episoden zu keinem Hauptcharakter Sympathien aufbauen, da sie alle auf eine Gewisse Weise nervig sind. Zusätzlich sind die Gesangseinlagen der ersten Episoden ziemlich peinlich und stören dadurch relativ schnell. Es kann zwar davon ausgegangen werden, dass dies Absicht ist, da gezeigt werden soll, dass Nino sich im Laufe der Serie gesanglich verbessert, trotzdem mindern diee schwachen Gesangseinlagen den Eindruck.

Zuletzt schaute ich noch „Sagrada Reset“ auf Anime-on-Demand. Die Serie spielt in der Stadt Sakurada, in der fast alle Bewohner über eine besondere Fähigkeit verfügen. Die Schülerin Haruki Misora kann beispielsweise in die Zeit zurückreisen, vergisst aber alles Erlebte wieder. Ihr Mitschüler Asahi Kai hingegen ist die einzige Person, die sich an alles erinnern kann. Als sie das bemerken, schließen sie sich zusammen, um Probleme in der Stadt zu lösen. Das Setting ist zwar ansprechend, die Umsetzung hat mir aber nicht gefallen. Die Dialoge wirken extrem steif und die Charaktere besitzen – nach den ersten drei Episoden – noch nicht genug Eigenschaften, aufgrund derer man sie mögen könnte. Zusätzlich wird zu Beginn leider noch zu wenig erklärt, sodass der Zuschauer häufig nicht genau versteht, wie bestimmte Fähigkeiten wirklich funktionieren. Da die Serie 22 Folgen bekommt, kann es sein, dass sich ein paar der Probleme im Zeitverlauf lösen werden- ich wollte aber nicht so lange warten.

Fazit

Das war mein bisheriger Eindruck der laufenden Anime-Season. Die größten Anime sind sicherlich die Fortsetzungen wie Boruto und Attack on Titan. Mit „Kado“ und „Tsuki ga Kirei“ haben wir aber auch zwei komplett neue Geschichten bekommen, bei denen es sich lohnt, einmal rein zu schauen. Insgesamt denke ich, dass wir schon weitaus schlechtere Seasons hatten, auch wenn für mich kein Meisterwerk wie „Mob Psycho 100“ läuft. Gegen Ende möchte ich euch fragen, wie euch diese Vorstellung gefallen hat. Wenn ihr wollt, kann ich das ab jetzt für jede Season (eventuell die nächsten Male etwas früher – so nach drei Episoden) machen. Zusätzlich würde ich euch gerne fragen, welches für euch die besten Serien der jetzigen Season sind. Über Kommentare unter dem Artikel oder auf Facebook würde ich mich freuen.

About Shin

Shin hat im Jahr 2016 sein Masterstudium in Soziologie abgeschlossen und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Anime mag Shin schon seit sehr vielen Jahren. Spätestens seit dem Besuch seiner ersten Convention - der Connichi 2003 - ist er fasziniert von der Welt der Anime. Seit August 2016 ist Shin festes Mitglied von Jimoku und kümmert sich zum größten Teil um das Schreiben von Reviews. Sein Lieblingsanime ist "Space Brothers".
Autor: Shin
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