Jimoku auf der Connichi 2017

Jimoku auf der Connichi 2017

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Vom 22. bis zum 24. September 2017 fand die 16. Connichi abermals in der Kasseler Stadthalle statt. Die Jimoku-Redakteure Tsu und Shin haben die Connichi für euch 3 Tage lang besucht und werden euch im folgenden Bericht ihre Eindrücke schildern!

Die YouTuberin Chii Sakurabi begeisterte das Publikum. Ich selbst war von ihrem Auftritt nicht so überzeugt.

Ein sehr großes Programm

Wie immer bot die Connichi ein sehr vielfältiges Programm. Neben Showgruppen und Workshops, die man von anderen Conventions kennt, begeisterten insbesondere die Programmpunkte, die es auf anderen Conventions nicht gibt. „Bring & Auction“, Nudelschlürfwettbewerb und Poetry Slam gehören zu den interessantesten Veranstaltungen der Connichi und bringen große Abwechslung in das gewohnte Con-Programm. Neue Besucher freuen sich zwar sicherlich auch über Workshops und Panels, jedoch sind die Fotografie- und Cosplay-Workshops eher nur für einen ganz bestimmten Teil der Fans nützlich. Ein weiterer, kleiner Wermutstropfen war die Technik in den beiden Hauptsälen. Wir besuchten beispielsweise den Auftritt der Showgruppe „Ikimashô“. Der Spaß bei diesem Programmpunkt wurde leider durch mehrere technische Mängel (besonders Probleme mit den Mikrofonen) getrübt.

Im Gegensatz zu der großen Auswahl an Programmpunkten, waren wir von der Auswahl der Ehrengäste eher enttäuscht. Es ist zwar verständlich, dass die Connichi aufgrund der verfügbaren finanziellen Ressourcen nicht mit der Animagic verglichen werden kann, wir hätten uns aber trotzdem noch ein bis zwei andere Gäste vom Kaliber „Mitsuo Iso“ (mit diesem konnten wir am Samstag ein sehr interessantes Interview führen, dass ihr im Laufe der Woche lesen könnt) gewünscht. Abgesehen von diesem und den üblichen Verdächten von Gainax gab es leider keine japanischen Ehrengäste aus der Anime-Branche. Positiv erwähnt werden sollte aber, dass die Connichi mit der Band „Mardelas“ immerhin versucht hat, nach Nagareda Project eine weitere Rockband aus Japan zur Connichi zu holen.

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Die Connichi Couch

Zum altbekannten Programm wurde dieses Jahr erstmals ein Livestream eingerichtet: Die Connichi Couch. In einem extra Raum wurden Vorträge, Diskussionspanel und Fragerunden veranstaltet. Diese wurden Live über die Streaming-Plattform Twitch ins Internet übertragen. Dadurch konnten auch Fans, die die Connichi nicht besuchen konnten, wenigstens einen Teil des Programms erleben. Einen Großteil dieser Programmpunkte konnten sie auch aktiv mitgestalten. Die Besucher vor Ort, aber auch die Zuschauer, die zu Hause bleiben mussten, konnten Fragen stellen und das Gesagte kommentieren.

Die Connichi Couch war technisch sehr gut umgesetzt und bot nicht-Cosplayern sehr viele interessante Möglichkeiten, neue Programmpunkte zu erleben. Dadurch war sie eine gute Abwechslung zum sonstigen Workshop-Programm. Wir selbst durften auch zwei verschiedene Panels mitgestalten: „Tops und Flops der Anime-Sommer-Season“ sowie „Anime-Streaming-in-Deutschland“ und waren von der Organisation & Betreuung begeistert. Ein Moderator half beim Einstieg und achtete darauf, dass die Zeiten eingehalten wurden. Für uns war die Teilnahme eine sehr positive Erfahrung, auch weil jeweils relativ viele Zuschauer anwesend waren. Unser Eindruck war, dass der Stream auch von den Zuschauern und Chat-Nutzern sehr positiv angenommen wurde. Wir hoffen, dass die Connichi Couch ein Bestandteil der Connichi bleibt und durch etwas mehr Werbung und eventuelle Streams vor und nach der Veranstaltung noch ausgebaut wird.

Matsuri

Auch 2017 fand wieder ein Matsuri auf der Connichi statt. Ähnlich wie letztes Jahr befanden sich innerhalb eines Zeltes sehr viele verschiedene Stände, die man auch auf einem echten japanischen Fest findet. Neben verschiedenen Spielen und einem Bällebad waren besonders die Essensstände beliebt. Die Besucher konnten Yakisoba, Onigiri, Okonomiyaki, Kakigori und japanische Crepes essen. Da in den letzten Jahren immer wieder viele negative Stimmen zur Qualität und Authentizität des Essens aufkamen, setzte das Orga-Team dieses Jahr auf externe Anbieter. Das hat sich bemerkbar gemacht. Aus den Gesprächen mit einigen Besuchern konnte man erkennen, dass die Qualität der Speisen viel besser war als in den letzten Jahren. Ich selbst war nur vom japanischen Crepe etwas enttäuscht, den ich gegessen habe. Ich zahlte 4 Euro für eine Füllung mit sehr wenig Schokosauce und Mandeln – der einzige Crepe mit Nüssen. Andere Besucher waren aber auch hiervon begeistert.

