Das war die Connichi 2016

Das war die Connichi 2016

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26.000 Besucher, zahlreiche Workshops, Showgruppen, die jedes Anime-Fanherz höher schlagen lassen, tausende Cosplayer.  Am Wochenende vom 16.-18. September 2016 pilgerten wieder etliche Anhänger der Anime-Szene zum Kongress Palais Kassel, um der nun schon zum 15. Mal von Animexx e.V. organisierten Connichi beizuwohnen. Wir waren für euch vor Ort und hielten dabei Augen und Ohren offen.

Das Programm

Schon vor der eigentlichen Eröffnungsveranstaltung lockte uns das Donnern asiatischer Trommeln in den Festsaal. Hier stellten Yuta Toshihiro und Utsumi Ikko zum ersten Mal an diesem Wochenende ihre Kunst des Taikotrommelns vor.
Nach der anschließenden Show der Samurai-Schwertkämpfer wurde die Connichi 2016 offiziell eröffnet und die Ehrengäste bei dieser Gelegenheit vorgestellt. Unter anderem richtete sich der Künstler Takeshi Miyagawa mit einigen persönlichen Worten direkt an das Publikum. Das gesamte Wochenende über arbeitete er in einer Werkstatt im Innenhof des Kongress Palais an seinen Figuren, modellierte sie und zeigte mit der Airbrushpistole seine filigranen Fähigkeiten.
Wer an diesem Tag noch nicht genug von den Cosplayern in und um die Location bekommen konnte, hatte am Freitagabend die Möglichkeit, dem deutschen Vorentscheid des European Cosplay Gathering (kurz: ECG) im Festsaal beizuwohnen. Für diejenigen, denen der Kopf nach Skurrilem und Witz stand, wäre wohl der Nudelschlürfwettbewerb im Blauen Saal ein passender Anlaufpunkt gewesen.
Mit einem großen Feuerwerk zum Matsuri-Lichterfest neigte sich der erste Con-Tag seinem Ende entgegen.

Nachdem für uns persönlich der erste Tag ganz im Sinne der „Eingewöhnung“ stand, versuchten wir am Samstag einen Pfad durch die etlichen Panals, Workshops und Aufführungen zu finden. Schon am Vormittag stellten Fans der Animeszene erneut ihre Kostüme im Connichi-Cosplay-Wettbewerb im Festsaal vor; parallel dazu schmetterten Ongaku no Kara auf der Bühne im Blauen Saal ihre Parodien und Balladen. Ob Kampfvorführungen, Comedy-Show, Auftritte von Bands oder Schauspielgruppen, am Samstag gehörten die Bühnen der Connichi ganz dem kulturellen Entertainment.
Wer Abstand zum Trubel suchte, konnte neben Workshops rund um die Themen Nähen, Basteln, Perücken, Zeichnen oder Synchronisieren, bis hin zum japanischen Lebensgefühl, den Panels oder dem Poetry Slam am Nachmittag im Blauen Saal, in dem die Zuschauer darüber abstimmten, welcher der 15 Teilnehmer sie (egal in welcher Hinsicht) am meisten emotional berührt hatte, etwas Ruhe finden. Stargäste wie die Synchronsprecher Lea Kalbhenn und Tim Schwarzmaier oder „Dragonball Z: Resurrection >F<“-Produzent Norihiro Hayashida zeigten sich zudem in ihren Autogrammstunden fanverbunden.
Auch wenn das für Samstag geplante Lichterfest buchstäblich geplante Feuerwerk wetterbedingt ins Wasser fiel, boten das umfangreiche Animeprogramm im Videoraum des angrenzenden Ramada Hotels, Karaoke und diverse Games-Wettbewerbe noch genug Abwechslung für jedes Fanherz.

„Nach den ersten zwei Contagen ist immer irgendwie die Luft raus“, dachte ich mal. Nicht aber auf der Connichi! Vom späten samstäglichen AMV-Wettbewerb oder dem „Ü18“-Synchro-Workshop noch gezeichnet schleppten sich dennoch hunderte Cosplayfans am Sonntagmorgen zum Pochi-Award und dem anschließenden Vorentscheid des World Cosplay Summit, bei dem unter tosendem Beifall entschieden wurde, wer Deutschland im Jahr 2017 in Nagoya vertreten wird. Dieses besondere Happening konnte nicht nur im nahezu vollbesetzten Festsaal, sondern auch per Livestream in aller Welt beobachtet werden.
Nach einer kurzen Verschnaufpause folgte dann mein ganz persönliches Highlight: der (vorerst?!) letzte Auftritt der atemberaubenden Musical-Gruppe Yume, die sich nach vier Jahren der Trennung für ein ganz besonderes Jubiläumsjahr noch einmal zusammen getan hatte. Extra für die Connichi wurden feinfühlig Details geändert, sodass dem Stück „Chaos no Tan Pure“, das bereits schon in Berlin und Bonn aufgeführt worden war, eine neue, eine noch persönlichere Note extra für Kassel verliehen wurde.
Fast surreal wirkten die Abschiedsworte, die auf der Abschlussveranstaltung an die Besucher der Connichi 2016 gerichtet worden. In den Workshops wurden die letzten Perücken eingepackt, die Farben eingesammelt, die Mikros abgestellt, die Controller im Gamesroom niedergelegt.
Ein letzter Blick auf die Säulen des Kongress Palais Kassel. So sicher wir uns jetzt wieder von unserem Alltag einfangen lassen werden, so sicher werden wir im nächsten Jahr wieder dabei sein. Um erneut der heute zweitgrößten Anime-Convention Deutschlands beizuwohnen und uns verzaubern zu lassen.

Und noch so viel mehr…

Das Programm an sich war es schon wert, sich bereits zu Beginn des Jahres 2016 um die heißbegehrten Tickets zu reißen. Doch was ist mit den tausenden Animefans, die keines ergattern konnten? Die auch die Tageskasse zu spät erreichten? Oder die in ihre Cosplays schlichtweg all ihr Kapital investiert hatten? Auch für diese Besucher hatten die Veranstalter der Connichi vorgesorgt. Für die meisten Cosplayer stellte der Stadthallengarten ohnehin die perfekte Location für Fotoshootings dar. Wie auch im Innenhof wurde hier am Grill für das leibliche Wohl gesorgt. Hier grenzte auch der ticketfreie Gartensaal an, in dem sich unter andrem Projekte wie die AniMaCo und Dokomi vorstellten.
Mit einer langen Wartezeit musste man vor dem großen Zelt des Bring & Buy, dem Con-Flohmarkt, rechnen. Bedeutend schneller vorwärts ging es im Händlerraum des Kolonnadenfoyer. 24 Händler, die alles rund um Merchartikel, Cosplay oder Künstlerbedarf anboten, und Fanstände stellten sich hier vor. Im Obergeschoss direkt darüber zeigten noch weitere Händler und vor allem handwerklich begabte Künstler ihre Waren. Nicht nur der Gamesroom lud zum Zocken ein, wurden hier nicht nur Ladestationen für mitgebrachte portable Spielekonsolen und bequeme Sitzmöglichkeiten, sondern auch verschiedenste Videospiele zur kostenlosen Benutzung geboten. Neben dem Festsaal wurden im Brett- und Kartenspielbereich zudem verschiedene klassische bzw. neu aufgelegte Spiele vorgestellt. Hier fand am Sonntag auch das Go-Turnier statt. Wer mit dem traditionellen Strategiespiel weniger anfangen konnte, hatte die Möglichkeit neuere Trends wie Table Top oder andere auszuprobieren.
Eine Etage unter dem Spielebereich ging es weniger rational als vielmehr kreativ her. Was wäre eine Con ohne Zeichner und Maler? Dutzende junge Talente stellten ihre Kunst vor und zum Teil auch zum Verkauf. Ein wahres Paradies für jeden Con-Hon-Einträge-Jäger! Im Seiten- und Nordfoyer wirkten die beiden Manga-Märkte mit den Künstlerständen fast wie ein Rahmen um den weiten Bereich des Mittelfoyer für die sonstigen Aussteller und Händler wie Sailor Moon German, Kazé und Nipponart.

Fazit
Wer auf der Connichi 2016 wirklich alle Stände aufsuchen, die größten Punkte des Rahmenprogramms miterleben, den ein oder anderen Workshop nutzen und dann auch noch einen umfangreichen Blick auf die sagenhaft vielen Cosplays werfen wollte, musste früh aufstehen und ausdauernd einem am besten schon vorab zurechtgelegten Plan folgen.
Ich persönlich wollte das Wunderland Connichi gar nicht mehr verlassen und freue mich schon auf mein nächstes Mal.

Ruka S Orion

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