Extrem enttäuschend war einzig der Yakisoba-Stand. Geschmacklich wohl einwandfrei, lies man die Besucher bis zu 30 Minuten auf ihr Essen warten, da zum größten Teil eine einzige Person alle Aufgaben (Ausgabe, Bezahlung und Schneiden neuer Zutaten) alleine erledigen musste. Eine Aushilfe wäre hier sicherlich hilfreich gewesen. Wir würden uns freuen, wenn dieser Trend sich noch weiter entwickelt und man noch ein oder zwei weitere Spezialitäten anbieten könnte.

Freitag- sowie Samstagabend gab es ein Feuerwerk auf dem Matsuri.
Freitag- sowie Samstagabend gab es ein Feuerwerk auf dem Matsuri.

In der Nähe des Matsuris gab es zusätzlich neue „Fotoecken“. Hier konnten Cosplayer sich in schönem Ambiente von selbst angeheuerten Fotografen ablichten lassen. Sie hatten die Auswahl aus vielen unterschiedlichen Kulissen, wobei insbesondere die traditionell japanischen Ecken beliebt waren. Diese Neuerung kam sehr gut an, sodass wir hoffen, dass sie ebenfalls beibehalten wird.

Es gab nicht nur Anime-Merchandise

Wie auf jeder Convention gehört das Shopping natürlich zu den wichtigsten Aufgaben eines Besuchers. Neben den bekannten Merchandise-Ständen gab es dieses Jahr auch einige weitere Händler und Aussteller, die im Außenbereich der Connichi versuchten, ihre Ware zu verkaufen. Ein großes Lob möchte ich dieses Jahr für das „Bring & Buy“ aussprechen. Mein Gefühl war, dass die Organisation dieses Jahr weitaus besser war, wodurch die Wartezeit für Besucher weitaus kürzer war als in den letzten Jahren. Etwas enttäuscht war ich davon, dass die Connichi – trotz ihrer vehementen Arbeit gegen Raubkopien – Fanstände zugelassen hat, die selbstgemachtes Merchandise zu bekannten Anime-Serien verkauft haben. Man kann aber verstehen, dass dies nur sehr schwer kontrollierbar ist. Außerdem freuen sich viele Besucher, dass sie dadurch kleine Schätze zu ihren liebsten Serien ergattern können.

Für viele Besucher ist das Programm aber nicht der Hauptgrund, die Convention zu besuchen. Vielmehr wollen sie in heimeliger Atmosphäre ein Cosplay tragen, sich fotografieren lassen und mit Freunden treffen. Wie auch schon in den vergangenen Jahren ist das unserer Meinung nach die größte Stärke der Connichi. Im Gegensatz zur Dokomi, die sich eher als Messe präsentiert, fühlt man sich auf der Connichi wie zu Hause, auch weil man bei bestimmten Events immer wieder die gleichen Personen trifft. Ich versuche beispielsweise jedes Jahr beim Go-Turnier und dem Poetry Slam teilzunehmen. Dadurch trifft man bestimmte Personen(gruppen) wieder, wodurch die Connichi zu einem noch besseren Erlebnis wird.

Wir kommen wieder!

Die Entwicklung der Connichi ist wirklich sehr positiv. In den letzten Jahren stagnierte die Convention ein bisschen, wodurch sie ihren Platz als „beliebteste Convention Deuschlands“ an die Dokomi verlor. Ich denke das Orga-Team hat die richtigen Schlüsse gezogen und dieses Jahr endlich eine Antwort gegeben. In vielen Bereichen konnten große Fortschritte erzielt werden und Neuigkeiten wie die Connichi Couch beleben das Programm! Wenn man nun noch ein paar mehr Ehrengäste bekommen könnte, hätte ich kaum größere Kritikpunkte.

Wir freuen uns auf jeden Fall schon auf die nächste Connichi, die vom 7. bis zum 9. September 2018 wieder in der Kasseler Stadthalle stattfinden wird und hoffen, dass wir das Programm wieder aktiv mitgestalten können.

About Shin

Shin hat im Jahr 2016 sein Masterstudium in Soziologie abgeschlossen und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Anime mag Shin schon seit sehr vielen Jahren. Spätestens seit dem Besuch seiner ersten Convention - der Connichi 2003 - ist er fasziniert von der Welt der Anime. Seit August 2016 ist Shin festes Mitglied von Jimoku und kümmert sich zum größten Teil um das Schreiben von Reviews. Sein Lieblingsanime ist "Space Brothers".
Autor: Shin
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